Romeo und Julia in den Everglades
Zwischen 1984 und 1989 strahlte der amerikanische Fernsehsender NBC die populäre Fernsehserie Miami Vice aus, auf der der hier vorliegende gleichnamige Kinofilm basiert. Don Johnson als James „Sonny“ Crockett und Philip Michael Thomas als Ricardo Tubbs sowie die Everglades Floridas waren maßgeblich am Erfolg der Serie beteiligt.
Kein Werbespot für Kokain
Dass sich der Michael Mann 20 Jahre nach Entstehen der Serie um einen Kinofilm bemühte, war der Tatsache geschuldet, dass er damals als ausführender Produzent in die Serie Miami Vice involviert war. Nach seinem erfolgreichen Kinofilm "Collateral" (2004) wollte er es gemeinsam mit Anthony Yerkovich, der das Drehbuch schrieb, noch einmal wissen. Die Reaktionen der Kritik waren verhalten, so schrieb etwa die Zürcher NZZ aus Anlass des Erscheinens des Films 2006 scherzhaft, dass die Protagonisten Colin Farrell und Jamie Foxx „wie Dressmen in einem Werbespot für Kokain“ agierten. Aber hey, galt das nicht auch schon für die Serie? "Style over Substance" wurde damals schon moniert, denn das Product Placement für Luxusprodukte wie Sonnenbrillen, Anzüge oder Autos sprach eine allzu deutliche Sprache. Der Neo-Noir, der die Serie in Pastellfarben tauchte, Licht- und Schattenspiele, Hell-Dunkel-Effekte oder ungewöhnliche Szenenbilder und Kameraperspektiven sowie Handlungsstränge, machten die Serie mehr zu einem visuellen Erlebnis als einer philosophischen Betrachtung von Leben und Sterben in Miami. Was macht also der Film Miami Vice anders als die Serie?
Romeo und Julia in den Everglades
Da wäre einmal der Soundtrack, der doch sehr stark von der Serienvorlage abweicht. An der Stelle von Jan Hammers "Crockett's Theme" und anderen Soundtrack-Einspielungen geht es in Miami Vice - Der Film mit ganz schön harten Rockklängen zur Sache. Mit dabei sind u. a. Audioslave mit "Shape of Things to Come" und "Wide Awake" oder Mogwai mit "We're No Here". Aber auch sanftere Klänge von Moby oder Nina Simone werden angespielt. Eine besondere Rolle spielt auch der von Nonpoint interpretierte Klassiker "In the Air Tonight". Der Song wurde schon im Pilotfilm der Serie sehr passend eingesetzt und auch im Film setzt er starke Akzente, interpretiert von der Miami-based Rockband Nonpoint. Die Handlung hält sich zwar ebenfalls an das klassische Cowboy-Indianer- oder Räuber-und-Gendarm-Spiel, jedoch wird auch eine romantische Liebesgeschichte zwischen der Ehefrau eines Drogen-Bosses, Isabella (Gong Li), und Crockett eingeflochten. Gerade so eine Liebesgeschichte kann gefährlich werden, wenn man sich inkognito in einen Drogenring einschleust und heiße Ware zu günstigen Preisen verhökern will. Sogar eine politische Dimension gibt der Film her, denn das Kartell benutzt die Aryan Brotherhood zur Verteilung ihrer Drogen. Zusätzliche Brisanz entsteht auch als Ricos Freundin von der Brotherhood gekidnappt wird. Aber im Showdown im Hafen von Miami soll ein Schusswechsel die Verhältnisse wieder zurechtrücken. Allerdings nicht zwischen Isabella und Crockett. Die Liebesgeschichte zwischen zwei verfeindeten Familien in den Everglades - dem Gesetz und den Gesetzlosen - findet aber ein weit weniger dramatisches Ende als in der Steilvorlage von Shakespeares Romeo und Julia.
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