Geschichte

Geschichtswissenschaftliches Schreiben

Der Schreib-Guide Geschichte ist ein Ratgeber. Wer also gerne auf genaue Anleitungen zurückgreift, der wird hier fündig. Speziell für Studenten konzipiert, bietet der Schreib-Guide neben Hinweisen auf das Wie und Warum des (geschichts)wissenschaftlichen Schreibens auch Aufgaben zum Üben. Ergänzend zum Text werden Beispiele aus studentischen Arbeiten angeführt und Zitate von Wissenschaftlern zur Veranschaulichung herangezogen.

Am Anfang steht eine Einführung in den Zusammenhang zwischen Geschichte und Schreiben. Danach folgt ein Kapitel über Journale. Was hier nicht erwähnt wird: diese Variante des Tagebuches ist an deutschsprachigen Universitäten bisher unüblich und hat seinen Ursprung beim Kreativen Schreiben. Das Thema Schreib- und Lernstrategien gibt Hinweise, wie man zum Schreiben kommt - und dranbleibt! Im Kapitel über kurze wissenschaftliche Arbeiten geht es um Rezensionen, Hausarbeiten/Seminararbeiten sowie Klausuren. Seminararbeiten werden in einem eigenen Kapitel noch ausführlicher behandelt: von der Themenfindung über Materialsammlung bis zum fertigen Text. Ein weiterer Komplex ist die Literatursuche in Bibliotheken. Hier bekommt der Student einen Überblick über die wichtigsten Hilfsmittel und mögliche Strategien. Verstärkt im Vergleich zur ersten Auflage des Schreib-Guides präsentierten sich Tipps rund um die Nutzung des Computers in Bezug auf Literatursuche und Schreiben. Neu ist das Kapitel "Schreiben für das WWW: Bloggen und Hypertexten". Neben Erklärungen zum Funktionieren von Social Software und Hypertext stehen vor allem einige Beispiele zu ihrer Nutzung aus dem österreichischen Raum. Im letzten Teil werden bibliographische Angaben sowie Fußnoten besprochen. Das Buch endet mit einem Register.

Der Schreib-Guide Geschichte basiert auf einem amerikanischen Buch, das übersetzt und an die Verhältnisse deutschsprachiger Länder angepasst wurde. Trotzdem muten die Beispiele aus dem amerikanischen Umfeld manchmal etwas seltsam an. Dies gilt auch für das wiederholte Referenzieren auf Journale. Für die Lektüre interessant ist auch, dass der Herausgeber des Bandes, Wolfgang Schmale, Professor für neuere Geschichte an der Universität Wien ist. Dies erklärt die vielen österreichischen Beispiele, die zudem oft aus dem Arbeitsbereich Prof. Schmales stammen. Dies geht z.T. zu Lasten allgemeinerer Informationen (z.B. virtuelle Arbeitsräume, Linktipps).

Der Inhalt des Schreib-Guides ist völlig auf universitäre Verhältnisse und das eigenständige Üben des Schreibens ausgerichtet. Hilfreich wären jedoch auch Hinweise auf das Schreiben für "echte" Publikationen, seien es Rezensionen oder Aufsätze. Als Zielgruppe werden Studenten genannt, beziehungsweise Dozenten, die den Schreib-Guide als Grundlage für Einführungsveranstaltungen nutzen könnten. Dies ließe sich eventuell weiter einschränken auf Studenten in den ersten Studienjahren, da einige Themen herausgelassen wurden, die sicher während der Abschlussarbeit für viele interessant werden: z.B. der Umgang mit Archiven, Datenschutz und Urheberrechte. Wegen des Stils (häufige Anweisungen, z.T. kategorische Äußerungen) und der teilweise fehlenden Beschreibung alternativer Vorgehensweisen ist das Buch vermutlich nicht für jeden zufrieden stellend. Wer jedoch eine zusammenfassende Darstellung des wissenschaftlichen Schreibens oder einzelner Aspekte sucht, der kann aus der Lektüre sicher etwas lernen.

Schreib-Guide Geschichte
Wolfgang Schmale (Hrsg.)

Schreib-Guide Geschichte


Schritt für Schritt wissenschaftliches Schreiben lernen
UTB 2006
296 Seiten, broschiert
EAN 978-3825228545

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