Kein guter Plan
Die Grundlage dieses Gangster-Thrillers vom Ende der 90er-Jahre bildete die Kurzgeschichte von "Hostage" (dt.: Geisel) von Don Stanford (1953). Zwar wiesen die Einspielergebnisse von 1.7 Millionen gegenüber 4.5 Millionen US-Dollar Produktionskosten auf einen veritablen Flop an den Kinokassen, jedoch gilt der Film heute – 23 Jahre nach seiner Entstehung – als Klassiker eines neuen, "tarantinoesken" Thrillergenres, wie auch Stefan Jung im Booklet-Text im vorliegenden Mediabook lobend erwähnt.
Kammerspiel mit viel Psychologie
Fünf Yuppie-Burscherl kidnappen den Mafioso Carlo Bartolucci (Christopher Walken) auf eine besonders hinterhältige Art und Weise. Sie wollen mit ihm als Geisel schneller herausfinden, wer ihre Freundin Elise (Laura Harris) entführt hat und sie so freikaufen. Der Mafioso Carlo beweist dabei mehr Kultur und Klasse als die fünf Sprösslinge einer Millionärsklasse, die längst jeden Anstand verloren hat und deren oberste Maxime immer noch Profitmaximierung ist. Was zwar bei der Mafia auch nicht anders ist, aber zumindest hat Carlo noch einen gewissen Ehrenkodex und vor allem viel mehr Fingerspitzengefühl, auch wenn ihm der kleine Finger bald abgehen wird. Carlo erfährt nämlich von seinem Anwalt, dass einer der Fünf einen Inside-Job machte und bald benutzt er diese Information, um sich geschickt freizuspielen und vor allem seine Gegner gegeneinander auszuspielen. Die Täter-Opfer-Konstellation verändert sich im Film und lässt einen interessanten Nervenkitzel entstehen, durch den man sich alsbald mit der eigenen Sympathiebekundung konfrontiert sieht. Who has done it?
Dichte Atmosphäre der Klaustrophobie
Schon der Auftakt des Films, der Vorspann als coole Artwork-Signation, lässt einen auf einen spannenden Film voll intellektuell raffinierter Unterhaltung hoffen. Das düstere Setting in einer leerstehenden Villa am Rande von Los Angeles und die dazugehörende Atmosphäre des Unvorhersehbaren schaffen ein gutes Klima für die Entwicklung eines spannenden Kammerspiels. Hinzu kommt, dass der Sohn des Hausbesitzers, Johnny Galecki als Ira, von der Entführung nichts wusste und so entsteht ein zusätzliches Kribbeln des Plötzlich-Entdeckt-Werdens. Tatsächlich taucht auch ein Wachmann auf, was zusätzliche Intimität schafft. Das Kommando hat von Beginn des Films bis ans Ende Kingpin Charlie Barrett, a.k.a. Carlo Bartolucci, die Geisel, gefesselt. Die geradezu klaustrophobische Atmosphäre wird für ihn zu einem Soloauftritt. Dass am Ende alle 5 Finger wieder da sind (Regiefehler) und der Inside-Job bestraft wird, ist nur ein alternatives Ende. Denn in den Extras finden sich weitere 17 Minuten mit anderen Vorschlägen. Die Kurzgeschichte von Don Stanford gehörte übrigens zu den Lieblingsgeschichten von Regie-Ass Alfred Hitchcock. Dem TV-Producer Peter O'Fallon (Northern Exposure, Agent X, etc.) ist damit ein wahres Kabinettsstück voll psychologischer Spannung gelungen.
Time After Time
Ein Remake des H.G. Wells-Klassikers mit viel Humor, Special Effects und weiteren Extras.
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