Medien

Go far. Come close. (Swisscom Mobile)

Ein guter Slogan vermittelt in kompakter Form eine kundenrelevante Aussage und beeinflusst das Publikum nachhaltig. Oder anders ausgedrückt: Die kürzeste Wortfolge in der Werbung hat die grösste Wirkung: Name und Claim (oder Slogan). Der Claim ist quasi die sprachliche Essenz eines Unternehmens, einer Dienstleistung und eines Produkts.

Hätten Sie vermutet, dass knapp ein Drittel aller Slogans in der aktuelleren Deutschschweizer Anzeigenwerbung vollständig in englischer Sprache verfasst ist? So schrieb sich etwa die Schweizer Fussballnationalmannschaft während der Weltmeisterschaften im Sommer 2006 das Motto "2006, it’s Swiss o’clock" auf Ihre Flagge bzw. auf den Mannschaftsbus. Weshalb ein englischsprachiges Motto? Wirken englische Werbesprüche grundsätzlich anders als deutsche? In welchen Branchen sind englische Claims und Slogans eher akzeptiert? Gibt es gar Hinweise darauf, in welche Richtung sich diese Akzeptanz entwickelt?

Im Rahmen ihrer Dissertation an der Philosophischen Fakultät der Universität Zürich hat sich Ursina Kellerhals dieser und weiterer Fragen angenommen, indem sie linguistische Forschungsansätze mit Methoden aus den empirischen Sozialwissenschaften verbunden hat. Entstanden ist dabei ein hoch interessantes Werk, das sich nicht unbedingt als leicht verdauliche Bettlektüre eignet, sondern vielmehr auf wissenschaftlicher Basis einen differenzierten Einblick in die effektive Wirkung englisch- und deutschsprachiger Werbung ermöglicht.

In ihrem allgemeinen Überblick über die Werbesprache, in welchem sie sich mit den verschiedenen Kommunikationsprozessen auseinander setzt, hält die Autorin fest, dass sich die englische Sprache rasant über die ganze Welt verbreitet und in Bereichen der Wirtschaft, in Wissenschaft und Forschung sowie in Unterhaltung und Freizeit so präsent ist "dass viele befürchten, dass die Schweizer Identität, vor allem aber die Nationalsprachen, akut gefährdet sind." Sie weist, indem sie eine ältere Studie zitiert, auf die Häufung englischer Elemente in der Werbung hin und vertritt die These, dass das Englische oft nur "um des Englischen willen" eingesetzt werde, ohne dass die Sprache auf die Herkunft des Produkts oder auf Internationalität hinweise.

Im Hauptteil Ihrer Arbeit widmet sie sich den Funktionen und der Wirkung englischer Elemente in der Deutschschweizer Anzeigenwerbung und stellt unter anderem die spannende Frage, von welchen Faktoren die Akzeptanz englischsprachiger Claims und Slogans abhänge. Sie zeigt auf, dass solche überdurchschnittlich häufig in den Segmenten "Fluggesellschaften", "EDV, Elektronik, Fotografie", "Telekommunikation" und "Automobil" verwendet werden.

Ursina Kellerhals vermittelt mit ihrer sauber recherchierten, sorgfältig aufgebauten und kurzweilig formulierten Arbeit nicht nur Insidern aus der Marketing- und Werbebranche wertvolle Impulse.

"There’s No better way to Fly"
Ursina Kellerhals

"There’s No better way to Fly"


Die Wirkung englischer Slogans in der deutschschweizer Anzeigenwerbung
Rüegger 2008
256 Seiten, broschiert
EAN 978-3725309016

Geschichte, Kultur und Lebensweise der Türkvölker

Dieser monumentale und schön bebilderte Band gibt einen beeindruckenden Überblick über Geschichte, Kultur und Lebensweise der Türkvölker.

Lesen

Das Farbwörterbuch

60 Teilnehmer haben für dieses grossformatige, über 860 Seiten umfassende Werk unabhängig voneinander Farbkompositionen zu 360 Adjektiven gemalt.

Lesen

Reden, die die Welt veränderten

Jelinek versammelt im vorliegenden Werk über 35 historische Reden von der Antike bis zur Gegenwart und erläutert deren historischen Kontext sowie die Wirkung, die sie entfalteten.

Lesen

Artaud = Mutter, Vater und ich

Der Philosoph, Schriftsteller und Schauspieler Mehdi Belhaj Kacem aus Tunesien betrachtet in seinem Essay resp. Vortrag das Wirken Antonin Artauds auf die französischen Intellektuellen seiner Zeit.

Lesen

Pragmatismus im Urwald

Daniel Everett reiste als Missionar mit Frau und Kindern zu den Pirahã-Indianern ins Amazona-Gebiet. In seinem ungemein lesenswerten Bericht schildert er, wie er die Kultur und vollkommen fremde Sprache der Pirahã lernte.

Lesen
Politik und Massenmedien
Medienarbeit 2.0
Der Buchmarkt als Kommunikationsraum
Forschung in der digitalen Welt
Hans Ulrich Kempski berichtet
Die Geschichte der Basler Zeitung / Zeitungen und ihre Zeit
Schrecklich amüsant - aber in Zukunft ohne mich
Prix Pictet 2009 - Earth
Bildrecherche für Film und Fotografie
Auch richtig ist falsch
Propaganda
Zeitoun
by rezensionen.ch - 2001 bis 2018