Robert Walsers Debüt ganz genau genommen
Wem eine einfache Ausgabe nicht reicht: Der Stroemfeld-Verlag bietet die Kritische Ausgabe des Debüts Robert Walsers, "Fritz Kochers Aufsätze", an.
Der Schweizer Schriftsteller Robert Walser wurde 1878 im Kanton Bern geboren. Nachdem einige seiner Gedichte es in eine Berner Zeitung geschafft hatten, war "Fritz Kochers Aufsätze" im Jahr 1904 Walsers erste Buchpublikation. Der Stroemfeld-Verlag hat nun eine Kritische Ausgabe all seiner Werke aufgelegt, die umfangreich und luxuriös ausgestattet ist. Der erste Band kommt in einem Schuber daher, der gleich zwei Bücher enthält: Fritz Kochers Aufsätze in Serifenschrift mit vielen Hinweisen und editorischen Anmerkungen. So lässt sich genau verfolgen, welche Unterschiede es zwischen dem ersten Buchdruck und dem Zeitungsdruck gibt - denn die "Aufsätze" erschienen 1902-1903 erstmals im 'Sonntagsblatt des Berner Bund'. Seitenwechsel sind ebenfalls markiert und ein editorisches Nachwort ist auch enthalten. Überdies ist eine CD beigelegt, die ein "Findbuch" enthält, mit dem sich Titel bzw. Textanfänge Walsers finden lassen (nützlich vor allem hinsichtlich des "Bleistiftgebietes", den späten Mikrogrammen Walsers) sowie Fritz Kochers Aufsätze in digitaler Form, sowohl als Faksimile als auch in normaler Textform. Das Faksimile in Druckform bietet das zweite Buch des Schubers. Das lohnt sich vor allem wegen der Zeichnungen seines Bruders Karl Walser.
Die Kritische Robert-Walser-Ausgabe (KWA) - bzw. zumindest der erste Band, der mir vorliegt - ist also besonders für jene geeignet, die sich intensiver mit den Werken dieses spät wiederentdeckten Schweizer Schriftstellers auseinandersetzen wollen, oder eben einfach bibliophile Liebhaber seiner Werke sind und es genau wissen möchten. Dass es derer einige gibt, dafür gibt es allen Grund: Walsers Stil ist eigen, manche vergleichen ihn mit Kafka. In "Fritz Kochers Aufsätzen" gibt der Autor vor, Schriften eines 14jährigen Schülers originalgetreu wiederzugeben - natürlich ist Fritz Kocher fiktiv und seine Aufsätze haben es in sich: Scheinbar langweilige, einfach gestrickte Schulaufsätze sind mit viel Witz und Ironie geschrieben. Affirmation, durch Übertreibung ins Gegenteil verkehrt, entlarvt oftmals den damaligen Alltag - und sind teilweise so kritisch, dass sie weit über das hinausgehen, was heute politisch gefordert wird. Eine stolze Leistung, bedenkt man das Alter der Aufsätze!
Das Paris, von dem wir immer träumten
Ein wunderbarer Film über das Paris des Impressionismus und gleichzeitig Familiengeschichte und das Erbe, das wir annehmen.
Die Farben der ZeitDer Zauberer am Tegernsee
Dieser schmale Band über die Zeit, die Thomas Mann und die Seinen in der Sommerfrische verbringen, ist ein wahrer Lesegenuss.
Thomas Mann macht FerienEin verhängnisvolles Porträt
Das Bildnis des Dorian Gray - der Klassiker der Dark Romance in einer Schmuckausgabe mit vielen Extras und floralen Illustrationen.
Das Bildnis des Dorian GrayEin moderner Western in Boulder City
"No Way Home" kommt ganz ohne die für Boyle typischen Umweltpolitikszenarien aus und widmet sich ganz dem Thema #1: die Liebe.
No Way HomeEin neuer Zugang zu Rainer Maria Rilke
Der "Dichter in Mädchenkleidung" verstarb vor 99 Jahren an Leukämie. Eine Biografie, die den ganzen Rilke zeigt.
RilkeNostalgie: Rehabilitierung eines Begriffs
Nostalgie wurde immer wieder politisch verbrämt und ist wohl eines der gefährlichsten Gefühle der Welt.
Nostalgie