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König Artus aus neuer Perspektive

Aufmerksame Leser werden das "wahre" im Titel dieser Bildband-Publikation der Reihe Reisebildbände "Mythen & Legenden" des Stürtz-Verlages bemerkt haben. Dass es einen König Artus zwischen 470 und 520 tatsächlich gegeben hat, darüber bestehen keine Zweifel mehr, wohl aber, wo er gelebt haben soll, wie der Autor dieses reich bebilderten Legendenbuches nachweisen kann. Trotz den Touristenströmen, die alljährlich Tintagel und Glastonbury besuchen, ist König Artus nämlich nicht in Tintagel zur Welt gekommen und Glastonbury ist auch nicht die Insel Avalon. Aber auch bei "Excalibur" und der sog. "Tafelrunde" könnte es sich um Überlieferungsfehler handeln.

König Artus und mehr

Gerald Axelrod beschäftigt sich in seiner neuesten Publikation aber nicht nur mit neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen rund um die Artus-Sage, sondern auch mit einer Menge anderer Legenden. So dürfen natürlich in so einem Buch Tristan und Isolde, Parzival, Merlin und Myrddin oder Guinevere und Camelot, Gawain nicht fehlen. Darüber hinaus bekommen die LeserInnen aber wirklich sehenswerte Fotos von mystischen Orten zu sehen, auf die sich der Fotograf und Texter schon seit mehr als 20 Jahren spezialisiert hat. Mehr als 21 Bücher hat Axelrod nämlich schon beim Stürtz-Verlag publiziert und gehört somit schon längst zu den Zugpferden des Reise- und Kalender-Verlages. Zwölf Schlachten hat König Artus der Legende nach triumphal geschlagen, die 13. Schlacht bei Camlan jedoch besiegelte sein Schicksal. Durch eine schwere Verwundung in Mitleidenschaft gezogen, wurde er auf die Insel Avalon gebracht, wo er dann auch starb.

Glastonbury und die Insel Avalon

Der erste Teil der vorliegenden Publikation widmet sich der Suche nach Artus’ Königreich, das durch die Entschlüsselung der alten Ortsnamen zumindest eingegrenzt werden kann. Sein Reich lag erstaunlicherweise nämlich viel weiter im Norden als bisher angenommen, genauer gesagt in Nordengland und Schottland, wo Namen wie "Loch Arthur", "Arthur’s seat", "King Arthur’s knot" und "Camelot" noch heute an Artus erinnern. Eine Information, die durchaus den schottischen Separatismus noch mehr befördern könnte, gerade in Zeiten des Brexit, dabei ist die Artuslegende doch zutiefst europäisch, oder etwa nicht? Im 12. Jahrhundert setzte die Legendenbildung ein, denn um Pilger anzulocken, behaupteten die Mönche von Glastonbury, sie hätten ebendort Artus’ Grab entdeckt. Die Artus-Legende wird in Südengland und Cornwall angesiedelt, um so wertvolle Einnahmen im Land zu behalten und später auch touristisch auszuschlachten.

Der zweite Teil widmet sich der Insel Avalon, wo die Gralsburg stehen soll, die das Geheimnis des heiligen Grals hütet. Eine spannende, mythenumrankte Lektüre erwartet die LeserInnen, die zudem von unglaublich schönen und mystischen Fotos begleitet wird.


von Juergen Weber - 13. Oktober 2018
Der wahre König Artus und die Suche nach Avalon
Gerald Axelrod

Der wahre König Artus und die Suche nach Avalon


Stürtz 2018
128 Seiten, gebunden
EAN 978-3800346295