Daniel Rimsl: St. Oswald - Traunstein

Die Kirche St. Oswald – im Herzen des Chiemgaus

Der Chiemgau gehört zu den schönsten Regionen Deutschlands. Nicht allein der Chiemsee, auch das Bayerische Meer genannt, ist eine Reise wert, auch das nahegelegene Traunstein bietet Schauwerte für Erkundungen. Insbesondere die Stadtpfarrkirche St. Oswald, in der die Brüder Joseph und Georg Ratzinger am 8. Juli 1951 nach der Priesterweihe ihre Primiz feierten, zieht Besucher, Kunstinteressierte und Gläubige an. Von 2016 bis 2020 wurde die altehrwürdige Kirche umfassend saniert. Daniel Rimsl lädt mit seinem sinnreich illustrierten Kunstführer zu einem Rundgang durch St. Oswald ein und würdigt auch Stationen der Kirchengeschichte.

Die Stadtpfarrkirche ist die Herzmitte der Altstadt von Traunstein, das historisch "Umschlagplatz für Salz" genannt wurde. Viele Jahrhunderte hindurch hatte die Stadt keine eigene Pfarrkirche, auch wenn Geistliche in der Stadt wohnten. Erst 1850 wurde St. Oswald zum Sitz der Pfarrei erhoben. Rimsl führt seine Leser zurück ins Mittelalter: "Die alte Oswaldskirche war wahrscheinlich eine spätromanische Basilika aus dem 13. Jh. 1443 wurde ein gotischer Chor an das alte Langhaus angefügt. Dieses wurde in der zweiten Hälfte des 15. Jh. eingewölbt und zu einer Staffelhalle mit weiterhin höherem, aber nun mehr ohne eigene Fenster verbliebenem Mittelschiff umgebaut." Die wechselvolle Geschichte der Traunsteiner Kirche St. Oswald wird kenntnisreich geschildert. In einem verheerenden Stadtbrand wurde 1851 auch die Kirche schwer beschädigt. Viele Jahre hindurch dauerten die Wiederherstellungsarbeiten. Die letzte Neugestaltung indessen war neben der Instandhaltung der Bausubstanz vor allem liturgisch inspiriert.

Insbesondere die Deckenmalereien wissen die Betrachter zu faszinieren: "Der Stuck dient als Rahmen für die Deckenbilder, die in relativ kleinen Bildfeldern über das Gewölbe verteilt sind. Der aus Traunstein stammende, später vornehmlich in München tätige Maler Max Fürst – von dem bereits eine frühe geschichtliche Arbeit über die Traunsteiner Pfarrkirche stammt – führte sie in einer eher seltenen Wachsölfarbentechnik aus." Begebnisse aus dem Neuen Testament werden dargestellt, so etwa die Verkündigung an Maria: "Durch Eva sollen Sünde und Tod in die Welt gelangt sein. Der Erzengel Gabriel verkündet Maria, dass sie den Erlöser zur Welt bringen werde, den ersehnten Messias und neuen König David; sie galt daher als neue Eva." Rimsl beschreibt akkurat und kenntnisreich den Hochaltar und die Seitenaltäre. Der Namenspatron der Kirche wird ebenfalls in den kunstvoll gestalteten Hochaltar eingefügt: "Der nachträglich vorgesetzte Tabernakel ragt weit in das nazarenische Altarblatt, das Georg Lacher in München 1854 fertiggestellt hat: In intensiven Farben stellt es den heiligen Oswald als Wohltäter dar, der am Ostertag einer armen Familie, weil vom Festmahl nichts übrig geblieben war, goldene Krüge überreicht."

Schön ist, dass die Pfarrkirche St. Oswald heute einen Erinnerungsort an den am 31. Dezember 2022 verstorbenen Papst Benedikt XVI. beherbergt. Seit 2007 bereits war eine Büste des Papstes vor der Westfassade aufgestellt. In der ehemaligen Taufkapelle können nun Besucher sich an Benedikt erinnern, der dem Chiemgau sein ganzes Leben hindurch tief verbunden war. Zu sehen ist etwa ein Pektorale, ein Brustkreuz, das Papst nach seiner Emeritierung der Pfarrei vermacht hat. Rimsl würdigt die Traunsteiner Stadtpfarrkirche abschließend als "monumentalen Hochbarockbau", in der heute die "ornamentale Fülle" eine "barocke Raumwirkung" erzielen würde. Der Glaube und dessen künstlerischer Ausdruck sind nach Auffassung des Autors in Bewegung, so schreibt er mit Blick auf die neu gestalteten "liturgischen Orte". Zu einem Besuch in der Traunsteiner Pfarrkirche St. Oswald lädt dieser kleine Kunstführer alle Interessierten, deren Reise- und Pilgerwege in das Chiemgau führen, ein.

St. Oswald - Traunstein
St. Oswald - Traunstein
44 Seiten, broschiert
EAN 978-3795472399

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