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Kunst mit Kindern betrachten

Der Kunst zu begegnen ist ein Abenteuer. Doch um dieses zu erleben, muss man erst einmal "sehen" lernen und die Sprache von Farben und Formen verstehen. Kinder an die Sprache der Malerei heranzuführen, hat sich der Prestel Verlag mit seiner Reihe "Abenteuer Kunst" vorgenommen. Einige Bände sind jetzt neu in kleinem Format und zu einem günstigen Preis erhältlich.

Jürgen von Schemm konzentriert sich in dem Band über Paul Klee in erster Linie auf die Bilder selbst. Doris Kutschbach schildert in dem Buch über die 1905 in Dresden gegründete Künstlergruppe "Die Brücke" auch Einzelheiten aus dem Leben und Arbeiten der Künstler - doch auch bei ihr bietet immer ein Bild den Anlass. Im Band zur Münchner Gruppe "Der blaue Reiter" hingegen verfolgt Kutschbach - z. B. in Bildern von Wassily Kandinsky - Motive und zeigt ihre rasante Veränderung innerhalb von nur wenigen Jahren auf; oder sie geht historisch vor und stellt ein Pferdebild des "Blauen Reiter" einem traditionellen Pferdebild gegenüber. Ebenfalls in dieser Reihe erschienen ist: "Ein Tag mit Picasso".

Die Büchlein sind alle nach demselben Prinzip gestaltet. Auf einer Doppelseite findet sich jeweils eine Abbildung; gegenüber zeigt ein kurzer Text auf, was man mit diesem Bild machen oder in ihm sehen kann. Auf den ersten oder den beiden letzten Seiten der kleinen Bände finden sich weiter knappe Informationen über die Biographien der Künstler, ihre Ziele oder über die von ihnen gegründete Gruppe. Allen Büchern gemeinsam ist, dass nicht abgehoben über Kunst doziert wird, sondern Anstöße gegeben, Fragen gestellt werden. Ob und wie diese beantwortet werden, bleibt dem Leser überlassen. Interpretationen werden angeboten, nicht aufgezwungen. Die Auseinandersetzung mit Kunst und das genaue Hinsehen ist das Entscheidende, nicht das Wissen über sie. Passend zu dieser Zielsetzung wurde auch das Layout abwechslungsreich gestaltet; so macht das Blättern, Schauen und Nachdenken mit diesen kleinen Büchlein wirklich Spaß - nicht nur Kindern.

Hundert Jahre sind seit Gründung der "Brücke" vergangen. Revolutionär und neu war ihre wilde, farbige, schnelle Art zu malen damals - doch an Aktualität haben diese Bilder kaum verloren. Und vielen Erwachsenen, die Bilder in diesem, inzwischen eigentlich schon traditionellen Stil auch heute noch mit Kopfschütteln betrachten und meinen, das könnten ihre Kinder auch, kann man nur raten, die paar Euro oder Schweizer Franken zu investieren und sich gemeinsam mit ihren Kindern auf das "Abenteuer Kunst" einzulassen.


von Eva Lacour - 25. November 2005
Abenteuer Kunst
Doris Kutschbach
Jürgen von Schemm

Abenteuer Kunst


Paul Klee - Bilder träumen / Brücke - Der Club der wilden Maler / Der Blaue Reiter
Prestel 2005
ca. 30 Seiten, gebunden

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