Wirtschaft

Prinzipien und frische Ideen für Investments

Dieses Buch kommt für die Kleinanleger zum richtigen Moment. In Zeiten der durch die Entscheidungen der Notenbanken verursachten Geldschwemme gibt es für Anleihen kaum mehr Zinsen. Die Privatanleger müssen jetzt auch Optionen prüfen, an die sie früher nicht gedacht haben. Neben Investitionen in Immobilienwerten geraten Aktien als Realwerte stärker in den Fokus. Andererseits haben viele Kleinanleger die in 2008 ausgebrochene Finanzkrise und den damit einhergehenden Zusammenbruch der US-Investmentbank Lehman Brothers, u. a. mit der Folge der ins Bodenlose stürzenden Aktienkurse, noch in frischer Erinnerung. Wer sich nicht den Rat oftmals dubioser Vermögens- bzw. Finanzberater zu eigen machen möchte oder nicht der Empfehlung der Banken oder Fondsgesellschaften, welche eigene Interessen wahrnehmen, folgen will, findet in diesem Buch eine interessante und objektive Alternative. Hier wird der Leser fundiert darüber informiert, wie sich der innere Wert eines Unternehmens bestimmen lässt.

Das einleitende Kapitel macht Mut, überhaupt zu investieren. Der Autor weist u. a. darauf hin, dass sogar die Privatanleger mit eher kleinerem Geldbeutel gegenüber Großanlegern im Vorteil sind. Denn große institutionelle Investoren unterliegen vielen Restriktionen und müssen in relativ kurzen Abständen deutliche Erfolge aufweisen, was bei hohen Anlagesummen verständlicher Weise immer schwieriger wird. Die folgenden Kapitel erklären, wie einige der besten Anleger der Welt Geschäftsmodelle bewerten und Fondsmanager auswählen. In diesem Kontext wird das Spektrum der wichtigsten Ansätze, d. h. neun Strategien des Value-Investing vorgestellt, u. a.:
- Deep Value - Schnäppchen machen wie Benjamin Graham: der "Urvater" des Value Investing, einflussreicher US-amerikanischer Wirtschaftswissenschaftler und legendärer Investor kaufte gerne Aktien, deren Börsenwert unter ihrem Nettoumlaufsvermögen lag und kümmerte sich weniger um die aktuelle Geschäfts- und Gewinnsituation. Anknüpfend an diesen Überlegungen werden die weiteren Fragen, die hierzu zu stellen und zu beantworten sind, behandelt.
- Unterbewertung nach Summe-der-Teile-Analysen: während die meisten Anleger Unternehmen anhand des gesamten Buchwerts oder der Gewinne bzw. der Cashflows als monolithisches Ganzes analysieren, betrachtet dieser Ansatz jeden ihrer unterschiedlichen Geschäftszweige oder Vermögenswerte einzeln. Die Bedeutung hoher Barbestände wie auch des Immobilienbesitzes von Unternehmen, einschließlich Bewertung stiller Reserven, spielt eine erhebliche Rolle. Von besonderem Interesse sind die verschiedenen Filterkriterien für die Suche nach Unternehmen mit unterschiedlichen Aktiva.
- John Greenblatts magische Formel für gute und billige Aktien: der erfolgreiche US-amerikanische Fondsmanager und Privatdozent Joel Greenblatt hat in seinem Buch "The Little Book That Beats the Market" (zu Deutsch: Die Börsenzauberformel) das zunächst fast banale Postulat aufgestellt, dass gute Unternehmen nur zu kaufen sind, wenn sie billig sind. Dieses Modell - interessant für jeden, der mehr Rendite erzielen möchte als im Marktdurchschnitt - wird mit konkreten Handlungsempfehlungen auf der Basis von insbesondere zwei Kennzahlen, die Kapitalrendite (RoIC) und die Gewinnrendite (KGV), vorgestellt. Der Verfasser geht in diesem Kontext insbesondere auf die weiteren essentiellen Punkte ein, die bei der Umsetzung dieser Strategie zu prüfen sind.
- Die weiteren Investment-Ansätze befassen sich mit "Jockey-Aktien" (Geld verdienen mit hervorragenden Managern), "Den Besten folgen" (Chancen in den Portfolios von Superanlegern entdecken), "Kleine Aktien, große Rendite" (Chancen bei wenig beobachteten Small Caps und Mikro Caps), "Sondersituationen" (Geld verdienen mit ereignisgetriebenem Investieren), "Abriss-Aktien" (Investieren oder spekulieren mit hoch verschuldeten Unternehmen) und Value-Investitionen im internationalen Bereich (Suchen nach Anlagechancen jenseits der eigenen Grenzen).

Das vorliegende Buch hebt sich wohltuend von den oftmals üblichen und nur deskriptiv angelegten Publikationen über Geldanlagen ab. Der Verfasser dieses Handbuchs hat an der Yale-Universität als Assistent von Nobelpreisträger James Tobin gearbeitet und sich mit den Themen Risiko und Asset Allocation sowie value-orientierten Geldanlagen befasst. Er verfügt über eigene langjährige Erfahrung mit der "Anlagelandschaft" und ist seit ca. zehn Jahren leitender Redakteur des Manuel of Ideas, der erstklassigen monatlichen Publikation für professionelle Value-Investoren. Sehr gut gelungen ist die klare und schlüssige methodische Vorgehensweise. Zu jeder Strategie wird erklärt, wie der betreffende Ansatz funktioniert, danach werden das richtige Vorgehen und die häufigsten Fehler diskutiert. Darüber hinaus befasst sich der Autor mit den Screening-Prozessen zur Auswahl geeigneter Aktien. Dabei belässt er es nicht bei rein quantitativen Methoden, sondern zeigt Kernpunkte auf, die es anschließend zu überprüfen gilt.

Das Buch ist kein abstraktes bzw. trockenes Lehrbuch zur Theorie der Aktienanlage, sondern spricht den Leser direkt und persönlich als Anleger an. Es ist gut verständlich formuliert und enthält viele lehrreiche Beispiele aus der Finanzpraxis. Für den absoluten Anfänger ist dieses Buch allerdings nicht geeignet. Der Verfasser setzt ein gewisses Basiswissen über Bilanzen und Finanzen voraus und geht davon aus, dass sich der Leser auch tatsächlich mit dem betriebswirtschaftlichen Hintergrund einzelner Unternehmen intensiv befassen will. Dieses Handbuch ist ein hervorragender Praxisratgeber zur Ideengenerierung und zugleich eine Abhandlung über die wichtigsten Prinzipien des Value-Investing. Es ist für Privatanleger sowie für Profis gleichermaßen geeignet und hat alle Chancen, zum neuen Standardwerk des Value Investing zu werden.

Das Value-Investing-Handbuch
John Mihaljevic

Das Value-Investing-Handbuch


Mit bewährten Methoden die besten Investments finden
FinanzBuch 2015
400 Seiten, gebunden
EAN 978-3898798884

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