Familiengeschichte über drei Generationen

Erich Hackl erzählt die bewegende Geschichte der Familie Salzmann, geprägt von Verfolgung und Diskriminierung bis in in die 90er-Jahre und begleitet von einem undurchdringlichen Schweigen zwischen den Generationen.

Familie Salzmann

Die Vergangenheit der Gegenwart

Ein junger Mann stößt mitten in einer persönlichen und beruflichen Krise auf Kriegsfotoalben seines Onkels aus dem Ersten Weltkrieg. Je länger er sich mit den Fotos beschäftigt, desto mehr verliert er sich in die schwarz-weiß-Bilder aus einem Krieg, der für den jungen Mann zunehmend lebendig wird. Besonders angetan hat es ihm eine verwischte Abbildung eines sogenannten Spiegelkastens.

Der Spiegelkasten

Sieben Geschichten - sieben Lebenslügen

Bernhard Schlink sind sieben überzeugende Geschichten gelungen, die einzeln gelesen zum Nachdenken anregen, zahlreiche Fragen aufwerfen, schön arrangiert und in sich stimmig sind. In der Aneinanderreihung der Texte verlieren sie leider beträchtlich an Wirkung.

Sommerlügen

Die Last der Vergangenheit

In Leon de Winters neuem Roman wird Israel eine düstere Zukunft prophezeit. Allerdings mangelt es in "Das Recht auf Rückkehr" an politischer Ernsthaftigkeit und utopischer Weitsichtigkeit. Hochspannend ist de Winters Buch dennoch.

Das Recht auf Rückkehr

Blick hinter die Kulissen der Glamourwelt

Nicht alles, was es von Paulo Coelho zu lesen gibt, ist über alle Zweifel erhaben und reicht an "Der Alchimist" heran. Das vorliegende Werk wird aber all jenen gefallen, die schon sein bekanntestes Buch rühmen.

Der Sieger bleibt allein

Seelenreinigende Grundnahrungsmittel

Zwei Werke des stimmungsvollen Zeichners, die Geschichten von wahrer Liebe und echter Freundschaft erzählen.

Benjamin Kiesel: Die Geschichte einer Freundschaft - Für Romantiker

Individualität und Gesellschaft

Ein gesellschaftskritischer Roman über zwei Liebende, deren Glück aufgrund von Rollenbildern, Klischees und Konventionen in Frage gestellt wird.

Am Strand

Ideologien und ihr Scheitern

Ideologien und ihr Scheitern. Mit diesem Thema setzt sich Bernhard Schlink auseinander, indem er die Geschichte des RAF-Mitglieds Jörg erzählt. Ein beeindruckendes Werk.

Das Wochenende

Wenn einer plötzlich fernbleibt

Ein Meisterwerk von Sempé, mit dem der Autor dank der gelungenen Text-Bild-Kombination nicht nur ein literarisches, sondern zugleich auch ein künstlerisches Ausrufezeichen setzt.

Monsieur Lambert

Ganz normaler Beziehungstod

Minière erzählt von einem Mittdreissiger, der während eines gewöhnlichen Möbeleinkaufs plötzlich merkt, dass er nicht sein Leben lebt, sondern einen einzigen unglücklichen Kompromiss. Ein intelligenter Beziehungsroman: schnörkellos, glaubwürdig, packend.

Ein ganz normales Paar

Der kleine Nick lebt!

Der kleine Nick als Hörbuch: Rufus Beck haucht dem kleinen Nick mit seiner Stimme Leben ein. Man wähnt sich in der eigenen Schulzeit.

Der kleine Nick erlebt eine Überraschung

Der Schatz, der jahrelang in einem Karton lag

"Der kleine Nick" hat Millionen von Lesern begeistert. Vor wenigen Jahren tauchten unverhofft weitere verschollen geglaubte Geschichten des kleinen Lausbuben auf. Nun sind sie endlich ins Deutsche übersetzt worden.

Neues vom kleinen Nick

Kamillentee gefällig?

Kolumnen-Recycling, das man sich hätte sparen können.

Huber spannt aus

Abschied von sich selbst

Grünberg vereint Groteskes, Tragisches und Trauriges zu einer überaus unterhaltsamen, ja witzigen Prosa.

Der Vogel ist krank

Zurück aus dem Urlaub

Donna Leons Krimis sind ein sicherer Wert.

Beweise, dass es böse ist

Die Rätselhaftigkeit eines alten Sonderlings

Es ist ein Zeichen seiner Prosakunst, dass er Herrn Sommers Lächerlichkeit genauso wie die seinem Schicksal innewohnende Tragik darzustellen weiss, ohne sich auch nur ein einziges Mal im Ton zu vergreifen.

Die Geschichte von Herrn Sommer

Mutter, Mutter

Vermutlich wäre der Geliebte der Mutter gar nicht erwähnt worden, wäre er nicht ein erfolgreicher Dirigent gewesen. Nein, die zentrale Figur in Urs Widmers Roman ist die Mutter selbst. Eine Mutter, die keine war. Clara, so heißt die Mutter im Roman, wuchs mit einem despotischen, patriarchalischen und neureichen Vater auf, verlor bereits in den Mädchenjahren die eigene Mutter und hatte daraufhin deren Funktion zu übernehmen. Anstelle einer eigenen Ausbildung nachzugehen, spielt sie stellvertretend für ihre eigene Mutter die Rolle einer "besseren Dame". Durch den plötzlichen Tod des Vaters und dem unter anderem auch damit verknüpften finanziellen Ruin steht sie vor dem Nichts.Sie heiratet dann und hat einen Sohn, wird jedoch - er ist gerade dreijährig - in die Psychiatrie eingewiesen. Unter Depressionen leidend, versucht sie wiederholt sich umzubringen. Mit vierundachtzig Jahren stürzt sie sich aus dem Fenster. Und so beschreibt sie ihr Sohn: "Vielleicht war ihre Art, dass sie oft starr in einer Zimmerecke stand, mit Augen, die nach innen sahen, geballten Fäusten, einer glühenden Hitze im Hirn. Sie atmete kaum mehr dann, stöhnte zuweilen auf." (S. 12 ) Dieser sehr spannend und hervorragend geschriebene, stark autobiografisch geprägte Roman zeichnet sich durch einen eigenwilligen, aber brillanten Kontrast zwischen der Dramatik der Ereignisse und der emotionslosen Darstellung aus. Im nachfolgenden Beispiel ist die Beziehungslosigkeit der Mutter zu erkennen, auf die das Kind reagiert, indem es sich einmauert. So schildert Widmer das Verhalten der Mutter, als 1945, von weitem winkend, der Vater aus dem Aktivdienst zurückkommt: "Die Mutter hob eine Hand, winkte auch. "Hund", sagte sie zum Hund. "Von heute an müssen wir den Frieden bestehen, wir zwei." Sie stand auf und stieg über das Kind hinweg, das auf dem Boden saß und mit Steinen eine Burg baute, ein uneinnehmbares Kastell, und ging ins Haus." (S. 103) Aber das Kind hatte nicht nur keine Mutter, es hatte Angst vor ihr und empfand sie als bluttriefenden Vampir - "Sie saugte ihre Opfer leer, ließ ihre Hülle zurück. Das war ihr Sieg." - nicht zuletzt, weil die Mutter ihre Todessehnsüchte nicht nur aussprach, sondern das Kind auch "mitnehmen" wollte: "Kein Tod den sie nicht auf ihrer Liste hatte. Und natürlich vermeinte sie [...], das Kind mitnehmen zu müssen. Das tat keine gute Mutter, ihr Kind allein zurücklassen." "Sie träumte - oder träumte das ihr Kind? -, ihr Kind äße sein eigenes Herz, weil es sich vor der Nahrung der Mutter fürchtete. Es sei wahnsinnig geworden das Kind" (S. 116). Insgesamt handelt es sich um eine Geschichte, die das Leben schrieb, wenn nicht Urs Widmer sie noch viel besser geschrieben hätte. Gut wäre, wenn Widmer dem Buch über die Mutter (2000) und über den Vater (2004) jetzt ein Buch über das Kind folgen lassen würde ...

Der Geliebte der Mutter