Kunst

Die Kunst der Illustration

Das vorliegende Buch dokumentiert die Verbindungen zwischen Kunst und Musik auf Langspielplattencovers und illustriert wie die Künstler nach neuen Ausdrucksformen suchten, um für ihre Kunst neue kulturelle Produktionsmittel und Distributionsformen zu finden. Insgesamt sechs Dekaden von 1955 bis heute werden anhand von 500 Beispielen beleuchtet, die aus 3000 Vorlagen ausgewählt wurden, und in alphabetischer Reihenfolge sowohl Modernismus, Pop Art und Conceptual Art sowie Postmodernismus beinhalten.

Von der Kunst des Lärms...

Seit es die Langspielplatte gibt, haben Künstler mit der Langspielplatte als neues Medium und Format für künstlerischen Ausdruck experimentiert. Unter den ersten waren die italienischen Futuristen, die schon 1913 (!) - also vor mehr als 100 Jahren - erste Schritte machten: "L’arte dei Rumori" (The Art of Noise, Kunst des Lärms) von Luigi Russolo und Filippo Tommaso Marinetti’s Manifest "Bombardamento di Adrianopoli/Definizione del Futurismo" wurden auf einem 78rpm Vinyl von der italienischen Filiale des Britischen Labels His Master’s Voice, La voce del Padrone, 1922 veröffentlicht. Der Bauhaus-Professor Laszlo Moholy-Nagy regte schon damals an, das Grammophon als produktives statt als reproduktives Instrument zu benutzen und der Dadaist Kurt Schwitters veröffentlichte schon 1925 seine "Sonate der Urlaute", als Vinyl-Gimmick der 13. Ausgabe der Zeitschrift Merz beigefügt.

...zur Ikonographie von Generationen

Aus der Pop-Ära der Langspielplatte sind vor allem die beiden Alben Sgt. Pepper’s Lonely Heart Club (Beatles mit Artist Peter Blake) Band und die selbstbetitelte Velvet Underground and Nico Ausgabe mit Andy Warhol’s Banane zu erwähnen. Beide erschienen übrigens im Jahr 1967 und wurden zu den populärsten Alben aller Zeiten, gewissermaßen als Ikonographien der Pop Art gelten sie noch heute als wirkliche Album-Kunstwerke. Aber auch viele Fotografen steuerten schöne Alben für die Sammlung der Album-Covers bei, die in vorliegendem Buch im Großformat reproduziert werden. Darunter etwa Robert Mapplethorpe, Nobuyoshi Araki, Gregory Crewdson, Andreas Gursky, Martin Parr, Jeff Wall u.v.a.m. Mit Hilfe der Albumcover als Vehikel durften viele Künstler ihr Publikum auch schockieren, was in anderen Kunstsparten vielleicht weniger möglich gewesen wäre. So mischte etwa Andres Serrano für ein Metallica-Album mit seinem Sperma, Urin und Stierblut. Damien Hirst produziert für die Band The Hours seine bekannten Totenschädel.

Gaga-Manifest: Artpop

Francesco Spampinato will in seinem Buch "Art Record Covers" - nach eigenen Worten - "Phänomene zusammenbringen, die sich seiner Meinung nach komplementär ergänzen trotz der Tatsache, dass sie oft aus klar abgegrenzten Bereichen stammen". Das Pendeln zwischen Underground und Mainstream zeige das Plattencover als vollkommenes Medium für einen erweiterten Kunstbegriff, meint Francesco Spampinato. Als prototypisches Beispiel zum Abschluss sei "Artpop" von Lady Gaga erwähnt, das Jeff Koons 2013 gestaltete und auf dem sie in einem Song singt: "One second I’m a Koons, then suddenly the Koons is me. Pop culture was in art, now art’s in pop culture, in me!"

von Juergen Weber - 02. März 2017 - Short URL https://goo.gl/OQi2VG

Kunst Musik Bildband Kultur USA

Art Record Covers
Francesco Spampinato
Julius Wiedemann (Hrsg.)

Art Record Covers


Taschen 2017
448 Seiten, gebunden
EAN 978-3836540292
Sprachen: Deutsch, Englisch, Französisch

Jung stirbt, wen die Götter lieben

2006 ist Mozartjahr. Wer die Gelegenheit nutzen will, um sich über den Ausnahmekomponisten zu informieren, sollte sich dieses Hörbuch, das auf der vorzüglichen Biografie von Martin Geck beruht, beschaffen.

Lesen

Der Sound des Aufbruchs

Rio Reiser hat deutsche Musikgeschichte geschrieben. Als Sänger und Texter der Band Ton Steine Scherben lieferte er in den Siebzigern den Soundtrack zum Aufbruch einer ganzen Generation.

Lesen

The Doors: die "bösen" Sechziger

50 Jahre Sommer der Liebe: vor 50 Jahren erschien das erste - selbstbetitelte Album der Doors, "The Doors", ein guter Anlass die Autobiographie des Organisten der Doors vorzustellen und zu erfahren, wie er Jim erlebt hat.

Lesen

Die Geburt des Grönland Rock

Grönlands Autonomiebestrebungen in den 1970er Jahren brachten auch die erste erfolgreiche Rockband Grönlands hervor: SUMÉ. Inuk Silis Høegh widmet der Band einen sehenswerten Dokumentarfilm.

Lesen

Rock & Reben: des Rockers Ambrosia

Während man in Wien Reben mit Klassikklängen beschallt, kombiniert ein Düsseldorfer Rockmusik mit Wein. Sein Konzept: "Aufrichtige Metal-Bands keltern und/oder vertreiben ihren eigenen Wein."

Lesen

Hochgeboxt und Herz erobert

Was das schauspielerische Können des "King of Rock’n’Roll" anbelangt, sind die Meinungen geteilt. Auch mit "Kid Galahad - Harte Fäuste, heiße Liebe" darf man nicht zu hohe Ansprüche haben. Ein paar gesangliche Einlagen sind selbstverständlich dabei in diesem Remake aus dem Jahre 1962.

Lesen
Caspar David Friedrich
Peplum
Traumfrauen / Emmanuelle Béart - Cuba Libre
Karl Schmidt-Rottluff
Prinz Eisenherz
Mein Essen mit André
Menschen des 20. Jahrhunderts
On Air: Eighthours
Mozart - Leben in der Musik
Serge Gainsbourg
Fahrenheit 451
New York 1974
by rezensionen.ch - 2001 bis 2017