Das Klima der letzten 1'000 Jahre

Rüdiger Glaser ist es geglückt, präzise Daten zum Klima jeden Jahres seit 1500 zwischen Nord- und Ostsee, Oder und Rhein sowie Dezennienindizes für die davor liegenden 500 Jahre zu errechnen.

Klimageschichte Mitteleuropas

Soziologisches zu unserer Umwelt

Wer sich mit Umweltsoziologie beschäftigt, begegnet zwangsläufig den Autoren Andreas Diekmann und Peter Preisendörfer, denn sie gehören im deutschsprachigen Raum zu den einschlägigen Wissenschaftlern des Umweltbereichs. Eine Einführung in die Umweltsoziologie, wie sie das vorliegende Taschenbuch bietet, gab es bisher nicht. Grundlegende Standardwerke waren bis anhin Aufsatzsammlungen, wie zum Beispiel Diekmann, Andreas / Jaeger, Carlo C. (Hrsg.) 1996: Umweltsoziologie, Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie Sonderheft 36, Westdeutscher Verlag oder Monografien, deren Autoren aber jeweils einer bestimmten Richtung zugeordnet werden können, wie zum Beispiel Beck, Ulrich 1986: Risikogesellschaft - Auf dem Weg in eine andere Moderne, Suhrkamp. Aufsatzsammlungen enthalten zwar ein Fülle von Information, sind aber als Einführungstext weniger geeignet, da sie nur grob strukturiert werden können. Monografien, die einer bestimmten Theorie bzw. Sichtweise verpflichtet sind, geben der Forschung zwar neue Impulse, aber keinen befriedigenden Überblick über das Fach, da sie dies auch nicht anstreben. Dass nun ein Einführungshandbuch zur Umweltsoziologie erschienen ist, wertet den Stellenwert der Umweltsoziologie als eingenständiges Teilgebiet der Soziologie auf und erleichtert den Einstieg in die Materie erheblich. Die Autoren vermitteln das nötige Grundwissen und vermeiden Exkurse, die in einer Einführung nicht angebracht wären. Im ersten Kapitel legen sie dar, welche Stellung und Aufgabe die Soziologie in der Umweltforschung hat und wie die Zusammenarbeit mit den Naturwissenschaftern gestaltet werden sollte. Anschliessend gehen sie auf Theorien der Modernisierung, Systemtheorie, die Perspektive des Konstruktivismus und die Theorie des rationalen Handelns ein, wobei sie deren Stärken und Schwächen einschätzen. In einem gesonderten Kapitel befassen sie sich dann mit der in ihren Augen zentralen Perspektive von Umweltproblemen als Allmende- oder soziale Diemma-Situationen. Kapitel IV ist dann dem Umweltbewusstsein und Umweltverhalten von Individuen gewidmet. Hierzu gehört die Problematik der statistischen Erhebung von Umweltbewusstsein und -verhalten, sowie die scheinbare Diskrepanz zwischen Bewusstsein und Verhalten. Das darauffolgende Kapitel befasst sich mit denselben Fragen in Bezug auf Wirtschaftsunternehmen. Hier versuchen sie, Fragen zu beantworten, wie: "Ist es so - wie die "Schönwetterthese" nahe legt -, dass sich nur erfolgreiche Unternehmen den "Luxus" des Umweltschutzes leisten können? Oder sind genau umgekehrt Unternehmen auf dem Markt erfolgreicher, wenn sie sich systematisch um Umweltbelange kümmern und eine "ökologische Reputation" aufbauen?". Die beiden abschliessenden Kapitel handeln dann einerseits von sozialen Bewegungen und daraus hervorgegangenen Organisationen sowie andererseits von dem politischen Umgang mit Umweltfragen. Das Buch gibt einen guten Überblick über die Umweltsoziologie und ist wohl in die Reihe der Standardliteratur einzuordnen. Allein schon die Literaturangaben sind sehr nützlich.

Umweltsoziologie

Mensch und Natur

Das vorliegende Werk basiert auf einer Ringvorlesung am Historischen Seminar der Ludwig-Maximilians-Universität München. Die Beiträge stammen von Experten aus Deutschland und der Schweiz. Die junge Disziplin Umweltgeschichte ist ein weiträumiges und interdisziplinäres Forschungsfeld. Eine allgemeine Definition ist nicht einfach zu finden. Sie könnte etwa - gemäss Wolfram Siemanns einleitendem Beitrag (Umwelt - eine geschichtswissenschaftliche Grundkategorie) - lauten: Die Umweltgeschichte soll die "Wechselwirkungen zwischen Mensch und Natur" erforschen. Eine solche Definition unterstreicht die Komplexität dieser Disziplin. Anstatt sich den Kopf zu zerbrechen, wie denn eine abstrakte Definition lauten könnte, sollte man die Beiträge lesen, denn sie geben ein gutes Bild: Hansjörg Küster Die wissenschaftliche Botschaft der Umweltgeschichte für den Umgang mit der Natur, Umwelt und Landschaft Küster betont die Dynamik und plädiert für ein neues Verständnis von Ökologie, dass nicht auf Zuständen, sondern auf Entwicklung beruht. Rolf Peter Sieferle Nachhaltigkeit in universalhistorischer Perspektive Sieferle entwickelt als erstes sein Konzept von Nachhaltigkeit und wirft dann aus dem Blickwinkel der Nachhaltigkeit einen Blick in die Vergangenheit, auf Jäger und Sammler, Agrargesellschaften aber auch auf die industrielle Transformation. Christian Pfister Energiepreis und Umweltbelastung Zum Stand der Diskussion über das 1950er Syndrom Pfister geht der umweltgeschichtlichen These nach, der 1950 einsetzende Schub des globalen Energieverbrauchs sei mit den "Billigpreisen" für fossile Energieträger zu erklären. Franz-Josef Brüggemeier Eine trostlose Gegend? Umwelt im Ruhrgebiet 1800-2000 Laut Brüggemeier kann anhand des Ruhrgebiets gezeigt werden, wie gross Umweltprobleme werden können, aber auch dass deutliche Verbesserungen möglich sind. Ulrike Gilhaus Umweltgeschichte in der Praxis Das Westfälische Industriemuseum Gilhaus befasst sich mit Westfälischen Industriemuseum, ein dezentral organisiertes Landesmuseum für Industriekultur, das für einen neuartigen Museumstypus steht. Winfried Schenk Historische Geographie. Umwelthistorisches Brückenfach zwischen Geschichte und Geographie Schenk positioniert dieses Fach in der Wissenschaftslandschaft anhand der fachspezifischen Fragestellungen und Methoden. Albrecht Lehmann Aspekte populären Landschaftsbewusstsein Lehmann entwickelt vom Standpunkt der Volkskunde eine erfahrungsgeschichtliche Perspektive zum Landschaftsbewusstsein. Joachim Radkau Nachdenken über Umweltgeschichte Radkau setzt sich grundlegend mit der Vereinigung von Geschichte und Natur auseinander.

Umweltgeschichte