Unbarmherziges Outback
Als Outback wird die australische Wüste bezeichnet, in der es kein Wasser, keine Orientierung und aus der es kein Zurück gibt. Dafür kriecht allerlei Getier durch die Dünen, darunter Skorpione, Schlangen, Riesenameisen und ähnliches. Wer sich wie Lisa (Lauren Lofberg) und Wade (Taylor Wiese) auf eine Reise ins Outback macht, sollte vor allem daran denken, Wasser mitzunehmen und urbanen Mythen zu mißtrauen, denn die können tödlich sein.
Fataler Ausflug ins Outback
Outback, der Film, ist ein visuell beeindruckendes Werk, das die beklemmende Situation, in der sich die beiden Amerikaner auf ihrem Urlaub in Down Under befinden, eindrücklich schildert. So eindrücklich, dass die Situation sogar auf den Zuschauer überspringt und einen dazu veranlasst, über sein eigenes Leben zu meditieren. Denn wenn man dem Unausweichlichen begegnet, verstummen die besten Ratschläge. Regisseur Mike Green äußerte die Intention seines Filmes auch in einem Interview: "I’m hoping the audience reflect on their own life and how they can embrace the day or the moment, whether that’s with their family, career, or just life itself, and appreciate it. I know that sounds a bit arty farty, but being in Australia, there shouldn’t be anyone whinging really. Any kind of developed country, I know there has been some bad things that have happened, but each to their own I guess."
Nichts für schwache Nerven
Sein Film beginnt als romantisches Abenteuer eines frisch verliebten Paares, das nach Australien fährt, um Urlaub zu machen. Wade hat Lisa kurz vor der Abreise einen Heiratsantrag gemacht und sie hat ihn abgelehnt, weswegen er etwas angefressen auf sie ist. Denn er wollte auf Ewig mit ihr verbunden sein und es auch bleiben. Als sie die Harbour Bridge, das Sydney Opera House und Copacabana Beach (auch das gibt es in Australien) besuchen und ihre Selfies machen, albert Wade herum, aber es wird klar, wie sehr er sie liebt, und dass er auch bereit wäre, für sie zu sterben. Vor dem Einschlafen am ersten Tag wollen sie eigentlich die Route für die nächsten zwei Wochen besprechen, die Wade zuhause akribisch geplant hat. Doch Lisa will das Abenteuer und fordert ihn auf, direkt nach Ayers Rock, Uluru, zu fahren. 1'072 Meilen sagt das Navi. Wade will Lisa beeindrucken und startet ebenso spontan wie sie einfach durch, solange, bis das Navi durchdreht und immer wieder neu routet. Als sie sich dann zu Fuß zu einem Hügel vorwagen, um von der Anhöhe aus ihre Richtung zu bestimmen, nimmt das Ende seinen Anfang.
Schlangen, Skorpione, Ameisen
Die weiteren Stunden sind in Filmminuten so dicht und authentisch, dass man sich selbst ins Outback versetzt fühlt und bald mit denselben Problemen kämpft wie die beiden Protagonisten. "So I took that idea and instead of having a serial killer or madman as the antagonist, I made Australia and the outback, the antagonist", meint der Regisseur dazu. Ein Film der sprichwörtlich unter die Haut geht und zeigt, wozu kleine Paarkonflikte führen können. Denn wären sich die beiden immer einig gewesen und ihre Beziehung harmonisch, hätte das wohl nicht passieren können. Spannung bis in die letzte Sekunde und ein beeindruckendes Set. Man darf das weitere filmische Werk Mike Greens also jetzt schon mit Hoffnung erwarten.
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