Das Fremde und die Sprache
Yoko Tawada - sie kam 1979 nach Deutschland, lebt überwiegend in Hamburg und schreibt sowohl in japanischer als auch deutscher Sprache - hat mit "Überseezungen" ein Buch vorgelegt, dass vielleicht von Zungen aus Übersee oder von Übersetzungen handelt, überwiegend aber von Sprachen. Von Sprachen, den Menschen, die sie sprechen, den Kulturen, die sich in ihnen ausdrücken und von den Gefühlen, die man beim Sprechen hat.
Um diese Themen gruppieren sich eine Reihe kurzer Geschichten, in denen die Autorin immer wieder ihren Assoziationen nachgeht. Diese Assoziationen sind Bilder, Geschichten, Wörter, Gefühle. Sie sind real. Tawada nimmt sie ernst. So wird der surrealistisch anmutende Stil vom literarischen Mittel zum Werkzeug, sich fremden Kulturen und Sprachen zu nähern und sie zu erkunden. Dies geschieht auf derart spielerische, lockere Art, dass man als Leser an vielen Stellen unwillkürlich lacht. Dabei sind die Texte echte Lehrstücke über kulturelles Lernen. Man sollte sie darum nicht "nur" ihrer literarischen Qualität wegen lesen; die Geschichten können für jeden, der eine Fremdsprache lernt oder lehrt, ausgesprochen hilfreich sein.
Tawadas Assoziationen teilen uns als Deutschen viel über uns selbst und unsere Sprache mit. Der Blick von außen ist oft schärfer als die Innensicht: z. B. dass für viele Japaner die Muttersprache etwas Heiliges, Unantastbares ist, mit der man seine Identität sichert, während in Deutschland "die Sprache ein Besitztum sein muss" (S. 110). Die Deutschen glauben, dass "man eine Fremdsprache nie so gut beherrschen könne wie die Muttersprache. Man bemerkt sofort, dass das Wichtigste für sie die Beherrschung ist. Meiner Meinung nach ist es überflüssig, eine Sprache zu beherrschen. Entweder hat man eine Beziehung zu ihr oder man hat keine." Damit verliert die (Mutter)Sprache - und damit auch die mit ihr verbundene Kultur - ihre Exklusivität.
Das Ganze ist so sympathisch, weil Tawada das Fremde nicht als bedrohlich, das Eigene als überlegen schildert; für sie löst das Fremde Neugier aus. Sie untersucht es und experimentiert damit. Eine äußerst erfolgreiche Bewältigungstechnik, die man sich merken sollte; so kann Multikulturalität funktionieren!
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