Kunst

Videokunst satt: Die herausragendsten Videoarbeiten der letzten 40 Jahre in Deutschland

Es ist ganz sicher eines der Kulturhighlights des Jahres 2006: Das Projekt "40jahrevideokunst.de". Fünf deutsche Museen werfen noch bis zum 21. Mai 06 in unterschiedlichen Ausstellungen einen Blick zurück auf vierzig Jahre Videokunst in Deutschland: Das K21, die Kunsthalle Bremen, das ZMK, das Museum der Bildenden Künste Leipzig sowie die Städtische Galerie im Lenbachhaus würdigen damit eine Produktionsform, die sich in den vergangenen vierzig Jahren einen festen Platz in der Gegenwartskunst erobert hat. Und sie betreiben auch ein wichtiges Stück Sicherung dieses digitalen Erbes, das im Begriff ist regelrecht zu verfallen.

Im Hatje Cantz Verlag ist die entsprechende Publikation zu dem Projekt erschienen. Sie bietet dem Leser eine exemplarische Auswahl der wichtigsten Videoarbeiten, die von 1963 bis 2004 in Deutschland entstanden sind. Insgesamt werden 59 herausragende Einzelarbeiten in Text und Bildausschnitten jeweils auf zwei bis drei Doppelseiten vorgestellt: Ob Wolf Vostells "Sun in your head", Jan Dibbets` "TV as a Fireplace" oder Jan Verbeeks "On a wednesday night in Tokio" - mit dabei sind sowohl die Protagonisten der Anfangsjahre als auch die Werke zeitgenössischer junger Künstler. Ein Querschnitt, der anschaulich zeigt, dass selbst die relativ junge Videokunst inzwischen in die Jahre gekommen ist: Die frühen Arbeiten der 60er Jahre sind nicht nur oft unscharf, verrauscht und schwarzweiß, sie sind vor allem mit museal anmutenden Videokameras entstanden. Heute können viele Werke nicht mehr abgespielt werden, weil schlicht die Geräte nicht mehr existieren.

Dem Projekt "40jahrevideokunst.de" sei dank, kann der Leser Ausschnitte aus allen 59 vorgestellten Arbeiten sowie zusätzliches Begleitmaterial zum ersten Mal auf einer beiliegenden DVD-ROM bestaunen. Präsentiert werden dabei auch Künstler, die nach einer engen Definition nicht zum klassischen Genre der Videokunst zu zählen sind, etwa Sammuel Beckett, Peter Roehr, Rebecca Horn oder auch Jörg Herold.

Neben den Videoarbeiten, die mit kompetenten Werkkommentaren versehen sind, bietet der Katalog sechs lesenswerte Essays mit Überblickswissen zum Thema. Kunsthistoriker, Kuratoren und Philosophen führen in die Anfänge und aktuellen Tendenzen der Videokunst ein, beleuchten den Videokunstmarkt und stellen Fragen zur Präsentation, Konservierung und Restaurierung von Videokunst.

40 Jahre Videokunst in Deutschland - eine historische und aktuelle Werkschau, die sich lohnt und längst überfällig war. Der entsprechende Katalog ist sowohl inhaltlich als auch formal gelungen und bietet dem Leser zum ersten Mal einen derartig vielfältigen Überblick. Das ZMK plant, das Projekt mit einem Teil 2 und neuen Forschungsergebnissen fortzuführen. Wir dürfen also gespannt sein.

40jahrevideokunst.de
Rudolf Frieling (Hrsg.)
Wulf Herzogenrath (Hrsg.)

40jahrevideokunst.de


Digitales Erbe: Videokunst in Deutschland von 1963 bis heute
Hatje Cantz 2006
400 Seiten, gebunden
EAN 978-3775717175
Teil 1

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