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Controlling in mittelständischen Unternehmen

Aufgrund des zunehmend komplexen und dynamischen Umfelds hat sich das Controlling seit einigen Jahrzehnten in der Unternehmenspraxis – sei es in Industrie- oder in Dienstleistungsunternehmen – fest etabliert. In den letzten Jahren erschlossen sich für den Controller noch zusätzliche Betätigungsfelder, bspw. in den unterschiedlichen Bereichen der öffentlichen Verwaltung, einschließlich des Gesundheitssektors und der sozialen Einrichtungen. Diesem Trend und der damit einhergehenden starken Nachfrage nach Controllern folgend, haben die Hochschulen betriebswirtschaftliche Studiengänge bzw. curriculare Schwerpunkte entwickelt, in denen die Studierenden auf die diversen beruflichen Tätigkeiten im Bereich Controllership vorbereitet werden. Zur Begleitung der einschlägigen Lehrveranstaltungen gibt es zwar etliche umfassende Standardwerke mit dem Fokus auf Controlling in Großunternehmen sowie viele Publikationen zu speziellen Controllingthemen, jedoch noch relativ wenige Werke, die einen kurzen und komprimierten einführenden Überblick über das Controlling in eher mittelständischen Unternehmen bieten. Es ist Boris Hubert mit seinem Lehrbuch zweifelsohne gut gelungen, diese Lücke auszufüllen. Der Verfasser, Professor für Rechnungswesen und Controlling an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) in Mosbach, führt mit dem nun in einer zweiten und überarbeiteten Auflage vorliegenden Band Studenten in die Grundlagen des operativen und strategischen Controllings ein, insbesondere im Hinblick auf die betriebliche Praxis mittelständischer Unternehmen.

Die vier Kapitel setzen sich mit den folgenden Themen auseinander:

Die Bedeutung und Funktion des Controllings in der Unternehmung: nach einem Überblick über die historische Entwicklung und über die maßgeblichen Konzeptionen des Controllings wird dessen organisatorische Eingliederung in Unternehmen thematisiert. Eine wichtige Datenbasis für das Controlling stellt das Rechnungswesen dar. Deshalb werden in einem weiteren Abschnitt der Informationsfluss und die Informationsverarbeitung von Daten des externen und internen Rechnungswesens behandelt.

Planungshorizont des operativen und des strategischen Controllings: zuerst werden die beiden wichtigsten Ebenen des Controllings voneinander abgegrenzt. Da das Reporting bzw. das Controlling-Berichtswesen die Basis für die meisten operativen und strategischen Controlling-Instrumente darstellt und den größten Anteil der gesamten Tätigkeit von Controllern ausmacht, werden die wesentlichen Elemente und Ausgestaltungen des Berichtswesens, einschließlich der Unterstützung durch die entsprechende Standardsoftware, erläutert.

Ausgewählte Instrumente des operativen Controllings: das Schwerpunktkapitel widmet sich typischen Methoden des operativen Controllings. Zuerst werden die klassischen Soll-Ist-Vergleiche, die Regressionsanalysen am Beispiel der Investitionsrechnungen sowie die Break-Even-Analyse behandelt. Danach wird die Anwendung weiterer kostenrechnerischer Instrumente, bspw. die Plankostenrechnung, das Fixkostenmanagement und das Target Costing, sowie die Durchführung von Risikoanalysen und Anwendungen von Kennzahlen bzw. Kennzahlensystemen aufgezeigt. Abschließend folgt ein kurzer Überblick über ein- und mehrperiodische Ansätze des wertorientierten Controllings anhand des Economic Value Added (EVA) und des Shareholder Value.

Planungshorizont und ausgewählte Instrumente des strategischen Controllings: im Mittelpunkt der Betrachtung stehen ein Modell der strategischen Umsatzplanung, die Balanced Scorecard mit dem Anwendungsbeispiel eines Kundenzufriedenheitscontrollings im Mittelstand, das Benchmarking und, als Sonderform des strategischen Controllings, das Projektcontrolling. Abschließend wird die Thematik Corporate Governance, in Verbindung mit dem Deutschen Corporate Governance Kodex, behandelt. Die als Corporate Governance bezeichnete Konzeption der Unternehmensführung wird von Boris Hubert als der "Gipfel" des strategischen Controllings charakterisiert, der erst dann angestrebt und verfolgt werden sollte, wenn alle anderen Instrumente und Konzeptionen innerhalb eines Unternehmens auch tatsächlich funktionieren.

Überzeugend ausgefallen ist nicht zuletzt die methodisch-didaktische Aufbereitung des Lehrbuchs. Die relativ komplexe Materie wird anhand von zahlreichen Beispielen und Abbildungen anschaulich referiert. Zu Beginn eines jeden Kapitels werden die verfolgten Lernziele aufgelistet und zum Schluss werden jeweils die wichtigsten Ergebnisse zusammengefasst sowie Literaturhinweise für weiterführende Vertiefungsmöglichkeiten angeboten. Wiederholungs- und Kontrollfragen runden jedes Kapitel ab und unterstützen die individuelle Lernzielkontrolle. Damit kann das Werk den Studierenden der BWL und benachbarter Studiengänge, welche sich einen ersten Überblick über die Konzeptionen und Instrumente des Controllings, insbesondere für mittelständische Unternehmen, verschaffen wollen, sehr gut empfohlen werden.


von Bernd W. Müller-Hedrich - 10. März 2019
Grundlagen des operativen und strategischen Controllings
Boris Hubert

Grundlagen des operativen und strategischen Controllings


Konzeptionen, Instrumente und ihre Anwendung
Springer Gabler 2019
244 Seiten, broschiert
EAN 978-3658230050

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