Pastell-Punk im Smoking
Fred (Christopher Lambert) sprengt nicht nur die opulente Geburtstagsfeier von Héléna (Isabelle Adjani), sondern auch den Safe ihres Ehemanns. Er stiehlt daraus brisante Dokumente und flieht damit in die Katakomben der Pariser U-Bahn. Seine Forderung für die Rückgabe der entwendeten Dokumente: 25 Riesen oder eine Nacht mit Héléna. Der Film gewann 1986 drei Césars, u. a. für den besten Schauspieler (Christopher Lambert)!
Was sich wie eine klassische Krimihandlung anhört, ist tatsächlich der aufregendste Film der 80er-Jahre. Dabei passiert eigentlich gar nicht so viel. Aber die ästhetische Aufbereitung, die beiden Protagonisten und das stylishe Setting machten „Subway“ zum Kultfilm der 80er, noch bevor das Jahrzehnt überhaupt vorbei war. Ein Pastell-Punk aus Paris mit wasserstoffperoxidblond gefärbten Haaren, der einen eleganten Smoking trägt und in der Pariser Métro „wohnt“, wo er viele Freunde hat – das hatte bis dahin noch niemand gesehen.
Der Haufen subversiver, skurriler Typen einer Parallelgesellschaft, die sich in den dunklen Gängen eingenistet haben und deren Leben vor den nächtlichen Absperrgittern der U-Bahnhöfe endet, wird durchwegs sympathisch gezeichnet – auch wenn sie sich durch Kleinkriminalität über Wasser halten. Die anfänglich feindselig eingestellte Héléna macht nach einer gemeinsam verbrachten Nacht mit den Creatures of the Night eine Metamorphose durch und verwandelt ihre ursprüngliche Ablehnung in Sympathie und Verständnis. Mehr noch: Sie fraternisiert mit ihnen und bricht mit ihrem im Geld schwimmenden Mann sowie dessen heuchlerischen, langweiligen und bourgeoisen Freunden.
Unabsichtlich bringt sie die von ihrem Ehemann angeheuerten Killer auf die Spur Freds, der nach einem kleinen Überfall auf einen Geldkurier inzwischen zu Geld gekommen ist. Damit will er sich seinen Wunschtraum erfüllen: ein Konzert mit seiner aus Straßenmusikern rekrutierten Band – live im Foyer der U-Bahnhalle.
Dass die Handlung ein bisschen etwas mit Godards Kultfilm "À bout de souffle" (1960) zu tun hat und auch das große Finale bzw. der Showdown gewisse ähnliche Züge trägt, ist durchaus beabsichtigt. Aber anders als das Vorbild spielt der Film nicht auf den Straßen von Paris, sondern in einem abgeschlossenen Raum: der Pariser Métro. So entwickelt sich „Subway“ zu einem unterirdischen Theaterstück, einer Parallelwelt, in der alles möglich scheint. Auch, dass sich eine reiche Dame mit einem armen Lausbub gegen den Kapitalismus verbündet und eines der schönsten Konzerte, die je in einer U-Bahn stattfanden, mit „It’s Only Mystery“ (Eric Serra, Arthur Simms) verwirklicht wird.
Bester Film, Luc Besson für die beste Regie, Isabelle Adjani als beste Schauspielerin, Carlo Varini für die beste Kameraarbeit, Sophie Schmit für den besten Schnitt, Éric Serra für die beste Filmmusik sowie Michel Galabru, Jean-Pierre Bacri und Jean-Hugues Anglade als beste Nebendarsteller: ein echter Preisregen für den Kultfilm der 80er-Jahre.
Extas: Making-of, Interviews mit Schauspieler Jean-Hugues Anglade, Cutterin und Co-Drehbuchautorin Sophie Schmit …
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