The Dead don't hurt
Nach Falling (2020) ist der vorliegende Western, The Dead don't hurt, die zweite Regiearbeit des dänisch-amerikanischen Schauspielers, Filmregisseurs, Fotografen, Dichter, Malers und Musikers Viggo Mortensen. Eine besonders gute Hand bewies der Regisseur für die weibliche Hauptrolle, denn er besetzte sie mit Vicky Krieps (Sisi in "Corsage"), die ihn als Vivienne Le Coudy quasi an die Wand spielt.
Liebe unter Gleichen
Der beeindruckend gedrehte Western spielt im Amerika des Bürgerkriegs, also Mitte des 19. Jahrhunderts. Die für ihre Zeit durchaus emanzipierte Frankokanadierin Vivienne Le Coudy und der dänische Einwanderer Holger Olsen (Viggo Mortensen) lernen sich in einer kleinen Stadt in Nevada kennen und lieben und wollen sich ein gemeinsames Leben in Elk Flats aufbauen. Allerdings haben es kleine Orte so an sich, dass eine Hand die andere wäscht und so irgendwie alles nach Korruption mieft. Denn die meisten Bewohner der Stadt befinden sich in einem Abhängigkeitsverhältnis zum lokalen Arbeitgeber. Zudem sind nicht nur der Bürgermeister Rudolph Schiller (Danny Huston), sondern auch der Rancher Weston Jeffries (Solly McLeod) ein problematisches Gespann, das toxische Männlichkeit gegen alle anwendet, die sie kritisieren oder sich ihm widersetzen. Als sich Olsen freiwillig zur Armee meldet, um an der Seite der Nordstaaten gegen die Sklaverei zu kämpfen, beschimpft ihn Vicky als Egoisten. Der scheinbare Widerspruch beweist sich im Fortlaufe der Handlung, der in dem Satz von Olson gipfelt, alles falsch gemacht zu haben. "Ich wollte nie gerettet werden, ich wollte nur ein bißchen Zärtlichkeit", die letzten Worte von Vicky gemahnen an eine bessere Zukunft für Mann und Frau in diesem Jahrhundert.
Toxische Männlichkeit und Feminismus
Auf dem Altar seiner eigenen Männlichkeit opfert Olson die wunderschöne Liebesgeschichte zwischen ihm und Vicky, denn was sie in seiner Abwesenheit erlebt, wäre ansonsten nicht passiert. Was "The Dead don't hurt" unter allen anderen Western auszeichnet, ist nicht nur seine feministische Perspektive, also die Sichtweise einer Frau, sondern auch die Montage. Regisseur Mortensen hat seinen Film nämlich sehr eigenwillig geschnitten und damit die Spannung der Handlung noch erhöht. Die einzelnen Vor- und Rückblenden ergeben am Ende ein viel komplexeres Bild von dem, was hätte sein können und was wirklich passiert ist. Die Rückblenden, die die junge Vicky zeigen, wie sie der französischen Nationalheldin Jeanne d'Arc begegnet, fügen sich am Ende zu einer klaren Botschaft zusammen. "Il y'a des moments dans la vie que l'on ne voudrait jamais oublier", flüstert Olson auf Französisch, ein weiteres Detail, das diesen etwas französisch und feministisch angehauchten Western von all den anderen unterscheidet. Zudem glänzt der Film durch großartige Landschaftsaufnahmen und den klassischen Antagonismus zwischen Gut und Böse. Denn ein Bösewicht wie Weston Jeffries (Solly McLeod) mag heute vielleicht überzeichnet wirken, tatsächlich gibt es solche Menschen aber immer noch. Man nennt sie Männer. Sogar den Soundtrack hat Mortensen für seinen Film komponiert.
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