Geschichte

Geschichte des deutschen Militärs von 1914 bis 1945

Die Militärgeschichte fristete in Deutschland lange Zeit ein stiefmütterliches Dasein. Erst in den letzten zwei Jahrzehnten ist ein Aufschwung vor allem kritischer Militärgeschichtsschreibung zu beobachten. Nun hat das Militärgeschichtliche Forschungsamt Potsdam zusammen mit dem Münchener Oldenbourg Verlag eine dreibändige Reihe aufgelegt, die einen historischen Überblick der Militärgeschichte von den Anfängen im frühen Mittelalter bis zur Gegenwart bieten soll.

Der hier zu besprechende Band behandelt das Zeitalter der Weltkriege, genau genommen die Zeit von 1914 bis 1945. In vier großen Kapiteln werden der Erste Weltkrieg, die Weimarer Republik, die "Friedenszeit des Dritten Reichs" und der Zweite Weltkrieg behandelt. Es verwundert nicht, dass die letzten beiden Kapitel den größten Raum einnehmen. Der Leser findet einen souveränen Überblick über die politische und militärische Situation des Deutschen Reiches, der zudem exzellent bebildert und mit vielen wertvollen sowie übersichtlichen Tabellen und Grafiken angereichert ist. Die Vorgehensweise ist nicht streng chronologisch, sondern folgt einem nachvollziehbaren und leicht verständlichen System. Zunächst führen Zeittafeln und ein Epochenquerschnitt in das Thema ein, bevor auf das Umfeld, d.h. Militär, Staat und Gesellschaft, im ersten Kapitel eingegangen wird. Danach folgt die Struktur des Militärs, indem Kriegsbild und Kriegsführung erläutert sowie Waffengattungen und Taktiken vorgestellt werden. Das jeweils dritte Kapitel umfasst die Konflikte im Zeitalter der Weltkriege. Konkret bedeutet das eine ausführliche Darlegung des Ersten und Zweiten Weltkrieges (Land, Luft und See). Eine Bilanzierung steht stets am Ende eines jeden Hauptkapitels und führt noch einmal konzentriert die Probleme jedes Zeitabschnitts vor Augen.

Der hier vorgelegte Band stellt einen hervorragenden Einstieg in den großen Bereich der "Militärgeschichte" dar und erfüllt beinahe alle Anforderungen eines soliden Handbuchs. Negativ fallen nur die teilweise zu kurz geratene Literaturliste sowie die allzu starke Konzentration auf die militärischen Operationen auf. Mentale Aspekte und andere Richtungen der aktuellen Militärgeschichtsforschung geraten leider oft zu kurz. Wer sich darüber genauer informieren möchte, dem sei allerdings die im gleichen Hause konzipierte zehnbändige Reihe "Das Deutsche Reich und der Zweite Weltkrieg" empfohlen, wo solche Themen genauer analysiert werden.

Für den angehenden Bundeswehrsoldaten, historischen Laien und Studenten der Geschichte ist diese Einführung ohne Zögern zu empfehlen.

Grundkurs deutsche Militärgeschichte
Karl-Volker Neugebauer
Ernst W. Hansen
Gerhard P. Groß

Grundkurs deutsche Militärgeschichte


Das Zeitalter der Weltkriege 1914 und 1945 - Völker in Waffen
De Gruyter Oldenbourg 2007
496 Seiten, gebunden
EAN 978-3486580990
Band 2

Erster Weltkrieg kurz dargestellt

Kurze Darstellung der "Urkatatstrophe" des 20. Jahrhunderts im Trend der letzten Jahre: Deutschland wird freigesprochen.

Lesen

In der mittleren Kommandoebene

Diese militärhistorische Dissertation eines aktiven Militärs ist nicht wie viele vergleichbare Arbeiten für Zivilisten kaum nachvollziehbar, sondern sehr anschaulich und auch für Leser, die an moderner Militärgeschichte interessiert sind, zu empfehlen.

Lesen

Friedrich Fromm - nicht nur eine Figur um den "20. Juli"

Friedrich Fromm ist eigentlich ein Unbekannter. Doch seine Rolle im NS-Regime sollte nicht unterschätzt werden, wie diese Biografie zeigt.

Lesen

Logbuch aus dem Dunkeln

Witzig und bitterböse durchdringt der Kanadier Guy Delisle in seinem französischsprachigen Comic "Chroniques Birmanes" das Leben im südostasiatischen Absurdistan namens Birma.

Lesen

Exzessive Liebesbewältigung

2003 in der spanischen Originalsprache erschienen und 2006 mit Starbesetzung verfilmt, ist "Die Vergangenheit" (el pasado) seit kurzem auch in deutscher Sprache erhältlich. So sprachgewaltig das Werk ist, so viel verlangt es dem Leser ab.

Lesen

Grauen in Vietnam - der amerikanische Albtraum

Das am 16. März 1968 von GIs verübte Massaker von My Lai steht für das hemmungslose, grausame Verhalten der Amerikaner im Vietnamkrieg. Greiner legt nun die erste akribische Analyse des Vietnamkriegs vor, basierend auf bisher unausgewerteten Dokumenten.

Lesen
Kurt Georg Kiesinger 1904-1988
Der Erste Weltkrieg in Farbe
Generaloberst Friedrich Fromm
Canaris
Digitale Daten als Quelle der Geschichtswissenschaft
Deubelbeiss & Co
Kriminalität und Gesellschaft in Spätmittelalter und Neuzeit
Nationaler Sozialismus und Soziale Demokratie
Nation und Symbol
Ein Koloß auf tönernen Füßen
Das Stammhaus der Herren von Hallwyl
Residenzenforschung - Fürsten an der Zeitenwende zwischen Gruppenbild und Individualität
by rezensionen.ch - 2001 bis 2018