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Bilder mit Sound

Nachdem die Hit That Jive Jacks im ersten Teil der "Bourbon Street" Graphic Novel auch ihren besten Mann, den Trompeter Cornelius, überzeugen konnten, geht es nun auf die heißersehnte Tournee der vier für's Altersheim reifen Rabauken. Auch wenn sie dann als "Les Papys du Jazz" (also: die Jazz-Papis) angekündigt werden, spielen sie sogar besser als in den alten Tagen, nur die wichtigste Besetzung fehlt ihnen immer noch: Angelina.

In Rückblenden, die mit der Handlung in der Jetztzeit (den 90ern) gegengeschnitten werden, erzählen die Autoren eine Geschichte von Rassismus, Unterdrückung und Erniedrigung, denn nichts anderes war das Amerika der 50er, in denen die vier Boys ihre erste Band hatten und Angelina sich in den schwarzen Trompeter verliebt hatte. Gemischte Paare waren damals vor allem im Süden der USA eine Provokation und so wurden viele Liebespaare entsetzlichen Leiden ausgesetzt, die die Partnerschaften einiger vor beinahe unüberwindbarer Belastungsproben stellte. Auch der Bandleader Alvin spielte damals auf dieser Tonleiter, auch wenn er selbst kein Rassist war, beschimpfte er Cornelius doch damit, dass dieser ihm nichts bieten könne. Aber Angelina steht zu Cornelius und in Baton Rouge wollen sie auch in der Öffentlichkeit bekannt geben, dass sie einander heiraten wollen. Doch dann geschieht das Unvorhergesehene und weder Alvin, der Angelina genauso liebt, noch Cornelius werden sie je bekommen.

"Wir alle wissen, dass du der Unglücklichste von allen unglücklichen Menschen bist", schimpft Alvin Cornelius aus, "Glaubst du wirklich, dass derjenige, der am meisten weint, den größten Kummer hat?" Dann erzählt endlich auch Alvin, der ansonsten gut gelaunte Sonnenschein der Band, seine eigene traurige Geschichte und beweist, dass er tatsächlich der einzig wahre Freund von Cornelius war, weil er sein dunkles Geheimnis nie ausgeplaudert hatte.

"Bourbon Street" ist in wunderschön changierenden Bildern erzählt. Besonders das oben zitierte Gespräch ist in ein unwiderstehliches Dämmerlicht getaucht, das die Dramatik der Aussprache der beiden Freunde zusätzlich unterstreicht. Louis Armstrong, der als guter Geist schon im ersten Teil der Geschichte beeindruckte, stellt auch im zweiten Teil seinen Mann, etwa wenn er kurzerhand in das Schicksal der vier Männer eingreift und ein Konzert wegen Krankheit ausfallen lässt, da die Jungs den ganzen Nachmittag Bourbon gesoffen haben. Aber auch für Cornelius ist er ein wichtiger Ansprechpartner, denn er weist ihm stets den richtigen Weg. Am Ende erklingt dann doch wieder "Angel Eyes" und der ewige Friede breitet sich auch über den Rest der Bandmitglieder in Baton Rouge aus: "My old heart ain't gaining no ground/Because my angel eyes ain't here//(...)So drink up all you people/Order anything you see/Have fun you happy people/The laughs and the jokes are on me//Pardon me but I got to run/The fact's uncommonly clear/Got to find who's now number one/And why my angel eyes ain't here/Oh, where is my angel eyes/Excuse me while I disappear/Angel eyes, angel eyes." Und dieses Mal singt auch Louis Armstrong mit.


von Juergen Weber - 16. Dezember 2012
Bourbon Street 02
Philippe Charlot
Alexis Chabert

Bourbon Street 02


Ehapa Comic Collection 2012
56 Seiten, gebunden
EAN 978-3770435517

USA