Inflationskonsens oder Überforderung?

Ein wichtiger Beitrag zur Inflationsforschung, der jedoch einige Quellen ausser Acht gelassen hat.

Die deutsche Inflation 1919-1923

Seilziehen zwischen den Interessen der Politik und denjenigen der Wirtschaft

Über die Schwierigkeiten der westdeutschen Industrie, nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs den "Osthandel" wieder zu beleben.

Wirtschaftsdiplomatie im Kalten Krieg

Erkaufte Zustimmung

Die Konsumpolitik in der DDR der Sechzigerjahre zeigt, wie die SED-Spitze versuchte, die Zustimmung in der Bevölkerung zu erkaufen.

Herrschaft, Wirtschaft, Anoraks

Weniger ist mehr, oder doch nicht?

"Weniger Staat, weniger Lohn, weniger Freizeit, weniger Anspruch", heisst es überall. Doch Albrecht Müller zeigt den Irrsinn der vermeintlichen Zauberformel auf.

Die Reformlüge

Ist Deutschland bald am Ende?

Folgt man Müllers Argumentation, so hat sich Deutschland mit der Deutschen Einheit sein eigenes Grab geschaufelt.

Supergau Deutsche Einheit

Der deutsche Bankier

Eine grosse Biographie über den mächtigsten deutschen Bankier des letzten Jahrhunderts.

Der Bankier - Hermann Josef Abs

Die WTO aus rechtswissenschaftlicher Perspektive

Die Rechtsordnung des Welthandels umfassend und verständlich erklärt.

WTO-Recht

Die wirtschaftlichen Folgen von Hochwasser, Stürmen, Dürre und Lawinen

Mit extremen Wetterereignissen müssen wir in Zukunft vermehrt rechnen. Was bedeutet das für die Wirtschaft? Welche politischen Forderungen sind damit verbunden und wie können sich die betroffenen Wirtschaftsbranchen wappnen?

Extreme Wetterereignisse und ihre wirtschaftlichen Folgen

Wie Tabak, Kaffee, Tee und Schokolade zur Selbstverständlichkeit wurden

Genussmittel wie Tabak, Kaffee, Tee oder Schokolade waren lange Zeit der Oberschicht vorbehalten. Heute gehören Sie zum Alltag von allen. Diese Entwicklung zeigt die Autorin auf. Eine sehr leserliche wissenschaftliche Arbeit.

Genuss im kulturellen Wandel

Familieninhärentes Unternehmertum

Mit ihrer Bochumer Habilitationsschrift von 2003 legt Carola Groppe, von Hause aus Erziehungswissenschaftlerin, eine äußerst interessante und für die wirtschaftshistorische Forschung gleichsam bedeutende Untersuchung vor. Am Beispiel der Langenberger Seidenfabrikantefamilien Colsman (Bergisches Land), die heute noch in der 8. Generation fortgeführt wird, geht die Autorin der Frage nach, wie Unternehmer "gemacht werden". Carola Groppe konnte auf die umfangreichen, jedoch weit verzeigten, Archivalien der Familie und der Firma zurückgreifen, deren Überlieferungsdichte ein Paradies für jeden Historiker darstellt. Dem Text kommt das später in Form längere und meist spannend zu lesender Zitate zu Gute. Analytisch und methodisch folgt die Autorin folgendem Konzept: Nach einer knappen bildungstheoretischen Einleitung werden die drei Generationen der Familie Colsman, von 1649 bis 1840, als Folie für die Bildungs- und sozialtheoretischen Überlegungen benutzt. Carola Groppe verfolgt dabei stets die gleichen Sozialisationsbedingungen, um die eingangs gestellten Thesen bestätigen zu können: Lebenswelt, Lebensform, Lebensmuster und Kultur, Bildungswege und Protestantische Ethik. Das Fazit: die Unternehmer der Familie Colsman wurden zum Unternehmertum erzogen. Neben der Erziehung der Eltern, spielte vor allem das soziale Milieu, in der die Nachfolger in spe vorbildhafte Lebensmuster erlebten, eine große Rolle. Dass die Unternehmensnachfolge über mehrere Generationen bis heute gesichert ist verdankt die Familie Colsman zudem einem Ausbleiben von intrafamiliären Erbfolgekriegen. Stets bestand ein geeigneter Pool von Nachfolgern. Die Hoffnung auf Weiterführung der Firma ruhte nicht auf einer Person, was am Beispiel Krupps zu erheblichen Problemen führte. Carola Groppe hat eine sehr detaillierte, anspruchsvolle und bisweilen spannende Arbeit vorgelegt, die nicht nur inhaltlich bemerkenswert erscheint, sondern durch die Interdisziplinarität sowohl für die historische- als auch erziehungswissenschaftliche Forschung ein Gewinn ist. Einzig die mangelnde Auseinandersetzung mit der Terminologie lässt negative Kritik notwendig werden: So geht die Autorin nicht auf die in der wirtschaftshistorischen Forschung entflammte Debatte, wie sich Wirtschaftsbürgertum definiert bzw. wann man von Wirtschaftsbürgern anstatt von Unternehmern sprechen kann, ein. Den Wert der vorliegenden Arbeit schmälert das aber nur geringfügig. Man darf auf den zweiten Band, der den Zeitraum von 1840 bis 1922 abdeckt, gespannt sein und hoffen, dass ein baldiges Erscheinen naht.

Der Geist des Unternehmertums

Wo steht Russland?

Bei der Betrachtung Russlands darf nicht vergessen gehen, dass (aus geschichtlicher Sicht) bis vor wenigen Jahren an Stelle der russischen Föderation die Sowjetunion bestand. Wer beim Zusammenbruch der Sowjetunion etwa 30 Jahre alt war, ist heute gegen 45. Das Denken ändert sich langsam und das ist weder erstaunlich noch kann man das irgendjemandem vorwerfen. Roland Haug, von 1994 bis 2002 Nachrichtenchef des früheren SDR und heutigen SWR und bereits als Jugendlicher vom "Mythos Russland" eingenommen, legt mit "Putins Welt" seine Sicht der Dinge vor. Auch wenn er eine recht differenzierte Analyse bietet, ist auch er nicht vor boulevardesker Berichterstattung gefeit. So heisst es im Schlusskapitel zum Schicksal Russlands zwar: "Es besteht nämlich nicht, wie mancher glaubt, ausschliesslich aus Kriminellen, mafiosen Wirtschaftsbossen oder gewissenlosen Geschäftsleuten. Auch die auf ihren eigenen Vorteil bedachten Moskauer Finanzabkrobaten machen nicht die Substanz der Nation aus.", doch im Kapitel "Korruption und Kleptokratie" zeichnet Haug eben dieses Bild. Dort schreibt er u.a.: "Die Korruption hat Russland so durchdrungen, dass es unmöglich scheint, sie zu beseitigen. Das gesamte System würde wie ein Kartenhaus in sich zusammenbrechen." Unverzeilich für eine solche Publikation ist das Fehlen eines Literaturverzeichnisses und die äusserst spärliche Angabe von Quellen. Das fördert die Glaubwürdigkeit nicht. Das eher pessimistische Gesamtbild, das bei der Lektüre vermittelt wird, unterstreichen die ausdrucksstarken, melancholischen Fotografien von Walerij Schtschekoldin, mit denen das Werk reichhaltig ausgestattet wurde. Positive Tendenzen kann Haug hauptsächlich in der Wirtschaft Russlands erkennen. Dies ist weiter keine Überraschung. Hoffnungsträger für die russische Bevölkerung ist und bleibt Putin, wie die letzten Wahlen bestätigten. Dagegen hat man im Westen nicht viel einzuwenden, auch wenn noch einiges im Argen liegt.

Putins Welt