Geschichte

Umgang mit digitalen Quellen für Historiker

Wieviel Informatik braucht ein Historiker? Eine Antwort auf diese Frage liefert Simon Margulies in seiner Dissertation, die damit ein Thema aufgreift, das bisher nur in Ansätzen bearbeitet wurde. Bei der zunehmenden Menge an digitalen Daten, mit denen auch Geisteswissenschaftler inzwischen zu tun haben, ist ein kritischer Umgang damit notwendig.

Margulies beginnt mit einer ausführlichen Einleitung in sein Forschungsgebiet. Eine Besonderheit ist hierbei seine neu entwickelte Zitierweise, die für herkömmliche wie auch Internetquellen angewendet werden kann. Im ersten Kapitel geht es dann um Hintergrundwissen zur Entstehung digitaler Daten bzw. von Informationssystemen mittels verschiedener informatorischer Konzepte. Das zweite Kapitel widmet sich der Recherche in und den Eigenschaften von Informationssystemen sowie den Möglichkeiten des Information Retrieval. Im letzten Kapitel werden die Probleme bei der Überlieferung von digitalen Daten thematisiert und Lösungsansätze vorgestellt.

Insgesamt ist das Buch von Margulies eine sehr umfassende Darstellung zum Thema digitale Daten in der Geschichtswissenschaft. Der Untertitel "Einführung" ist jedoch etwas irreführend. Als Zielgruppe werden alle Historiker genannt, ein Leser ohne Hintergrundwissen wird jedoch Schwierigkeiten beim Verständnis und der Umsetzung der Ratschläge haben. Zum einen ist der Inhalt relativ abstrakt, da ein konkreter Bezug zum praktischen Umgang mit digitalen Quellen fehlt. Die manchmal schematisierenden Beschreibungen von Lösungen aus der Informatik zeigen eher ein Ideal digitaler Quellen auf, es fehlt jedoch der Hinweis, dass bei der Erzeugung oder Auswertung digitaler Daten oft keine idealen Bedingungen gegeben sind. Bei aller Kritik bleibt jedoch der Wunsch an den Autor, dass das Thema digitale Daten in vereinfachter Form an mehr Historiker herangetragen wird.

Digitale Daten als Quelle der Geschichtswissenschaft
Simon B. Margulies

Digitale Daten als Quelle der Geschichtswissenschaft


Kovac 2009
436 Seiten, broschiert
EAN 978-3830041368

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