Ein praktikables und integriertes Konzept des Nachhaltigkeitscontrollings
Die zunehmenden regulatorischen Anforderungen und die höheren Ansprüche vieler Stakeholder, einschließlich der Akteure des Kapitalmarkts, erhöhen den Druck auf die Unternehmen, die Steuerung der Nachhaltigkeit und die Berichterstattung zukünftig deutlich auszubauen. Mit der zusätzlichen Aufnahme ökologischer und sozialer Kriterien erweitern sich die Aufgaben und Instrumente des Controllings, um das Management bei der Transformation zu mehr Nachhaltigkeit zu unterstützen.
Zur erfolgreichen Umsetzung eines entsprechenden Nachhaltigkeitscontrollings werden zusätzliche Controller-Kompetenzen, etwa ein ausgeprägtes Verständnis für Nachhaltigkeitsanforderungen und der professionelle Umgang mit gesellschaftlichen Zielen und multiplen Stakeholder-Interessen, benötigt. Vor diesem Hintergrund sollen – so der Verfasser – mit dem vorliegenden Buch „Controller und Manager ermutigt und befähigt werden, eine an Nachhaltigkeitszielen ausgerichtete Steuerung des Unternehmens aufzubauen und umzusetzen. Dazu muss man das Controlling glücklicherweise nicht neu erfinden, aber doch erweitern, Vorgehensweisen anpassen und teils auch Methoden ersetzen. Der Controller als Experte für die Unternehmenssteuerung, als kompetenter Partner für die Zielbildung und Planung, für Steuerungsmethoden, Informationssysteme und Reporting, ist mit diesen Kompetenzen auch für die Steuerung der Nachhaltigkeit prädestiniert.“
Ulrich Sailer (Professor an der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen und Leiter des Master-Studiengangs Controlling) geht davon aus, dass Nachhaltigkeitscontrolling keine weitere Controllingfunktion darstellt, die neben dem Vertriebscontrolling, dem Produktionscontrolling etc. etabliert werden muss, sondern als integraler Bestandteil des Controllings in seiner Weiterentwicklung hin zum Business Partnering zu verstehen ist. Die 11 Kapitel des Buches wurden in der vorliegenden jüngsten Auflage wieder umfassend aktualisiert und befassen sich mit folgenden Schwerpunkten:
Grundlagen der Nachhaltigkeitssteuerung: neben der Einführung in die Nachhaltigkeitssteuerung sowie einem Überblick über die Begrifflichkeit und Entwicklung der Nachhaltigkeit werden vor allem die wichtigsten in der Unternehmenssteuerung begründeten Hemmnisse für eine rasche nachhaltige Transformation diskutiert. Abschließend unterstreicht der Verfasser, dass die Begriffe „Controlling“ und „Unternehmenssteuerung“ synonym verwendet werden. „In Abgrenzung zur Unternehmensführung, welche die direkte Verhaltensbeeinflussung durch das Management beinhaltet und das Unternehmen als soziales System betrachtet, stellt die Steuerung die instrumentale Betrachtung in den Vordergrund. Die gesamte Organisation wird auf ein rationales, zielorientiertes Handeln ausgerichtet.“
Anforderungen an die Unternehmen: zum einen geht es in diesem Kapitel darum, wie Nachhaltigkeit in den Unternehmenszielen verankert wird und wie die heterogene Gruppe der Stakeholder, einschließlich der Shareholder, darauf Einfluss nimmt. Zum anderen werden vor allem die in den letzten Jahren massiv an Bedeutung gewonnenen regulatorischen Anforderungen zur nachhaltigen Transformation der Unternehmen vorgestellt, beispielsweise die Berichtspflichten nach der EU-Taxonomie und der Corporate Sustainability Reporting Direktive (CSRD). Zudem werden die verschiedenen Nachhaltigkeitsstandards, etwa die Standards der Global Reporting Initiative (GRI), welche die Berichterstattung prägen, inhaltliche Mindeststandards setzen, Prozesse zur Nachhaltigkeitssteuerung vorgeben oder umfassende Managementsysteme zur Verfügung stellen, behandelt.
Organisation der Nachhaltigkeitssteuerung: zuerst werden die idealtypischen Prozessschritte einer umfassenden, integrierten Nachhaltigkeitssteuerung (welche auch den einzelnen Kapiteln dieses Buches entsprechen) beschrieben und danach die unterschiedliche aufbauorganisatorische Einordnung des Nachhaltigkeitscontrollings betrachtet.
Normative und strategische Nachhaltigkeitssteuerung: eingangs wird unterstrichen, dass der Ausgangspunkt der Erstellung einer Nachhaltigkeitsstrategie – als ein integrierter Bestandteil der Unternehmensstrategie – die Entwicklung einer Mission und Vision ist, erweitert um die Nachhaltigkeit. Zudem wird gezeigt, wie sich die Ausgangssituation mit einem Nachhaltigkeitsassessment bestimmen lässt, wofür und wie Stakeholderdialoge geführt werden und mit welchen Teilschritten Wesentlichkeitsanalyse durchgeführt werden kann. Zur klassischen strategischen Analyse greift der Verfasser auf die beiden bedeutsamen Werkzeuge PESTEL und SWOT zurück und setzt sich dann vor allem mit den unterschiedlichen Typen bzw. Stoßrichtungen von Nachhaltigkeitsstrategien – Compliance, Konsistenz, Suffizienz und Effizienz – im Rahmen der Dimensionen Ökonomie, Ökologie und Soziales auseinander.
Nachhaltige Unternehmensentwicklung: die strategische Weiterentwicklung des Unternehmens geht weit über eine Optimierung bzw. Absicherung bestehender Wertschöpfungsprozesse hinaus und beinhaltet auch die Generierung nachhaltiger Geschäftsmodelle sowie die Gestaltung umfassender neuer Wertschöpfungsketten. In diesem Kontext wird auch die Rolle des Controllers als Change Agent thematisiert und gezeigt, wie sich nachhaltige Geschäftsmodelle identifizieren sowie das Sustainable Business Model Canvas anwenden lassen.
Operatives Nachhaltigkeitscontrolling: zu Beginn dieses zentralen Kapitels postuliert der Verfasser, dass zwar viele Unternehmen zwischenzeitlich eine Nachhaltigkeitsstrategie formuliert haben, diese jedoch nicht systematisch umsetzen. Als Brücke zwischen der strategischen und operativen Steuerung der Nachhaltigkeitsstrategie bzw. als geeignetes Instrument zur Umsetzung und Operationalisierung von Strategien kann nach Auffassung von Sailer die Sustainability Balanced Scorecard (SBSC), deren Ausgestaltung näher erörtert wird, fungieren. Das operative Nachhaltigkeitscontrolling basiert auf einem Performance Measurement System, durch das kennzahlenbasiert gemessen, geplant und gesteuert wird. Zur Messung der Nachhaltigkeit sollte vor allem auf ein Nachhaltigkeitsrechnungswesen zurückgegriffen werden, das sich in das Umweltrechnungswesen und in das Social Accouting aufteilt. Die Umweltkostenrechnung lässt sich als traditionelle Rechnung auf Voll- und Teilkostenbasis durchführen oder prozessorientiert gestalten. Zu den Instrumenten des operativen Umweltcontrollings gehören u. a. die Konzepte Footprinting, Ökobilanz, ökologische Gewinn- und Verlustrechnung, Ökoeffizienzanalyse oder gar nur einzelne Öko-Kennzahlen. Im Social Accounting dominieren hingegen umfassende Kennzahlenkataloge, die an den GRI-Standards angelehnt sein können. Neben der Messung der ökonomischen Nachhaltigkeit wird auch der Ansatz der Value Balancing Alliance (VBA) vorgestellt, von dem nach Ansicht des Verfassers zu erwarten ist, dass er in Zukunft praktisch besonders bedeutsam sein wird. Ein abschließender Abschnitt widmet sich den wichtigen und zugleich aktuellen Themen der Software und Digitalisierung der Nachhaltigkeitssteuerung.
Die weiteren Kapitel des Buches befassen sich mit dem nachhaltigen Investitions- und Risikocontrolling, dem Nachhaltigkeitsreporting sowie den Themenbereichen Green Finance und Nachhaltigkeitskultur.
Traditionell ist das Controlling vor allem für die Informationsversorgung und Entscheidungsunterstützung des Managements bei ökonomischen Unternehmenszielen zuständig. Das besondere Verdienst Sailers liegt im Entwurf eines unspektakulären, jedoch praktikablen und integrierten Konzepts der Nachhaltigkeitssteuerung. Das Werk überzeugt durch seine klare Systematik und gute Verständlichkeit sowie durch seine hohe Praxisnähe. Letztere wird auch durch viele anschauliche Beispiele aus der Controller-Praxis unterstützt. Das Buch hat sich in relativ wenigen Jahren zu einem Klassiker des Nachhaltigkeitscontrollings entwickelt und kann sowohl Studierenden zur Einführung in das Nachhaltigkeitscontrolling, als auch Praktikern als Hilfestellung für eine erfolgreiche Implementierung der Nachhaltigkeitssteuerung gut empfohlen werden.
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