Ulrich Wüsts Fotografien
Ulrich Wüst wurde 1949 in Magdeburg geboren, studierte von 1967 bis 1972 an der Hochschule für Architektur und Bauwesen, Weimar, arbeitete von 1972 bis 1983 als Stadtplaner und Bildredakteur und seit 1984 freischaffend als Fotograf. Seine Arbeit hat sozialdokumentarischen Charakter in der Tradition der "Anderen Leipziger Schule", die in den 1970er-Jahren in der DDR entstand und für ihre dokumentarischen Fotografien bekannt war. Sein Stil erinnert auch an die "Neue Sachlichkeit", der August Sander zuzurechnen ist, oder die "Düsseldorfer Photoschule" von Bernd Becher und Hilla Becher. In den 1980er-Jahren begann Wüst, eine Reihe von Projekten zu entwickeln, die sich mit der urbanen Landschaft in der DDR auseinandersetzten. Dabei fotografierte er vor allem Architektur, Strassenszenen und Stadtlandschaften. In den letzten Jahren hat Wüst seine fotografische Arbeit auch auf andere Teile Deutschlands und Europas ausgeweitet.
Nun ist die erste Monografie über das Werk von Ulrich Wüst erschienen. Verfasst von Gary van Zante, dem Kurator der Sammlungen für Fotografie, Design und Architektur am MIT Museum, Massachusetts Institute of Technology, Cambridge, bietet das Buch einen umfassenden Einblick in Wüsts Arbeiten und seine Ideen. Es werden 16 fotografische Serien von 1978 bis 2019 vorgestellt, jeweils eingeleitet von einem Text, der den historischen und biografischen Kontext, die Entstehungsweise sowie Gedanken Ulrich Wüsts beleuchtet. Wüst fotografierte zwar vor allem urbane Motive, oft menschenleer, meist schwarz-weiss. Aber nicht nur.
Seine Fotografien zeichnen sich durch Präzision und Klarheit aus. Die Kompositionen sind oft symmetrisch, mit klaren Linien, meist in einer urbanen Umgebung, die auf den ersten Blick unscheinbar wirken mag. Gänzlich unspektakuläre Motive werden so eingefangen, dass sie eine poetische Schönheit und manchmal beklemmende Ruhe ausstrahlen. Dieser Fokus auf unscheinbare Motive hat in der DDR die Zensurbehörde auf den Plan gerufen, auch wenn eigentlich keine schlüssigen Argumente für eine Zensur sprechen würden, war das Abbilden des Ist verdächtig genug. Doch warum sollte das Dokumentieren der DDR-Architektur verboten werden? Allein dies wäre bereits ein eigenartiges Signal. Wüst tat nichts Illegales oder Provozierendes. So blieb er unbehelligt bis Mitte der 1980er-Jahre, ab dann wurde aber seine Arbeit nicht mehr zugelassen. Das lag wohl nicht zuletzt an seiner Serie "Die Pracht der Macht", die sich damit beschäftigt, wie sich Macht architektonisch und skulptural niederschlägt. Provokation genug.
Das hochwertige Buch zeigt verschiedene Serien von Wüsts Dokumentationen urbaner Landschaften, nicht nur aus der DDR, sondern auch neueren Datums, bspw. aus Magdeburg oder Berlin, sowie Portraitarbeiten oder auch Fotografien von Gegenständen mit inventorischem Charakter. Dadurch, dass nicht nur Fotografien abgebildet sind, sondern in den Texten auch auf Hintergrund und Kontext eingegangen wird, gibt das Buch sowohl dem an Fotografie als auch dem an Geschichte und Kultur interessierten Leser viel her.
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