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rezensionen.ch

Roman

Istanbuler Andenken

Ahmet Ümits Roman ist spannender Krimi und lehrreiche Lektüre über die Geschichte Istanbuls in einem. Der Kommissar hat eine mysteriöse Mordserie mit sieben Opfern auf den sieben Hügeln des historischen Teils Instanbuls aufzuklären.

İstanbul Hatırası

Ein stinknormaler Weisser

Mehr als 2000 Jahre hat das Christentum auf die Rückkehr des Erlösers gewartet, jetzt ist er wieder da. In New York. James Frey, der amerikanische Autor, der mit pseudoautobiografischen Romanen über seine von Drogen geprägte Jugend bekannt wurde, lässt in seinem neuesten Werk dreizehn Zeugen von der Rückkehr Jesus' berichten.

Das letzte Testament der Heiligen Schrift

Dann wird er fliegen

Erri De Luca lässt seine Hauptfigur die Geschichte des schwierigen Weges aus der Kindheit hin zum Erwachsensein im neapolitanischen Alltag der 60er Jahre erzählen. Ein wunderbar zartes und poetisches Buch, das seinen Leser in den Bann zieht.

Montedidio

Über Beziehungsflüchtlinge und andere Gattungen

In seinem Debütroman schildert Carsten Regel die vielen Tücken des Liebeslebens aus männlicher Perspektive - humorvoll, lakonisch und überraschend romantisch. Tom, ein notorischer Beziehungsflüchtling, der eigentlich längst erwachsen sein sollte, ist dabei die ideale Hauptfigur.

Hosen runter

Zeiten des Zusammenhalts

Elena Chizhova erstklassiger Roman spielt im Leningrad unter Stalin. Eine Mutter zieht mit ihrer stummen Tochter in eine Gemeinschaftswohnung mit drei alten Damen. Innere Reibereien weichen bald dem Zusammenhalt gegenüber der Staatsmacht, die mit Kindern, die nicht sprechen, einen unmenschlichen Umgang pflegt.

Die stille Macht der Frauen

Seelen im Paralleluniversum

Seit dem Siegeszug von Facebook steht fest: Nicht nur das Nachtleben bietet suchenden Seelen ein Paralleluniversum. Längst bietet Social Media vielen Nutzern eine Scheinwelt, die Suchtpotenzial hat. Broicher zeigt in seinem Roman den Werdegang eines typischen Users, der die Eigendynamik aber nicht im Griff hat.

Fakebook

Spuren einer Schwedin

Aus einer kleinen Notiz in einem historischen Dokument hat Henning Mankell einen bemerkenswerten Roman gemacht. Er erzählt die Geschichte von Hanna Renström, die Ende des 19. Jahrhunderts Besitzerin des grössten Bordells Maputos war und dann spurlos verschwand.

Erinnerung an einen schmutzigen Engel

Das verführerische Rätsel

Eine gelungene Parabel über menschliche Obsessionen, und welches Verhängnis es über Menschen bringt, wenn sie mit einer Idee oder einem Vorhaben einfach nicht aufhören können.

Das Seil

Zuviel ist zuviel

Jessica Durlacher erzählt in ihrem neuen, mitreissenden Roman die Geschichte Sara Silversteins, die sich nach dem Tod ihres Vaters, mit schwer einzuordnenden Ereignissen konfrontiert sieht und in bedrohliche Situationen gerät.

Der Sohn

Identität und Wahrheiten

Vladminir Vertlib beschreibt nicht nur eine Spurensuche nach den Verwicklungen und Geheimnissen der eigenen Familiengeschichte, sondern er führt mit seinem Buch auch mitten hinein in die aktuellen Geschehnisse und Konflikte unserer Gegenwart.

Schimons Schweigen

Die Vergangenheit der Gegenwart

Ein junger Mann stößt mitten in einer persönlichen und beruflichen Krise auf Kriegsfotoalben seines Onkels aus dem Ersten Weltkrieg. Je länger er sich mit den Fotos beschäftigt, desto mehr verliert er sich in die schwarz-weiß-Bilder aus einem Krieg, der für den jungen Mann zunehmend lebendig wird. Besonders angetan hat es ihm eine verwischte Abbildung eines sogenannten Spiegelkastens.

Der Spiegelkasten

Einunddreissig Erd- und Pflichtbeben

Ein leider missglückter Roman mit einem gesuchten roten Faden, einem Überaufgebot an Personal, von dem nur wenige Charaktere haften bleiben, und immer wieder scharf an und stellenweise über der Grenze zum Kitsch.

Leichtes Beben

Die Geschichte einer Emigration

Kim Thúy kam während der Tet-Offensive 1968 in Saigon zur Welt. Als sie 10 Jahre alt ist, flieht sie mit ihrer Familie übers Meer und gelangt über ein malaiisches Flüchtlingslager nach Kanada. 30 Jahre später erzählt sie nun die Geschichte ihrer Emigration. Herausgekommen ist ein wunderbares Buch und ein Fundus an vietnamesischen Lebensweisheiten.

Der Klang der Fremde

Machenschaften in der Finanzwelt

Gut geschrieben, spannend erzählt und interessant zu lesen, doch nicht wirklich glaubwürdig. Dennoch ein durchaus lesenswerter Thriller eines Autors, der aus der Welt kommt, über die er schreibt. Den Eindruck, dass Lee Vance sich auch in der Welt der kriminellen Machenschaften auskennt, hat man jedoch nicht.

Spur des Verrats

Der bildreiche und stumme Kampf um Geborgenheit

Die Geschichte dreier Frauen, die sich auf der Suche nach Nähe immer weiter voneinander entfernen und denen der Schritt zurück und aufeinander zu nicht gelingen will. Die Autorin zeichnet mit ihrem akribisch ausgearbeiteten Text Bilder und Stimmungen, die auf den Leser nachhaltig wirken.

Sieben Jahre Schlaf

Wer leben will, muss töten

Sergio Álvarez legt nach jahrelanger Arbeit mit "35 Tote" einen eindrücklichen Roman über die jüngere Geschichte Kolumbiens vor. Er scheut sich nicht, genau hinzuschauen, auch wenn es blutig, dreckig und eigentlich unerträglich wird. Ein Lektorat mit mehr Mut zur Lücke hätte dem Buch aber gut getan und Vergleiche mit García Márquez' "Hundert Jahre Einsamkeit" sind nur schon aus sprachlicher Sicht nicht angemessen.

35 Tote

Am Rande der Gesellschaft

Kelmans bemerkenswerter Debutroman liest sich über weite Strecken wie eine Sozialsatire, doch man wird das ungute Gefühl nicht los, dass das, was man liest, so ziemlich einer erschütternden Realität entspricht.

Pigeon English

Wo die Sprache nicht hinkommt

Nicole Balschun erzählt die Liebesgeschichte zwischen der Literaturstudentin Ada und dem Landwirt Bo. Wie die Beziehung ausgeht, macht die Autorin von Anfang an klar. Dennoch ist es eine berührende, lustige und tragische Geschichte, die oft märchenhaft und gleichzeitig direkt aus dem Leben gegriffen scheint.

Ada liebt