Literatur

Eine Zeitreise in die Frühsteinzeit

Susanne Tschirner, vormals Lektorin, Übersetzerin, Autorin von Reisebüchern legte mit dem im Frühjahr 2006 erschienenen Titel "Lasra und das Lied der Sterne" ihren ersten Roman vor. Es handelt sich um ein im Wortsinn gewichtiges Werk, das 618 Seiten zählt und somit jener Leser bedarf, die sich vor dicken Büchern nicht scheuen.

"Lasra" spielt in einer lang vergangenen Zeit, nämlich der Jungsteinzeit, 2353 v. Christus. Ort: die schottischen Orkney-Inseln. Doch ist die Handlung viel moderner, als man bei dieser Zeitangabe glauben könnte; Susanne Tschirner zeigt uns, dass unser Alltagsbegriff von Steinzeit mit dem damaligen Leben der Menschen im Grunde nichts zu tun hat, und unser umgangssprachlicher Ausdruck "wie in der Steinzeit" für ein unzivilisiertes Verhalten oder eine niedere Lebensform falsch gewählt ist.

Die Heldin Lasra ist eine angehende Erdfrau, also eine Heilerin. Sie entdeckt beim Pflanzensammeln die Leiche des Sohnes ihrer Lehrmeisterin, der ganz offensichtlich ermordet wurde. Das will zunächst keiner aus der Sippe wahrhaben, doch es ist eindeutig. Lasra wird beauftragt den Mörder zu finden. Keine leichte Aufgabe, wie die Detektivin sehr schnell erkennen muss. Zum einen ist kaum jemand daran interessiert, ihre doch sehr neugierigen Fragen zu beantworten, zum anderen hat so mancher kein Interesse daran, dass sein Privatleben an die Öffentlichkeit gezerrt wird.

Der Roman ist ein historischer Krimi und eine Zeitreise zu alten Mythen, die doch Grundlage unserer eigenen Kultur sind. Schon die Sippe der Adlerleute muss feststellen, dass die Werte, mit denen die Alten noch aufgewachsen sind, von den Jungen nicht unbedingt beachtet werden. Es gibt Einflüsse von außen, die das Leben und die Werte verändern. Insofern ist "Lasra" auch eine Parabel auf unsere heutige Welt, die ständigen Veränderungen ausgesetzt ist, Veränderungen, denen nicht jeder gewachsen ist.

Sprachlich und stilistisch ist Tschirners Roman anspruchsvoll, kein Titel, den man so nebenbei "wegfrisst". Er ist auf Serie angelegt, die Leser können in weiteren Bänden die Zeitreise zurück in die Frühsteinzeit antreten und Lasra weiterhin begleiten.

Lasra und das Lied der Steine
Susanne Tschirner

Lasra und das Lied der Steine


Rütten und Loening 2006
618 Seiten, gebunden
EAN 978-3352007286

Bartolomeo Colombo

Erik Orsenna erzählt in seinem neuen Roman die Geschichte von Bartolomeo Colombo, dem jüngeren Bruder des großen Entdeckers, der später der Regent von Hispaniola werden sollte.

Lesen

Überleben in Köln

Günter Ruchs Roman ist insofern gelungen, als dass man sich ein Bild vom Leben in der mittelalterlichen Großstadt Köln machen kann. Insbesondere für Kölner oder Kölnkenner dürfte das Werk daher interessant sein. Die Protagonisten des Romans erscheinen hingegen wenig glaubwürdig.

Lesen
Der Geliebte der Mutter
Die Geschichte von Herrn Sommer
Hundert Tage
Die Mutter
Sommerlügen
Lila, Lila
Die Geschichte des Regens
Alles, was wir geben mussten
Der Sieger bleibt allein
Frühstück bei Tiffany
Hinter dem Bahnhof
Im Westen nichts Neues
by rezensionen.ch - 2001 bis 2018