Die Entwicklung der Reisekultur
Obgleich sich Gabriele Knoll in diesem Buch verschiedenen Formen und Motiven des Reisens vom Mittelalter bis zum heutigen Massentourismus widmet, gilt ihre Leidenschaft eindeutig den Heilbädern. Andere Reiseziele, wie Pilgerstätten, die Alpen seit Ende des 18. Jahrhunderts oder der Rhein- besonders der Mittelrhein mit seinen Burgen - zu Beginn des 19. Jahrhunderts werden von der Autorin zwar besprochen, finden aber nicht dieselbe ausführliche Beachtung wie die Bäder mit ihrer Architektur.
Das Baden zur Genesung in heißen, aber auch kalten Quellen kam bereits im späten Mittelalter auf. Tagelang setzte man sich, teilweise von hölzernen Hütten vor Sonne und Regen geschützt, ins Wasser, aß, spielte und vergnügte sich darin. Mineralwasser auch zu trinken, ist eine Errungenschaft erst der frühen Neuzeit, die schließlich zum heutigen, bekannten äußeren Erscheinungsbild der Kurbäder mit ihren Brunnen- und Wandelhallen, Parks und Pavillons führte. Denn das Spazierengehen förderte nach Ansicht der Ärzte des 18. Jahrhunderts die Aufnahme der Mineralien durch den Körper.
An das Bad im salzigen Meerwasser konnte man sich erst später gewöhnen. Im 17. Jahrhundert etwa badete man im englischen Scarborough nur in einer Mineralquelle an der Küste. Später leitete man Meerwasser in Becken oder stellte Badekarren direkt ins Meer, um sich hinein zu setzen.
Auf dem Lande, wo es keine Gasthöfe gab, dienten zunächst die Pfarrhäuser als Gästequartier. Erst im 19. Jahrhundert wurden dann in großem Stil Hotels gebaut. Die Grand Hotels mit ihrer an den Adelspalais oder Schlössern orientierten Architektur entstanden aufgrund des Repräsentationsbedürfnisses des Bildungs- und Finanzbürgertums.
Der Band ist reich bebildert; leider ist die Qualität vieler Abbildungen nicht so gut wie sie es sein könnte, hätte ein professioneller Fotograf die Aufnahmen gemacht. Trotzdem erhält der moderne Tourist in diesem Buch interessante Hinweise auf sehenswerte Architektur, Museen oder historische Verkehrsmittel wie Dampfschiffe oder Eisenbahnen, die heute noch in Betrieb sind. Der Schwerpunkt liegt auf Deutschland, der Schweiz und England, wenn auch einige Stätten in Frankreich, Belgien, Polen, Tschechien und Österreich Erwähnung finden.
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