Sprache

Eine Liebeserklärung an die deutsche Sprache

Darüber, wie man korrekterweise die deutsche Sprache verwenden sollte, gehen die Meinungen weit auseinander. Manch einer, wie der deutsche Sprachkritiker Bastian Sick tourt durch die Republik und füllt mit dem Aufzählen sprachlicher Fehler ganze Hallen. Andere, wie der Germanist und Feuilletonchef der "Süddeutschen Zeitung", Thomas Steinfeld, kommen mit einer Liebeserklärung an die deutsche Sprache viel stiller daher, sein Buch ist aber nicht minder wirkmächtig. In "Der Sprachverführer. Die deutsche Sprache: was sie ist, was sie kann" nimmt Steinfeld den Leser mit auf einen historischen Streifzug durch die Werke der Klassiker, anhand derer er die Geschichte und die Möglichkeiten dieser seiner eigenen Sprache erläutert.

Im ständigen Rekurs auf die Glanzlichter der deutschsprachigen Literatur vermeidet er den Kulturpessimismus, den das Thema auf den ersten Blick nahe zu legen scheint. Dass das Deutsch selbst keine immergleiche Sprache ist, deren Regeln einfach wie aus einer Stilfibel zu erlernen sind, gegen solche Vorstellung erwehrt sich Steinfeld. Da ist zum Beispiel das Substantiv. Das Hauptwort, wie es auch manchmal genannt wird, ist eines der zentralen Kategorien in der Grammatik, bezeichnet es doch den Gegenstand, über den der Sprecher reflektiert. Mit diesem Wissen ausgestattet kann man schnell intuitiv einen falschen Schluss ziehen und denken, das Substantiv habe es in dieser Form - abgesehen vom sprachlichen Wandel - schon immer gegeben. Substantive sind die Dinge der Welt und sie werden groß geschrieben. Doch was heute selbstverständlich scheint, ist nicht immer so gewesen - weder das Großschreiben noch das Dingliche. Der große Mystiker des 17. Jahrhunderts Jakob Böhme, der Humorist Christian Morgenstern, alle großen Dichter und Denker haben das heutige deutsche Substantiv zu dem gemacht, was es ist: eine Möglichkeit, dingliches, nicht-dingliches und gänzlich unmögliches sprachlich zu fassen.

Das schöne an dem Buch ist es, dass es den Leser an die Hand nimmt und auf all die Selbstverständlichkeiten hinweist, die man sonst en passant mitliest. Auch wenn es nicht Thomas Steinfelds Intention gewesen ist, "Der Sprachverführer" verführt nicht nur zur deutschen Sprache, im besten Fall ist das Buch auch eine Anleitung dazu, bewusster mit der eigenen Sprache umzugehen.

Der Sprachverführer
Thomas Steinfeld

Der Sprachverführer


Die deutsche Sprache: was sie ist, was sie kann
Hanser 2010
272 Seiten, gebunden
EAN 978-3446234161

Der untypische Wiener

Le Rider arbeitet die zentralen Elemente im literarischen Werk des meistgelesenen Autors der Wiener Moderne heraus und beleuchtet die kritische Perspektive, die dieser in Bezug auf die gesellschaftlichen Konflikte der damaligen Zeit einnahm.

Lesen

Ein Mann - doch wie viele Identitäten

Max Frischs 1954 erschienener Roman über einen Mann, der nicht sein will, wer er ist, als Hörbuch.

Lesen

Die provozierende Gleichgültigkeit

Albert Camus gelang mit dem schmalen Roman "Der Fremde" der Durchbruch. Ulrich Matthes trifft den richtigen Ton, um die Eigenart der Hauptperson wiederzugeben.

Lesen

Weiterdenken verlangt

Nach den legendären Tagebüchern, die 1950 und 1972 erschienen, arbeitete Max Frisch seit 1982 an einem dritten. Wieder werden äußere Ereignisse zu Kristallisationspunkten: Das Verhältnis zu einer jüngeren Frau, der Kalte Krieg, der Krebstod eines Freundes - Frisch verarbeitet sie zu brillanten Nachdenklichkeiten über Leben und Sterben, Momente des Glücks und die Last des Alterns.

Lesen

Franz Kafka und Berlin

Hans-Gerd Koch unternimmt eine Reise in das legendäre Berlin des frühen 20. Jahrhunderts. Und er erzählt von Franz Kafkas spezieller Beziehung zu dieser Stadt und wie der Schriftsteller seinen Wunsch, nach Berlin zu ziehen, nach über zehn Jahren umsetzte.

Lesen

Die große Leidenschaft der Tschechen

Die Tschechen und ihr Bier: 144 Liter davon verputzt im Schnitt jeder Einwohner pro Jahr. Grund genug, den Trinkgewohnheiten unserer Nachbarn und vor allem ihrem Fundament einmal vor Ort nachzuspüren. Beppo Beyerl hat dies getan.

Lesen
Phonetik aktuell
Tangram aktuell 1
Güle güle - Türkisch für Anfänger
Deutsch für Anfänger - German for Beginners
Passwort Deutsch
Schritte
Türkisch Lehrbuch Grammatik
Der Italienisch-Intensivkurs
Lexiface global Englisch
Intensivkurs Spanisch
Crash Kurs Latein
Spanische Grammatik
by rezensionen.ch - 2001 bis 2018