Literatur

Krimi noir im Frankreich 1989

Menschen werden ermordet, Ställe brennen samt der Pferde ab und in großen Wirtschaftsunternehmen gibt es kokaingepuderte Macht- und Ränkespiele, die damit zusammenzuhängen scheinen.

Commissaire Daquin vom Drogendezernat in Paris übernimmt die Fälle und kommt auf die Spur eines international agierenden Kokainrings. Betroffen sind jedoch auch Wirtschafts- und Politgrößen, was die Ermittlungen für Daquin deutlich erschwert. Denn die großen Player haben gute Verbindungen zu seinen Vorgesetzten. Auch hier hält sich die Polizei jedoch nicht an das Recht und Daquin macht mit Einschüchterung und Erpressung bis hin zur Folter einfach weiter.

Das ganze spielt im Sommer 1989 in Paris und ist in typischer Art Manottis angereichert mit vielen Seilschaften und Abhängigkeiten, die sich über zahlreiche Personen in Korruption, Drohungen und Erpressung erstrecken. Auch spielen, wie in anderen Krimis Manottis, Sex und Prostitution abseits der Heterosexualität eine Rolle. Eigentlich schon 1997 im französischen Original erschienen, liegt es nun endlich in deutscher Übersetzung vor.

Wer bei der Lektüre dranbleibt und so die Übersicht über die vielen Personen und ihre Zusammenhänge behält, wird mit einer spannenden Geschichte belohnt, die mit schillernden Figuren glänzt. Die Autorin nimmt dabei kein Blatt vor den Mund und hält sich nicht mit detailreichen Beschreibungen auf, sondern hat einen kurzen, prägnanten Schreibstil, mit dem man zügig vorankommt. Skrupellos sind dabei nicht nur die VerbrecherInnen aus Wirtschaft und Politik, sondern eben auch die Polizei. Leider kommt Kommissar Daquin, der basierend auf Vermutungen während einer illegalen Ermittlung auch vor Folter nicht zurückschreckt, dabei viel zu gut weg.

Zügellos
Dominique Manotti
Andrea Stephani (Übersetzung)

Zügellos


Argument 2013
Originalsprache: Französisch
286 Seiten, gebunden
EAN 978-3867541930

Schnipseljagd in Hamastan

Die palästinensiche Gesellschaft steht in einem permanenten Krieg mit sich selbst. Das ungeschriebene Gesetz dabei lautet, dass keine Untat für sich allein existiert. Dies muss auch Omar Jussuf in seinem zweiten Fall feststellen, in dem er sich durch den Filz der palästinensischen Schattenwelt kämpfen muss.

Lesen

Kriminalroman als Predigt

Achim Kuhn meint, ein Kriminalroman habe meist einen hohen theologischen Gehalt und sei daher eine besonders wirkungsvolle Form der Predigt. Weder moralisierend noch lehrerhaft setzt er seine Idee um. Herausgekommen ist ein packender Krimi.

Lesen

Eine verhängnisvolle Talkshow

In Finnland passieren rätselhafte Morde und ein Mordversuch, die offenbar in Zusammenhang mit einer Talkshow stehen. Kommissar Kimmo Joentaa, eine nachdenkliche, unaufgeregte und sensible Figur, die manchmal einen etwas verwirrten Eindruck macht, soll die Fälle zusammen mit seinem Team aufklären.

Lesen

Die Judenbuche – 19mal anders

19 Autoren erzählen Geschichten, die Aspekte aus Droste-Hülshoffs "Die Judenbuch" aufgreifen. Interessante, aber keine leichte Lektüre - eben wie das Original.

Lesen

Alles ist Wahrheit, alles ist Lüge

Dominique Manottis Kriminalroman ist weit mehr als ein guter, ja exzellenter Krimi, denn hier wird aufgezeigt, wie Politik funktioniert und vor allem, mit was für Methoden man im Kapitalismus erfolgreich ist.

Lesen

Millenium-Fortsetzung aus neuer Feder

Einmal dahingestellt, ob ein vierter Band nun Verrat an Larsson ist oder ob die Familie aus purer Geldgier eine Fortsetzung in Auftrag gegeben hat, Lagercrantz ist ein spannender Krimi gelungen.

Lesen
Hundert Tage
An einem Tag wie diesem
Lila, Lila
Der Geliebte der Mutter
Monsieur Lambert
In der Nacht
Im Westen nichts Neues
Spaziergänger Zbinden
439 Gedichte
Das Sakrament
Letzte Nacht
Der Trick
by rezensionen.ch - 2001 bis 2017