Robert Walser: Wie sein Werk wiederentdeckt wurde
Oftmals sind die Wege, die ein gewisses literarisches Werk nimmt, undurchschaubar. Manchmal scheint es, als ob die Literaturgeschichte eine einzige Geschichte des Vergessens und (Wieder)Entdeckens ist. Kafka etwa war zu Lebzeiten nur wenigen Lesern bekannt und obwohl er nach seinem Tod eine einmalige Stellung in der Literaturgeschichtsschreibung einnahm, dauerte es noch einige Zeit bis eine verlässliche Gesamtausgabe seines Werkes greifbar war. Bei Robert Walser, den Kafka sehr schätzte, war die Greifbarkeit seines Werkes noch prekärer. Viele seiner Texte, vor allem die späteren, waren in Feuilletons von verschiedenen europäischen Zeitungen erschienen und mussten erst mühsam zusammen gesucht werden. Hinzu kamen die Mikrogramme, die zunächst als unentzifferbar galten, eine Art Geheimschrift, die jedoch - wie sich herausstellte - eine mikroskopische Version der Handschrift Walsers war.
Jochen Greven ist es hauptsächlich zu verdanken, dass das Werk Robert Walsers wieder entdeckt wurde. Seine Editionsarbeit ermöglichte, dass das Werk greifbar wurde und schuf so die Voraussetzung für eine umfängliche Neubewertung.
Die Geschichte dieser Editionsarbeit - eine eigentliche Lebensgeschichte - beschreibt Greven in seinem Buch. Er gibt Einblicke in die unendliche Recherchearbeit des Herausgebers, der mit viel persönlichem Engagement und Ausdauer darum bemüht war und ist, das Werk in seiner Vollständigkeit zu präsentieren. Daneben sind auch einige sehr gelungene Porträts von Walser Afficionados entstanden, so etwa von Carl Seelig, dem Sachwalter, Helmut Kossodo, dem damaligen Verleger oder dem Walser Biografen Robert Mächler. Dabei gibt Greven mit einigem Witz Einblick in akademische Animositäten und Konkurrenzgehabe, das zwischen den einzelnen Exponenten herrschte. Gerade was Carl Seelig betrifft, der sich lange durch sein Büchlein "Wanderungen mit Robert Walser" als der alleinige Walserkenner zu behaupten versuchte, bringt Greven eine neue und differenziertere Sicht ein.
Dieses Buch als ein Teil von Grevens Engagement für einen der größten Dichter des 20. Jahrhunderts ist nicht zuletzt auch eine sehr persönliche Liebeserklärung an Robert Walser. Zum Schluss des Buches wendet sich Greven an den Dichter selbst, "Brief an einen Schriftsteller":
"Der Idee des Dienstes, die man bei Ihnen lernen kann, bin ich im Grossen und Ganzen doch gefolgt, meine ich. Gerade deshalb ist es wohl, jedenfalls kommt es mir in der Rückschau nun so vor, alles in allem eine Freude gewesen, den Vermittler, Kommentator und, nun ja, auch ein wenig den Marktschreier für sie zu spielen."
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