Menschenbild und Hirnforschung
Wer von der Modernen Philosophie erwartet, dass sie uns (momentan) plausible Sichtweisen für immer komplexer werdende Welt- und Sinnzusammenhänge und somit Modelle des "Mensch-Seins" anbietet, dem liefert dieses Buch Gedankenfutter satt.
Die Ergebnisse der Neurobiologie und aktuellen Hirnforschung stellen unser Menschenbild in Frage - die "Seele" als materialistisch determiniertes Synapsengeflacker? Wir sind verunsichert, ob wir weiterhin von einem Ich, einem Selbstbewusstsein oder von Willensfreiheit sprechen können.
Der Wissenschaftsphilosoph Michael Pauen bringt Klarheit in die verwirrende Debatte. Er erzählt die spannende Geschichte eines jahrhundertealten Scheinkonflikts und zeigt, dass die Erkenntnisse der Neurowissenschaften uns nicht bedrohen, sondern - ganz im Gegenteil - das Verständnis für zentrale menschliche Fähigkeiten verbessern und warum die aktuelle Hirnforschung kein neues Menschenbild erzwingt.
Auch ohne Philosophiestudium und naturwissenschaftliches Spezialwissen lassen sich Pauens Argumentationsketten nachvollziehen, weil er sie, ähnlich wie seinerzeit Hofstaetter, in einen dialektischen Diskurs stellt und seine Positionen daraus nicht als Glaubensbekenntnisse, sondern als (vorläufige) Denkergebnisse destilliert.
Die im ersten Teil des Buches gewährten ausführlichen Einblicke in die historischen Diskussionen um unser jeweiliges Daseinsverständnis in Philosophie, Religion und Psychologie tragen sehr viel dazu bei, die Wechselwirkungen zwischen naturwissenschaftlichem Fortschritt und humanem Selbstverständnis zu erhellen.
Was natürlich auch, wie am Ende des Buches dargestellt, ethische Konsequenzen hinsichtlich der Manipulationsmöglichkeiten des menschlichen Gehirns hat (operative Eingriffe, Psychopharmaka, Implantate, Neuroenhancement).
Und gerade weil wir in diesen Fragen abwägen können, spricht Nichts dagegen, dass wir uns selbst nach wie vor als frei und verantwortlich handelnde Wesen begreifen können.
Zähflüssiges Orange
Der vielstimmig erzählende Roman umkreist Arzu, eine eigenwillige, unabhängige Frau und ihre unklare Beziehung zu Kenan. Die beiden bedeuten einander viel, kommen aber doch nie zusammen.
Turuncunun KıvamıMiteinander reden, miteinander leben
Michael Beleites ermutigt in seinem herausfordernden Buch zu einer Revitalisierung des Landlebens, zu einem „lebensgemäßen Umgang mit der Erde“ sowie zur „Stabilisierung bzw. Wiederherstellung menschenwürdiger Lebensbedingungen“.
Dorf-EthosWas wir nicht sehen
Ein junger Buchhalter bricht aus seiner Routine aus, verlässt Heim, Frau und Kind und streunt ziellos durch die Großstadt. Am Ende des Tages schließt er sich einer Gruppe Obdachloser an und merkt in den Gesprächen mit diesen Leuten, wie seine bisherige Welt aus den Fugen gerät.
Der Gott der anderen„Überlebensnotwendige“ Fragen nach dem Sinn der Welt
Philosophie „als Vergnügen, die Welt zu verstehen und dem Verstehen gemäß zu handeln“. Der Schlüssel dazu liegt nach Steinvorth in autotelen Handlungen und Erlebnissen.
Was Philosophie war, ist und sein kannMein Leben ist auch ein Leben
Rosas Leben sieht zunächst hoffnungslos, fast trostlos aus: Der erwachsene Sohn will nichts mehr von ihr wissen, der Lebenspartner stirbt, ebenso der geliebte Hund, die Mutter ist nicht auszuhalten. Doch nach dem Tod der Mutter kommt Bewegung in die Geschichte.
Neben FremdenDie fast heile Welt im fränkischen Dorf
Die Totenwache für seinen verstorbenen Freund gibt Max Zeit zum Nachdenken und dem Austausch von Erinnerungen mit anderen Dorfbewohnern. So entsteht ein ruhiges, intensives Bild über das im Untergehen begriffene Leben in einem Fichtelgebirgsdorf.
Im Schnee