Die Geschichte aller Staaten
Wenn man sich über die Geschichte eines einzelnen Landes informieren will, ist man mit gewöhnlichen Geschichtsbüchern meist mit dem Problem konfrontiert, dass die Geschichte des Landes nicht zusammenhängend dargestellt ist, weil mehr Wert auf die internationalen Zusammenhänge gelegt wird. Ein allgemeines Lexikon oder eine Enzyklopädie ist aber bei kleineren oder weniger bekannten Ländern zu wenig detailliert. Hier bieten Staatenlexika Abhilfe. Das Harenberg Staatenlexikon ist aufgrund seines Umfangs konkurrenzlos. Auf fast tausend Seiten wird die Geschichte sämtlicher Länder des 20.Jahrhunderts relativ ausführlich dargestellt. Jedem Staat werden mindestens zwei Seiten gewidmet. Das Land Tuvalu mit rund 10'000 Einwohnern hat seinen Platz neben China mit über einer Milliarde Einwohnern. Die Artikel sind einheitlich aufgebaut: Eine sogenannte Länderrolle informiert über Strukturdaten wie Einwohnerzahl, Hauptstadt, Sprachen und Währung und eine Chronologie der wichtigsten Ereignisse und Übersichten zu den Staatsoberhäuptern und politischen Parteien geben einen Überblick über Geschichte und Politik. Hinzu kommen Glossare, Themenkästen und Textdokumente. Im Haupttext folgt die Darstellung der historischen Entwicklung der Länder, jeweils beginnend mit einem kurzen Rückblick in das 19. Jahrhundert. Das Werk ist reich bebildert. Für einen Einstieg in die Geschichte einzelner Länder eignet sich das Harenberg Staatenlexikon sehr gut. Kennt man aber die Geschichte eines Landes bereits, fallen gewisse Ungenauigkeiten auf, die zu Fehlschlüssen führen können. Das Werk ersetzt deshalb nicht tiefergehende Studien. Aber das ist ja auch nicht sein Ziel.
Harenberg StaatenlexikonEine Quelle zur Auslegung des Völkerrechts
Die dritte Ausgabe des World Court Digest beinhaltet die Entscheidungen des Internationalen Gerichtshofes in der Periode von 1996-2000. Sie schliesst damit direkt an die erste (1986-1990) und die zweite Ausgabe (1991-1995) an. Obwohl es heute selbstverständlich ist, sämtliche Entscheidungen des Internationalen Gerichtshofs online abrufen zu können (www.icj-cij.org), hat das Max-Planck-Institut für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht (www.virtual-institute.de) entschieden, eine dritte Ausgabe zu veröffentlichen. Diese Entscheidung, die übrigens schon bei der zweiten Ausgabe getroffen werden musste, ist erfreulich, denn ein wesentlicher Vorteil der gedruckten Ausgabe, neben dem, dass ein Buch griffbereiter ist als eine Online-Datenbank, ist die praktischere Handhabungsmöglichkeit dank der systematischen Aufbereitung: Über das ausführliche Inhaltsverzeichnis oder den Index kann man relevante Entscheidungen zu bestimmten Themen finden. Ebenfalls aufgeführt sind separate opinions zu wesentlichen Punkten einer Entscheidung. Angesichts der Tatsache, dass Entscheidungen des Internationalen Gerichtshofes eine wichtige Quelle bei der Auslegung des Völkerrechts sind, ist eine gedruckte Ausgabe sinnvoll und begrüssenswert. Diese Praxis sollte auch in Zukunft beibehalten werden.
World Court DigestDer Kluge
Seit 1883 erscheint das Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache von Friedrich Kluge. Vorliegende Ausgabe ist bereits die 24. Auflage, durchgesehen und überarbeitet von Elmar Seebold. Erstmals ist nun das Wörterbuch in Buchform, sowie als CD-Rom erhältlich, was dem Benutzer, wie dies im Vorwort formuliert ist, "ganz neue Möglichkeiten der Suche und der Zusammenstellung von Materialien nach den verschiedensten Gesichtspunkten" eröffnen soll. Leider versperrten sich mir diese "ganz neuen Möglichkeiten", da die CD-Rom nicht Mac-kompatibel ist. Schade. Dem eigentlichen Wörterbuchteil ist eine Einführung in die Terminologie vorangestellt. Hier werden kurz die wichtigsten Begriffe zur Wortbildung, Syntax, Semantik, Entlehnung etc. erklärt. Die einzelnen Artikel sind in Textteil und Verweisteil unterteilt. Der Textteil umfasst: 1. Lexikonform, grammatische Angaben, Markierung des Wortschatzbereichs, Bedeutung 2. Angaben zu Erbwörter (germanische/indogermanische Grundform) 3. Angaben zur Entlehnung (Herkunftssprache) Der Verweisteil umfasst: 1. Entsprechungen in den modernen germanischen Sprachen 2. Verweis auf sachlich od. semantisch zugehörige Einträge 3. Literaturhinweise Kluges Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache ist ein handliches Nachschlagewerk, welches wissenschaftlichen Ansprüchen genügt und trotzdem allgemeinverständlich bleibt.
Etymologisches Wörterbuch der deutschen SpracheGesamtdarstellung der Schweizer Politik
Das Handbuch der Schweizer Politik ist auf Initiative der Schweizerischen Vereinigung für Politische Wissenschaften (SVPW) entstanden - 2002 in dritter Auflage erschienen. Akademiker aus den verschiedenen Sprachregionen der Schweiz haben Beiträge geleistet. Es ist aber kein Sammelwerk, in dem jeder Artikel für sich alleine steht und das übergeordnete Thema schlussendlich nur bruchstückhaft erschlossen wird, sondern die Beiträge sind gut aufeinander abgestimmt und geben als Ganzes eine fast lückenlose Darstellung der Schweizer Politik. Begrüssenswert ist ausserdem, dass die Autoren und Autorinnen durchaus subjektive Sichtweisen durchscheinen lassen. Dadurch wird die Lektüre interessanter. Ein Teil der Artikel ist in Französisch verfasst. Das Handbuch ist in fünf Bereiche gegliedert: Grundlagen, Institutionen, Organisationen, Kantone und Gemeinden, Entscheidungsprozesse, Politikbereiche. Ein umfassendes Sachregister macht das Buch ausserdem zu einem nützlichen Nachschlagewerk. Hier wäre es sinnvoll gewesen, die Stichworte zweisprachig aufzuführen, da insbesondere Fachbegriffe nicht unbedingt zum selbstverständlichen Vokabular einer Fremdsprache gehören. Ein begrüssenswerter Schritt ist die Herausgabe einer englischsprachigen Fassung. Der karge Markt an aktuellen Büchern über die Schweizer Politik, die auch nicht deutsch- bzw. französischsprachigen Personen zugänglich sind, wir dadurch sehr bereichert: Handbook on Swiss Politics (ISBN 3-03823-058-8)
Handbuch der Schweizer PolitikMethoden und ihr Anwendungsbereich
Dieses Handbuch ist aus einem Auftrag des Schweizerischen Nationalfonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung im Rahmen des nationalen Forschungsprogramms Sicherheitspolitik entstanden. Das vor allem als Nachschlagewerk zu verwendende Werk gibt eine Einführung zu den Methoden der politikwissenschaftlichen Analyse im Bereich Aussenpolitik, Strategie und Aussenwirtschaft. In übersichtlicher Form erhält der Leser, die Leserin (ob Laie oder Experte) einen Überblick zu "wissenschaftlichen Denkhilfen". Die Verfasser legten Wert auf die direkte Umsetzbarkeit und richten sich ausdrücklich an Praktiker. Die Methoden werden sechs grundlegenden Fragestellungen zugeordnet: - Lageerkenntnis: Was ist? - Erklärung: Warum ist es? - Vorausschau: Was kommt? - Entscheidvorbereitung: Was kann getan werden? - Entscheiden: Was tun? Die Kapitel zu den einzelnen Methoden sind einheitlich aufgebaut: Zuerst wird kurz der Zweck der Methode und ihr Grundgedanke erklärt und anschliessend der Arbeitsablauf dargelegt. Das Ganze wird jeweils mit einem einfachen Beispiel erläutert. Ausserdem wird der ungefähre Arbeitsaufwand, der Anwendungsbereich und weiterführende Literatur angegeben. Das Buch ist dann als Nachschlagewerk nützlich, wenn man vor einem Problem oder einer Fragestellung steht und noch nicht weiss, wie es/sie angegangen werden könnte. Hier leistet es gute Dienste. Wünschenswert wäre eine Neuauflage (die letzte war 1988!), die neueste Erkenntnisse berücksichtigen und aktuelle Literaturhinweise geben würde. Hierfür müssten wohl neue Geldmittel gesprochen werden.
Handbuch der weltpolitischen AnalyseRichtig oder falsch?
Zweifelsfälle tauchen immer wieder auf: Heisst es "anfällig für" oder "anfällig gegen"? Welche Form hat "fechten" im Indikativ Präsens? Benutzt man eher "über was" oder "worüber"? Ist "die Tür" oder "die Türe" korrekt? Hat ein einstöckiges Haus einen ersten Stock oder nur einen ebenerdigen? Der Dudenband beinhaltet vor allem Fragen, die besonders häufig an die Sprachberatungsstelle der Dudenredaktion gerichtet wurden. Mit der Neuregelung der deutschen Orthographie hat die Unsicherheit zugenommen, da es natürlich einige Zeit geht, bis die neuen Regeln selbstverständlich werden. Aus diesem Grund wird die neue Rechtsschreibung besonders berücksichtigt. Spezielle Zweifelsfälle werden in kurzen Artikeln erklärt: Es wird u.a. zwischen Umgangs-, stilistisch unschöner - und korrekter Sprache unterschieden. Auf geografische und branchenspezifische Unterschiede in der Verwendung bestimmter Formen wird auch hingewiesen. Schlägt man einen Fall nach, der in einen grösseren Problembereich eingeordnet werden kann, leitet das umfassende Verweissystem an die relevante Stelle. Von der richtigen Zeichensetzung über die sprachliche Gleichstellung von Mann und Frau bis zu den Elementen eines Briefes, findet man in diesem Dudenband auf fast jede Frage eine Antwort. Es hat etwas Befriedigendes an sich, wenn man erkennt, dass sich anscheinend auch andere mit denselben sprachlichen Unsicherheiten herumschlagen wie man selber, oder wenn man feststellt, dass die Formen, die man vorher noch gegeneinander aufgewogen hatte, beide möglich sind. Das Buch kann übrigens auch ausserhalb von Momenten des Zweifels in die Hand genommen werden. Es ist nämlich recht interessant, nach dem Zufallsprinzip darin zu blättern und dabei zu lesen, was es in der deutschen Sprache alles zu bedenken gibt.
Richtiges und gutes DeutschKlassiker kompakt
Die Auseinandersetzung mit Klassikern gehört zu den Grundlagen eines wissenschaftlichen Faches. Da es ein wohl unmögliches Unterfangen ist, sämtliche Schriften dieser grossen Denker selber zu studieren, ist der Interessierte auf Arbeiten angewiesen, die sich eingehend mit dem Werk eines Klassikers befasst haben und dessen wesentliche Beiträge zu einem Fach auf den Punkt bringen. Solche Zusammenfassungen, Beurteilungen oder Analysen können ebenfalls dicke Bücher werden, es ist aber auch möglich, in recht kurzen Texten die wichtigen Elemente des Werkes zu vereinigen, selbstverständlich mit der Inkaufnahme des Verlustes der ursprünglichen Differenziertheit. So kann die Leserin, der Leser ohne viel Zeitaufwand einiges über die Denkweise, Hauptgebiete, Forschungsprobleme und deren Lösungsansätze der Grössen eines Faches erfahren. Mit den beiden Bänden, Klassiker der Soziologie, hat Dirk Kaesler eine solche Sammlung kurzer Texte herausgegeben. Die meisten Autoren der Beiträge sind Soziologieprofessoren und selber zum Teil nicht unbekannt (z.B. Ralf Dahrendorf, Lewis A. Coser oder Hans Joas). Sie stellen auf jeweils etwa 15 bis 25 Seiten das Leben und Werk eines Klassikers vor. Der Auftrag an die Autoren - in den Worten Kaeslers - war: "..., im Stil einer "dichten Beschreibung" (Clifford Geertz) in das jeweilige Leben und Werk des soziologischen Klassikers einzuführen, dessen zentralen Argumentationslinien, seine Intentionen und seine Wirkungsgeschichte transparent zu machen. Es sollte vor allem deutlich werden, welcher Enstehungskontext für das Gesamtwerk relevant war und für welchen Typus von Soziologie es repräsentativ wurde." (Vorwort Band 1, Seite 7) Man kann sagen, die Autoren haben sich an diese Vorgaben gehalten. Besonders geschätzt habe ich an den Beiträgen, dass, wie es Kaesler sagt, Wert auf den Entstehungskontext des jeweiligen Schaffens gelegt wurde. Die Soziologie ist ja bekanntlich keine Wissenschaft, die in einem geschützten Labor ihr Wissenspotential immer weiter vergrössern kann, indem sie auf den Erkenntnissen der Vordenker aufbaut. Die Themen und der Nutzen der Soziologie steht immer in unmittelbarem Zusammenhang mit der jeweiligen gesellschaftlichen Situation. So ist auch ein Klassiker nicht von seinem Lebensumfeld unabhängig. Das Werk eines Klassikers hat aber Relevanz für die damalige, die heutige und die (vorstellbar) zukünftige wissenschaftliche Soziologie, so Kaesler. Will man sich über das Werk der grossen Denker der Soziologie und deren Relevanz für heute informieren, ist man mit diesen beiden Bänden bestens bedient. Hätte der Herausgeber sich ausserdem noch die Mühe gemacht, ein Sachregister mit den wichtigsten soziologischen Themen und Begriffen zu erstellen, damit zum Beispiel der Student auf der Suche nach den Gedanken eines Klassikers zu einem bestimmten Gebiet schnell fündig wird, wäre der Wert zusätzlich vergrössert worden.
Klassiker der SoziologieUngarn auf die Schnelle
Ungarn vollzieht mit dem Nato- und EU-Beitritt den logischen Schritt seiner traditionellen Orientierung gegen Westen. Seit 1989 hat Ungarn in grossen Schritten erfolgreich die westlichen Standards und die Bedingungen für den EU-Beitritt vollzogen. Die Öffnung zeigt sich in der zunehmenden wirtschaftlichen Verflechtung mit dem Westen und dem stetig wachsenden Touristenstrom. Wer sich über Ungarn informieren möchte, aber hierfür nicht dicke Bücher bewältigen will, kann den Zentraleuropa Almanach Ungarn zur Hand nehmen. Auf 128 Seiten erfährt der Leser Grundlegendes aus den Bereichen Politik, Wirtschaft und Kultur. Dazu gibt es Folgendes anzumerken: - Im Bereich Politik wurde der Fokus auf die Westintegration und die Sicherheitspolitik gelegt. Die Innenpolitik wird nur aus dieser Perspektive berücksichtigt. - Der Wirtschaftsbereich könnte stellenweise ein Werbetext für potenzielle Investoren sein. Hier wird die wohl etwas gar euphorische Sichtweise gegenüber dem neuen Wirtschaftsraum deutlich. In der Praxis wurde bereits in der ersten Hälfte des Jahres 2003 einiges deutlich relativiert. - Der Kultur wird im Vergleich zur Politik und Wirtschaft bescheidener Platz eingeräumt. Einen geschichtlichen Überblick gibt eine recht ausführliche Zeittafel. Wünschenswert wären Bezüge zu heute gewesen, zum Beispiel welchen Einfluss die Vergangenheit auf die Verhältnisse zu anderen Ländern oder Volksgruppen heute hat. Praktisch sind die Hinweise auf Internetseiten und Informationen für Besucher und Geschäftsreisende. Allerdings wären diese überholungsbedürftig gewesen, denn die Devisenbestimmung, man dürfe lediglich 3000 Forint (knapp 20 Euro) bei der Einreise mitführen, ist längst nicht mehr richtig. (Heute dürfen Ausländer bis 350'000 Forint aus- oder einführen.) Kurz: Die Bilanz zum Zentraleuropa Almanach Ungarn ist durchzogen. Er ist durchaus nützlich und lesenswert, legt die Akzente aber etwas gar einseitig.
Zentraleuropa Almanach UngarnEin vorzügliches Nachschlagewerk
Dieses Lexikon versteht sich als Wegweiser durch die Politikwissenschaft und als fachwissenschaftliches Nachschlagewerk. In Zentrum stehen, wie dem Untertitel zu entnehmen ist, Theorien, Methoden und Begriffe, also weniger die Phänomene der Politik selbst. Insgesamt 144 Autorinnen und Autoren verschiedenster wissenschaftlicher Disziplinen haben Beiträge geleistet. Dank der vielfältigen Vernetzung der etwa 1300 Begriffe können ganze Teilgebiete schnell erschlossen werden. Stichwörter werden jeweils in einem ersten Abschnitt kurz erklärt, dann wird genauer auf die entsprechenden Theorien, Konzepte, Ansätze, Methoden und Forschungstechniken, also auf das Instrumentarium, mit dessen Hilfe wissenschaftliche Ergebnisse erzielt werden, eingegangen. Am Ende eines Artikels findet man Verweise auf zusammenhängende, wichtige Stichwörter und je nach Stichwort Literaturhinweise. Wie die Herausgeber es im Vorwort bereits sagen, ist es sehr zu begrüssen, dass dieses empfehlenswerte Werk in die Beck'sche Reihe aufgenommen wurde. Denn sonst ist bei solch umfangreichen Werken meist der Preis eine unangenehme Begleiterscheinung.
Lexikon der PolitikwissenschaftNachschlagewerk mit friedenspolitischem Akzent
Die Autoren des vorliegenden Lexikons stammen zur Mehrzahl aus dem Bereich der kritischen Friedensforschung und geben diesem Buch somit einen entsprechenden Akzent, der sich auch in der Auswahl der Begriffe niederschlägt. Die Herausgeber stellen nicht den Anspruch in Konkurrenz mit bereits existierenden Lexika zur Internationalen Politik zu treten. Sie nennen folgende Punkte, die den Inhalt kennzeichnen sollen: - in der Theoriediskussion durch die Aufnahme neuer Ansätze wie des feministischen und des postmodernen Diskurses über internationale Politik, sowie neuerer Leitvorstellungen wie der "internationalen Zivilgesellschaft" - die Verwendung einer politologischen Herangehensweise, d.h. dem wiederholten Rückbezug auf Fragen von Herrschaft und Macht, der Einführung der sich "von unten" ("low politics") neben den angestammten "high politics" - die breite Berücksichtigung ökologischer Aspekte - die historische Aufbereitung von Stichworten - mit Blick auf vergleichbare englische Werke eine stärker didaktisch orientierte Präsentation - in den Quellenbezügen und den Literaturhinweisen wurde versucht, ein "internationales" Lexikon zu erarbeiten, welches eine Orientierung lediglich am Diskurs im deutschsprachigen Raum vermeidet Auf knapp 600 Seiten finden sich etwas mehr als 200 Begriffe. Dieses Verhältnis zeigt, dass den Begriffen - im Gegensatz zu den meisten Nachschlagewerken - relativ viel Raum gegeben wurde. Damit ist auf der einen Seite eine gewisse Beschränktheit verbunden, indem man gewisse Stichworte, die man in einem Lexikon der internationalen Politik erwartet hätte, nicht findet, auf der anderen Seite hatten die Autoren so die Möglichkeit, fundiertere Information zu liefern. Das Fehlen von Begriffen milderten die Herausgeber ab, indem sie ein recht umfangreiches Register anlegten, mit dem man auch Begriffe finden kann, denen kein separater Artikel gewidmet wurde. Nimmt man einen direkten Vergleich eines Stichwortbeitrages zwischen diesem und einem "herkömmlichen" Lexikon vor, wird die Stärke des vorliegende Lexikons deutlich: Der Begriff wird nicht nur erklärt oder übersetzt, man erhält zudem auch Informationen über die geschichtliche Entstehung des Begriffs und über die Bedeutung, die er für unterschiedliche Interessensgruppen hat. Ausserdem werden weiterführende Literaturhinweise gegeben. Fazit: Dieses Lexikon bietet artikelhafte Einführungen in die Themenbereiche der Internationalen Politik und ist somit beispielsweise für Studenten besonders nützlich.
Lexikon der internationalen PolitikDas Judentum: Geschichte, Kultur und Religion
Das vorliegende Lexikon ist aus Beiträgen von über 100 Wissenschaftlern aus 14 Ländern entstanden. Das Vorwort nennt sechs inhaltliche Schwerpunkte: - Allgemeines Grundwissen über Religion und Kultur des Judentums - Jüdisches Leben in der Antike und im Mittelalter - Geschichte des deutschen Judentums - Geschichte des Judentums in Europa, in den USA und in anderen Ländern - Neubeginn jüdischen Lebens nach dem Holocaust - Entstehung und Entwicklung des Staates Israel Von der üblichen Gliederung lexikalischer Nachschlagewerke wurde abgewichen, indem zur Abhandlung weitreichenderer Themenbereiche Essays gewählt wurden. So finden sich ausführlichere Kapitel zu Themen wie Juden in der Antike, Antisemitismus, Israel, Judengesetzgebung, deutsch-jüdische Literatur und ihre Geschichte oder über den Synagogenbau. Bei der Frage, welche Persönlichkeiten denn in dieses Lexikon gehören, liess sich die Redaktion von dem Grundsatz leiten, primär Biografien zu berücksichtigen, in denen ein subjektiver Bezug zum Judentum und eine objektive Wirkung auf jüdisches Leben erkennbar sind. Demnach wurden auch nichtjüdische Personen, die - in positiver wie negativer Form - Einfluss aufs Judentum ausübten, aufgenommen. Dank der Kombination von artikelhafter Enzyklopädie- und Essay-Form erhält man mit diesem Buch einen zusammenhängenden Überblick über die jüdische Geschichte aber auch fundierte Informationen über Begriffe der jüdischen Kultur und Religion. Besonders nützlich sind ausserdem die Literaturhinweise, die zu den meisten Begriffen gegeben werden.
Neues Lexikon des JudentumsVölkerrecht: Ein gutes Nachschlagewerk
Das Buch ist eine gebundene Teilausgabe des Lose-Blatt-Werkes "Ergänzbares Lexikon des Rechts", das 18 Rechtsgebiete umfasst. Die Herausgabe dieses Buches ist sehr zu begrüssen, zumal sich ein deutschsprachiges Lexikon des Völkerrechts nur schwer finden lässt. Bewährte Völkerrechtslehrbücher lassen sich zwar dank Stichwortverzeichnissen auch als Nachschlagewerke verwenden, den Vorzügen eines Lexikons können sie aber nicht gerecht werden, da sie meist zu ausführlich sind und man sich die relevanten Stellen zusammensuchen muss. Dem Anspruch an ein Lexikon, zu einem Stichwort eine kurze Abhandlung zu erhalten, wird das Werk gerecht: Der jeweilige Begriff wird erklärt, relevante Verträge genannt, die geschichtliche Entwicklung - soweit von Interesse - aufgezeigt, über den gegenwärtigen Meinungsstand informiert, Bezüge zu anderen Begriffen oder Rechtsgebieten gezogen und auf weiterführende Literatur hingewiesen. Das Lexikon ist somit für den Einstieg in ein Rechtsproblem nützlich. Dass es sich bei dem Buch um eine Zusammentragung voneinander unabhängiger Kapitel handelt, fällt auf, wenn man das Layout vergleicht. Die Stichwortkapitel sind zwar einheitlich aufgebaut und es wurden Verknüpfungen mit Hilfe von Verweisen gemacht, schade ist aber, dass die leserfreundliche Hervorhebung wichtiger Stichworte in den Texten nicht bei allen Kapiteln angewendet wurde. Diese kleine Kritik soll aber keinesfalls darüber hinwegtäuschen, dass die Anschaffung dieses Werkes sich auf jeden Fall lohnt.
Völkerrecht - Lexikon des Rechts