Wirtschaft

Wirtschaft nicht neu gedacht

Die Kritik am herrschenden Wirtschafts- und Gesellschaftssystem scheint sich in letzter Zeit wieder zu mehren. Dazu gibt es auch allen Grund: Arm und Reich driften nicht nur in der BRD, sondern vor allem global immer weiter auseinander; es hungern knapp eine Milliarde Menschen. Einige sehen die Ursache in bösen Spekulanten und gierigen Managern, ähnlich betrachten die Autoren dieses Buches die Lage.

Die beiden Skidelskys sind Vater und Sohn, beide Universitätsprofessoren. Der alte und inzwischen emeritierte ist Professor der sogenannten Wirtschaftswissenschaften, der jüngere Philosophieprofessor. Es überrascht daher etwas, wie platt ihre "Kritik" daherkommt. Das Buch soll eine "Kritik der ökonomischen Unersättlichkeit" sein. Doch davon ist es weit entfernt, wenn man Hegels Definition von Kritik als der" gründlichen Untersuchung und Abhandlung einer Sache" folgt.

Die Skidelskys kümmern sich nicht um Nachweise und Belege ihrer Behauptungen, sie argumentieren nicht einmal, sondern werfen ihre Aussagen einfach in den Raum. So heißt es beispielsweise, dass die Unersättlichkeit ihre Wurzel in der menschlichen Natur habe - und es wird gar nicht versucht, das zu begründen, sondern schlicht als Meinung dargestellt. Aber auch eine Meinung muss eben begründet werden, soll sie etwas gelten. So wird weiter munter drauflosbehauptet, was das Zeug hält, wobei es auch amüsant werden kann: So deklassieren sie Marx, weil er mit 40 Jahren schon zu alt gewesen sei, um sich mit Ökonomie zu beschäftigen, denn: der "Geist muss ausreichend leer sein" (S. 88), will man sich erstmals mit ökonomischen Fragen beschäftigen und die herrschenden Ideologien in sich aufsaugen!

Der Titel ist nicht ganz so selbstentlarvend, denn gegen Wirtschaftswachstum sind die Autoren gar nicht. Es soll halt alles in Maßen und am richtigen Ort passieren. Keynes scheint der beiden absoluter Liebling zu sein. Schließlich entpuppen sie sich als Verfechter eines starken Staates und eines Aufschwungs der Religionen, um ein "gutes Leben" paternalistisch von oben durchzusetzen.

Wie viel ist genug?
Robert Skidelsky
Edward Skidelsky
Thomas Pfeiffer (Übersetzung)
Ursel Schäfer (Übersetzung)

Wie viel ist genug?


Vom Wachstumswahn zu einer Ökonomie des guten Lebens
Antje Kunstmann 2013
Originalsprache: Englisch
318 Seiten, gebunden
EAN 978-3888978227

Ein Jahr, das man gerne bewusst erlebt hätte

Frank Schäfer gelingt es, die Zeit anzuhalten und den Betrachter sich in das Jahr 1966 zurückversetzen zu lassen. Wie unschuldig alles noch war!

Lesen

Für eine gerechtere Welt

Unermüdlich im Einsatz für Menschenrechte und gegen den Hunger in der Welt. Der Schweizer Jean Ziegler hat sich schon oft unter Einsatz seines eigenen Lebens und seiner Existenz gegen die "kannibalische Weltordnung" und eine obszöne Welt eingesetzt.

Lesen

Buñuel: Genie des Absurden

Die Luis Buñuel Edition bei Studiocanal zeigt sieben Filme des spanischen Meisterregisseurs und Genie des Absurden. Neben seinen bekanntesten Werken auch "Tagebuch einer Kammerzofe", "Tristana" und "Die Milchstraße".

Lesen

Der Italo-Western in Cinemascope

Spaghetti Western erzählt die Geschichte des europäischen Westerns, der gerne auch als Italo-Western bezeichnet wird und die europäische Sicht auf die USA des 19. Jahrhunderts zeigt: das Land der Freiheit.

Lesen

Das Scheitern des Künstlers an der Provinz

Norbert Conrad Kasers Hassliebe zu seiner Heimatstadt, die ihn zeitlebens verschmähte.

Lesen

Am Grunde das Gold

Resonanz und Reflektion. Die Langeweile ist wieder in aller Munde. In vorliegender Publikation untersucht die Autorin die "Langeweile-Familie", denn zu ihr gehört mehr, als man vermutet. Am Grunde liegt das Gold.

Lesen
Institutionenökonomik
Übungsbuch zur Kosten- und Erlösrechnung
Des Bankers neue Kleider
Controlling und Finance
Einführung in die Allgemeine Betriebswirtschaftslehre
Organisation
Europäische Geldpolitik
Übungsbuch Kosten- und Leistungsrechnung
Volkswirtschaftslehre
Der entspannte Weg zum Reichtum
Basiswissen Kostenrechnung
Marketing und Vertrieb
by rezensionen.ch - 2001 bis 2018