Kultur

Alle Songs: The Rolling Stones 1964-2016

"I see a red door and I want to see it painted black", sang Mick Jagger in "Paint it Black" (13. Mai 1966 veröffentlicht). Die vorliegende Mammut-Publikation kommt wie ein knallroter Ziegel daher, aber die Zeilen darin sind schwarz wie die Rolling Stones selbst es 1966 auch noch waren. Nach bald 60 Jahren Bandgeschichte wird es Zeit, auch einmal zurückzublicken und die beiden Autoren Philippe Margotin und Jean-Michel Guesdon tun dies in chronologischer Reihenfolge auf alle Alben und alle Songs. Sie liefern u. a. Details zu Besetzung, Aufnahmedatum und –ort, aber auch Geschichten aus dem Studio und dem Leben der Musiker. Insgesamt zudem über 600 Fotos und Abbildungen auf 752 Seiten. Natürlich mit Register zu den Songs. Zu "Paint it Black" heben sie hervor, dass Brian Jones Sitar spielte und der Song insgesamt von den Beatles kopiert wurde: "Norwegian Wood" lässt grüßen.

Die Archetypen des Rock

Die Entstehungsgeschichte aller Tracks in einem Buch der Rolling Stones, das bedeutet ein Mammutwerk im Großformat, in dem auch wirklich für alles Platz ist, was die größte Rock’n’Roll-Band der Welt ausmacht. Die Rolling Stones führen immer noch die Liste der "besten Songs aller Zeiten" des Musikmagazins Rolling Stone an: einmal mit "Satisfaction" (1965) auf Platz 2, einmal mit "Like a Rolling Stone". Allerdings stammt letzteres von Bob Dylan, der damit eine Hommage an einen Lebensstil, den nicht nur er, sondern eben auch die Rolling Stones seit den Sechzigern pflegen: immer unterwegs, immer woanders. Mick Jagger, Keith Richards, Charlie Watts und Ronnie Wood sowie die früheren Stones-Mitglieder Brian Jones, Bill Wyman und Mick Taylor sind längst zu Archetypen der Welt des Rock geworden, den in jeder neu formierten Gruppe gibt es wenigstens einen Mick und einen Keith und einen Brian der dazwischen steht. Aber die Originale, die Band schlechthin, das sind einfach die Rolling Stones geblieben, auch mehr als 50 Jahre nach ihrem ersten Hit.

Die Verwandlung der Rolling Stones

1975 erschien das erste Best-of-Album der Band, "Made in the Shade" und die Burschen aus Dartford machten sich auf die Tour of the Americas, bei der erstmals Ron Wood (statt Mick Taylor) mitspielte. Auch "Metamorphosis" – ein meines Erachtens unterschätztes Album – war eigentlich nur eine Kompilation, aber eine aus Songs aus dem Jahrzehnt zuvor. Der Vergleich dieser beiden Kompilationen zeigt, wie unterschiedlich die Stones sich schon in den ersten beiden Jahrzehnten entwickelt hatten. Der Titel des Albums geht übrigens auf die Erzählung von Franz Kafka zurück, wie die Autoren wissen wollen. Die Zeichnung darauf stammt von Linda Guymon und eigentlich hätte eine ganze Reihe von Kompilationen passenderweise "Necrophilia" heißen sollen. Nach einem Anfangsessay zu jedem Album folgen Beschreibungen der einzelnen Lieder daraus, illustriert mit vielen Fotos und Anekdoten des jeweiligen Jahrzehnts. Auch das – bisher letzte – Album der Rolling Stones "Blue and Lonesome" wird in vorliegendem Mammutwerk noch berücksichtigt und damit zählt es zu den wohl ausführlichsten Nachschlagewerken zur Geschichte einer Rock’n’Roll-Band: 1964-2016. "Get live if you want it!".

Rolling Stones - Alle Songs
Philippe Margotin
Jean-Michel Guesdon
Frank Sievers (Übersetzung)

Rolling Stones - Alle Songs


Die Geschichten hinter den Tracks
Delius Klasing 2018
Originalsprache: Französisch
752 Seiten, gebunden
EAN 978-3667110886

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