Die Wiederkehr von Ornament und Muster
Wer denkt beim Begriff Ornament nicht an den Artikel von Adolf Loos "Ornament und Verbrechen" aus dem Jahre 1908? Tief in unserem Bewusstsein verankert diente die Grundhaltung der Schrift über fast das gesamte 20. Jahrhundert als Leitbild für Architekten und Entwerfer. Und heute? Die Muster erobern sich ihren Weg zurück in den aktuellen Diskurs der Architekten, Designer und Künstler. Mit Bauten von Herzog & de Meuron (Bibliothek Eberswalde, IKMZ Cottbus), Sauerbruch Hutton (GSW Hochhaus Berlin) oder Future Systems (Kaufhaus Selfridges Birmingham) treten die vormals verschmähten Muster wieder in Erscheinung. Haben die Muster ihr Sinnbild für das Unzivilisierte, Degenerierte überwunden und kommt es tatsächlich zu einer "Versöhnung von Sachlichkeit und Ornament"?
Solche Fragen werden in den zwei einleitenden Essays (Das Muster, das verbindet / Über die Konstruktion der Oberflächen - Muster in der Architektur) aufgespürt und ausgelotet. Mitunter überraschen die gezogenen Schlüsse auf den ersten Blick: "Damit stehen die aktuellen Muster in einer Tradition der Moderne, die durch eine Reduktion der Mittel, durch Typisierung und Serialität gekennzeichnet ist. Und sie wurden aus derselben konstruktiven Logik entwickelt". Wen es nun interessiert, in welchem Kontext solche Folgerungen gelingen, der sei auf diese zwei Aufsätze verwiesen. Vorgestellt wird in dieser Publikation eine Ansammlung der neusten Entwürfe und Kunstwerke, die sich mit der Thematik des Ornaments und des Musters auseinander setzen. Alphabetisch geordnet und unterteilt in die Bereiche Design, Kunst und Architektur spannt sich ein weiter Bogen und gibt einen übersichtlichen Einblick in die Welt des Ornamentalen. Den Hauptteil des Buches bilden die zahlreichen, grossformatigen Abbildungen der gesammelten Arbeiten. Vertreten sind international renommierte Gestalter wie Tord Boontje, Michael Lin, Toyo Ito, Gerhard Richter und viele mehr. Kurze Bildlegenden informieren über die Verfasser der Projekte. Wer sich weiter dafür interessiert, der findet auf den letzten Seiten kurze Projektbeschreibungen.
Die Fülle an vorhandenen Mustern schafft es, wohl in jedem Betrachter interessante wie auch verwirrende Momente hervorzurufen. So verschiedenartig die Muster auch sind, genauso unterschiedlich sind die Anwendungsbereiche. Mal treten sie als Neuinterpretation von traditionellen Mustern in Erscheinung, mal kokettieren sie mit dem Verwendungszweck. Erfrischend zu spüren ist der unverkrampfte Umgang der Protagonisten mit der Thematik: "Zeitgenössische Architekten, die mit Mustern arbeiten, befinden sich in einer paradoxen Situation. Zwar folgen sie den Forderungen von Adolf Loos und der Moderne nach einer rationalen Gestaltung, trotzdem verhelfen sie der lange verdrängten Dekoration der Oberflächen zu einem Durchbruch. Doch heutzutage gilt das nicht mehr als Verbrechen."
Der Band zeigt auf illustre Weise, wie sich der Umgang mit Mustern in letzter Zeit gewandelt hat. Tendenziell resultiert daraus durch die geschickte Anwendung der Muster ein ästhetischer Mehrwert, der mehr sein soll als eine simple Effekthascherei zu Showzwecken. Man darf gespannt sein, wohin der aufgezeigte Weg führt. Auf jeden Fall bietet die Publikation einen visuellen Genuss, der stellenweise zum Denken anzuregen vermag.
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