Camilla Läckberg bleibt sich treu
Wer Läckberg mag, und folgt man der Auszeichnung der Schriftstellerin als "Königin der Kriminalromane", dann hat sie eine große Leserschaft, wer also Läckberg mag, wird in ihrem neuen Roman nicht enttäuscht werden: der Wiedererkennungswert ist gegeben. Handlungsort, Charaktere, aber auch die Technik, die Vergangenheit zum Protagonisten zu machen, alles wird wieder aufgenommen.
Und doch gehören weder Langeweile noch stumpfe Wiederholungen zum Inhalt des Kriminalromans "Die Töchter der Kälte", der flüssig geschrieben ist, mit Figuren aus Fleisch und Blut. Wie gewohnt legt Läckberg ein großes Gewicht auf die Psychologie ihrer Charaktere. Sie meidet dabei klischeehafte Zeichnungen, stellt ganz verschiedene Persönlichkeiten vor. Dieses Mal sind es vor allem Mütter, aber eben nicht die Mutter, sondern unterschiedlichste Muttertypen, die auf mannigfache Weise auf die Widrigkeiten und Anforderungen, die ihnen ihr Schicksal bringt, reagieren.
Da findet sich die Wochenbett-Depressive, für die das Neugeborene auch Belastung ist, da ist die trauernde, die kaltherzige, die schützende, die grausame Mutter, die unselbstständige und vom Ehemann unterdrückte Mutter, die Mutter, die keinen Ausweg mehr weiß. Manche Mütter sind ein Konglomerat aus verschiedenen Typen. Insgesamt versammelt die Autorin einen Querschnitt durch die Gesellschaft am Beispiel der Mütter, mit all den Varianten und keinem Klischee verpflichtet.
Zur Geschichte: Ein Mädchen wird tot im Wasser aufgefunden. Zunächst glaubt man an einen schrecklichen Unfall, doch die Gerichtsmediziner stellen fest, die Kleine ist nicht im Meer ertrunken, sondern in der Badewanne. In der Lunge finden sich Süßwasser und Seifenreste, aber auch Asche. Letzteres stellt die ermittelnden Beamten vor das größte Rätsel. Patrick Hedström hat die Leitung der Ermittlungen und fühlt sich fast überfordert, nicht zuletzt weil ihn der Fall auch emotional sehr tief berührt, ist er doch gerade Vater einer Tochter geworden.
Im Grunde genommen gibt es keine wirklichen Hinweise, Stück für Stück müssen die Ermittler sich vorarbeiten, zunächst aber decken sie menschliche Abgründe auf - zerbrochene Familien, Kindesmissbrauch, unbewältigte Vergangenheit - bis sie schließlich zur Lösung vordringen.
Ein schöner Krimi, geeignet für ein graues Herbstwochenende, leider - so viel Kritik muss jetzt doch sein - noch in der alten Rechtschreibung.
Das Meer – eine Liebe fürs Leben
Auszüge aus Romanen und Erzählungen, manchmal schlichte Impressionen, die Thomas Mann mit dem Meer verknüpft.
Mit Thomas Mann am MeerEin gutes Werk für jeden Tag
Der Literaturkritiker Rainer Moritz stellt lauter empfehlenswerte Bücher vor.
Das Jahr in BüchernKurzgeschichten- und Gedichte-Sammlung des Meisters des Grauens
Die kleine Schmuckausgabe ist eine illustrierte Version der Kurzgeschichten und Gedichte des Horror-Genreerfinders Edgar Allen Poe.
Der Untergang des Hauses UsherEine Amerikanerin in Guyenne
Ein Krimi mit viel französischer Philosophie von einer Amerikanerin geschrieben: so geht postmoderner Noir.
See der SchöpfungSpätes Glück für Tom Ripley
Im letzten Roman von Patricia Highsmiths berühmter Reihe findet der Titelheld zuerst zu einer Art Läuterung und dann zu einem späten Glück.
Ripley Under Water