Die Qualen des Jugoslawienkrieges
Die vier einzelnen Geschichten, die doch alle wieder zusammenführen, erscheinen erstmals gemeinsam in vorliegender "Monster"-Gesamtausgabe auf fast 300 Seiten bei gleichem Gesamtformat, nur eben etwas dicker: "Der Schlaf des Monsters", "32. Dezember", "Rendezvous in Paris" und "Vier?" entstanden und erschienen zwischen 1998 und 2007. Jetzt gibt es sie in einer Monster-Gesamtausgabe.
Faction und Science Fiction in Old Jugoslawia
Die Qualen des Jugoslawienkrieges, der inmitten Europas ausbrach und ungeheure materielle und mentale Verwüstungen anrichtete, stehen im Zentrum dieser wohl persönlichsten Graphic Novel Bilals. Im Bombenhagel von Sarajevo werden 1993 die Waisenkinder Nike, Leyla und Amir geboren, sie überleben gemeinsam in einem Krankenhausbett, doch werden sie alsbald durch den Krieg wieder getrennt. Der erste Teil, Le Sommeil du Monstre (dt. Der Schlaf des Monsters), ist noch stark von den Erlebnissen des Krieges geprägt. Die Zeichnungen erinnern an die Nikopol-Trilogie (Die Geschäfte der Unsterblichen: La Foire aux immortels, 1980; Die Frau in der Zukunft: La Femme piège, 1986; Äquatorkälte: Froid Équateur, 1992), Bilals größten Erfolg, und sind sehr futuristisch, von einem verschwommenen Pinselstrich geprägt. Auch fiktive Zeitungsausschnitte werden von Bilal wieder in seine Erzählung miteingebunden, um größtmögliche Authentizität zu erzielen. Der Zerfall seiner ehemaligen Heimat Jugoslawien wird dann 2007 unerwarteterweise von einer Trilogie mit dem Band "Quatre?" (dt.: Vier?) auf eine Tetralogie ausgeweitet. Das freut nicht nur die Leser, die nun diese Gesamtausgabe in Händen halten.
2021: Bilals 70. Geburtstag
Enki Bilal, der 1951 in Belgrad geboren wurde, lebt heute als Künstler und Filmemacher in Paris. Er hat durch seine Veröffentlichungen in namhaften französischen Science-Fiction-Graphic-Novel-Zeitungen das Genre wesentlich geprägt und zudem weiterentwickelt. Er gehört zu den renommiertesten Comiczeichnern Frankreichs und veröffentlicht seit den frühen 1970er-Jahren Comics, u. a. mit Pierre Christin, meist engagierte Politthriller und Dystopien. Ende der Achtzigerjahre drehte er die Filme "Bunker Palace Hotel" mit Jean-Louis Trintignant, "Tykho Monn" mit Julie Delphi, Michel Piccoli u.a. und "Immortal - New York 2095: Die Rückkehr der Götter". Seiner Kultfigur Alexander Nikopol ist auch ein Computergame gewidmet. Bei Carlsen Comics sind einige seiner wichtigsten Werke erschienen, die vielleicht zu seinem 70. Geburtstag neu aufgelegt werden.
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