Aufgeräumt mit Mythen über Veganismus und Übergewicht
Ein Bestseller und ein Underdog mit Schnittmengen beim Thema Ernährung. Besonders Nadja Hermann räumt mit ihrem Buch "Fettlogik" weit verbreitete Mythen zum Thema Übergewicht auf, während Christian Koeder ein umfassendes Handbuch des Veganismus liefert.
Zuerst zum Underdog. Koeders Buch "Veganismus" ist im Selbstverlag erschienen und sieht auch von außen nicht so aus, als ob es aus einem der großen Verlagshäuser käme: Die Rückseite ziert ein schönes Bild eines Elefantenkopfes, aber kein Klappentext. Auch eine Einleitung fehlt. Wem das Buch in die Hand fällt, stellt sich erstmal die Frage, worum es hier geht und was darin steht. Sobald man begriffen hat, dass es sich um eine Art Nachschlagewerk zum Thema Veganismus handelt, lässt es sich auch gut als solches verwenden. Und ist mit über 600 dicht beschriebenen Seiten auch eine Wucht. Es strotzt nur so vor Informationen, die auch mit Quellen belegt sind. Leider lässt das Layout etwas zu wünschen übrig, denn nicht immer ist sofort erkennbar, auf welcher Ebene ein Abschnitt steht und wozu er gehört. Dennoch ist es sehr hilfreich und wohl eine Art Bibel für jeden engagierten Veganer. Auch jene, die sich überwiegend für die Gesundheitsaspekte und Nährstoffe interessieren, kommen voll auf ihre Kosten. Außerdem behandelt der Autor auch ökologische Aspekte, Tierrechte und politische Organisationen. Ein echtes Handbuch also.
An ein breiteres (hihi) Publikum wendet sich Nadja Hermann mit ihrem Buch "Fettlogik überwinden". Mit dem Begriff Fettlogik sind die Glaubenssätze und Mythen gemeint, die ein Abnehmen Übergewichtiger vermeintlich verunmöglichen oder unnötig erscheinen lassen. Mit Anfang 30 hat die Autorin 3 Zentner auf die Waage gebracht - und es schließlich geschafft, ihr Normalgewicht zu erreichen und weniger als die Hälfte zu wiegen. Denn sie hat nachgebohrt und nachrecherchiert, was an den weit verbreiteten Auffassungen zum Dicksein dran ist. So konnte sie gezielter ihr Verhalten anpassen und Gewicht verlieren. In den kurzen Kapiteln gibt sie nun weiter, was sie als Mythos entlarven konnte: So zum Beispiel gleich zu Beginn, "Ich esse nur 1000 kcal und pro Tag und nehme nicht ab!". Ihren Recherchen und eigenen Erfahrungen zufolge, stimmt das einfach nicht, weil sich die Leute grob verschätzen, wenn sie die Kalorien nur überschlagen. Und so geht es im Buch munter weiter. Interessant ist außerdem, wie das Umfeld der Autorin auf ihren Körper und ihren Gewichtsverlust reagiert hat: oftmals nämlich nicht gerade ermutigend, obwohl mit dem Übergewicht ihre Gesundheit bedroht war. Ein in vielerlei Hinsicht entlarvendes Buch.
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