Echo eines Verschwindens
Regula Portillos dritter Roman ist eine berührende, zarte Geschichte über das plötzliche Verschwinden eines liebgewonnenen Menschen. Anna, die Protagonistin, ist Pflegerin in einem Altenheim, lebt seit ihrer Trennung von Tom alleine in ihrer Wohnung in Bern und bietet hin und wieder Gästen aus aller Welt eine Übernachtungsmöglichkeit, vermittelt über eine Plattform, wie sie sie selber früher genutzt hat, als sie noch häufiger auf Reisen war.
Oliver, ein junger Amerikaner, ist ihr neuer Gast. Sie verstehen sich gut, er bereitet gleich am ersten Abend ein gemeinsames Essen zu. Ein paar Tage verbringt Anna ihre Freizeit mit ihm. Er lernt ihren Bruder Flo und ihre Nichte Lara kennen, holt sie auf der Arbeit ab. Oliver ist ein Gast, zu dem Anna wohl auch nach seiner Abreise Kontakt halten wird. Er möchte eine Freundin in Zermatt besuchen, wenn er dann zurück ist, wird sich Anna für das Abendessen revanchieren und ihn bekochen. So der Plan. Doch dazu kommt es nicht. Oliver verschwindet spurlos. Ihre anfängliche Verärgerung, dass er sie einfach sitzen lässt, ohne sich zu melden, weicht der immer grösser werdenden Sorge, dass ihm etwas zugestossen sein könnte. Anna macht Olivers vorherigen Gastgeber, Samuel, ausfindig, bei dem er in Basel war, schaltet schliesslich die Polizei ein und lernt dann sogar seine Mutter kennen, die aus den USA gekommen ist, um ihren Sohn zu finden. Zusammen mit der Mutter und Samuel geht sie nach Zermatt, um wenigstens irgendeine Spur zu finden.
So eine Geschichte könnte sich zu einem veritablen Thriller entwickeln, mit unerwarteten Wendungen und einer sich aufbauenden Spannung, die in ein überraschendes Finale mündet. Das ist aber nicht das, was Portillo daraus macht. Ohne Effekthascherei konzentriert sie sich auf das, was die Situation aus ihrer Hauptfigur macht. Auf die anfängliche Unsicherheit, gemischt mit etwas Wut, auf die zunehmenden Sorgen, das Grübeln darüber, was mit Oliver passiert sein könnte und die Gedanken, die sich immer wieder um Oliver drehen, obwohl sie ihrer Arbeit nachgeht, Freunde und Verwandte trifft und ihr Leben eigentlich so lebt wie vorher. Die Spannung ist natürlich vorhanden, man will als Leser wissen, was passiert ist (man erfährt es schlussendlich auch), aber die Essenz des Buches ist nicht der Plot, sondern die latente Unruhe, die sich in Annas Alltag geschlichen hat. Portillo versteht es, diesen Alltag realitätsnah spürbar zu machen und die Beziehungen zwischen den Figuren, die sich im Laufe der Handlung teilweise wandeln, in Worte zu fassen. Ein schönes Stück Literatur, das einen am Leben der Figuren teilhaben lässt.
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