Politik

Armut durch die vergleichend-politikwissenschaftliche Brille

Bekannt ist der Herausgeber Fukuyama vor allem für seine Proklamation des "Endes der Geschichte" nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion. Wer diese Auffassung kennt, wird nicht verwundert sein, dass die Schlagworte im Titel nicht gleichermaßen problematisiert werden.

Denn wie in den allermeisten politikwissenschaftlichen Publikationen steht die Demokratie für das Gute, Gerechte und Erstrebenswerte - ohne dass das begründet werden müsste. Dementsprechend werden in diesem Sammelband nur Armut und Ungleichheit problematisiert. Dabei geht es weniger um die Ursachen von Armut und Ungleichheit als um deren Auswirkungen auf die Demokratie bzw. demokratische Institutionen.

Die Beiträge sind recht unterschiedlich. Regionale Schwerpunkte sind Lateinamerika, Osteuropa, Asien und Afrika. Einen eher kritischen Beitrag steuern beispielsweise Bohle und Greskovits zum Dilemma Osteuropas bei. Andere schießen mit ihren Analysen weit daneben: Orenstein spricht allen Ernstes von postkommunistischen "Wohlfahrtsstaaten", die, wenn sie in der EU sind, hinsichtlich ihrer sozialen Absicherung mit anderen EU-Staaten verglichen werden könnten. Wer von umgerechnet weniger als 50 Euro im Monat leben muss, kann auch in Ländern wie Rumänien mitnichten ein "abgesichertes", normales Leben führen. Die Existenz von Elendsvierteln aufgrund fehlender staatlicher Unterstützung unter dem gleichzeitigen Ausschluss vom Zugang zum Lebensnotwendigen blendet Orenstein dabei konsequent aus. Letztlich soll eine effektive demokratische Herrschaft für die Interessen der Armen sorgen.

Der Sammelband bietet vor allem regional unterschiedliche Zugänge zu den Themen Ungleichheit und Armut sowie ihrem Verhältnis zur parlamentarischen Demokratie. Allen gemein ist jedoch ihr politikwissenschaftlicher Ansatz, der durchaus kritischer sein könnte.

Poverty, Inequality, and Democracy
Francis Fukuyama (Hrsg.)
Larry Diamond (Hrsg.)
Marc F. Plattner (Hrsg.)
Dorothee Bohle
Béla Greskovits
u. a.

Poverty, Inequality, and Democracy


Johns Hopkins University Press 2012
185 Seiten, broschiert
EAN 978-1421405704

One, Two, Three, Four, Ramones!

Die Geschichte der Ramones als Comic. Unterhaltsam, komisch und dennoch authentisch und verführerisch einfach konstruiert: One, Two, Three, Four, Ramones!

Lesen

Aufstieg und Untergang des Römischen Imperiums

Monarchie und Republik, Patrizier und Plebejer, Senat und Volk sind die Antipoden anhand derer Simon Baker die rund 1000-jährige Geschichte des Imperiums anschaulich und einfach erklärt.

Lesen

Hemingway: Ikone der Männlichkeit im Wanken

Blume beschreibt in ihrer Biographie über die Ikone der Männlichkeit, Ernest Hemingway, einen Mann, der zielsicher an seinem Ruhm arbeitete. Eine weitere Aufsehen erregende Legende über den Schriftsteller, Stierkämpfer und Selbstmörder.

Lesen

Die Reiter des Sturms auf Sturm

"The Doors", das selbstbetitelte Debüt der Rockband aus L. A. erschien vor 50 Jahren, vor dem Sommer der Liebe. John Densmore, der Drummer der Band, erzählt seine Geschichte und lässt die 1960er wiederaufleben.

Lesen

Der Voyeur in uns allen

Der Voyeur in uns allen: auch der Miterfinder des literarischen Journalismus musste sich diesen Vorwurf schon gefallen lassen. Gay Talese setzt sich in diesem Roman mit einem Phänomen auseinander, das gleichzeitig anzieht und abstößt.

Lesen

Ein Buch wie ein Ticket in eine längst vergangene Epoche

Ein prächtiges Buch, das in das Goldene Zeitalter entführt und wieder Lust und Mut zum Reisen macht. Eine Publikation - fast wie ein Reisekoffer - in Hardcover und im Riesenformat in einem Karton mit Tragegriff.

Lesen
Lexikon der Politikwissenschaft
God bless America - Politik und Religion in den USA
Anatomie des Faschismus
CIA: Die ganze Geschichte
Der gekaufte Staat
Blackwater
Politische Geographie
Die Hauptstadt des Sex
Graue Eminenzen der Macht
Die politische Karikatur
Schwierige Machtverhältnisse
Handbuch der Schweizer Politik
by rezensionen.ch - 2001 bis 2018