Plädoyer für einen unverkrampften Umgang mit Kunst
Ist etwas noch Kunst, wenn es jeder kann? Mehr als Beliebigkeit? Für Christine Richter schon. Ihr Zugang zur Kunst ist ein durch und durch experimenteller. Kunstwerke entstehen gerade durch Ausprobieren, nicht nur durch eine lange Meisterlehre. So ist auch der Titel ihres Buches "Jeder ist ein Künstler - 30 Wege dorthin" programmatisch.
Christine Richter nimmt den Leser nicht an die Hand, sondern stellt ihm dreißig ganz unterschiedliche künstlerische Techniken zum Erproben vor. Ein Praxisbuch durch und durch. Theoretische Hintergründe, kulturhistorische Bezüge findet man nicht. Muss man auch nicht. Es geht um die schlichte Freude am künstlerischen Schaffensprozess. Nicht das Kunstwerk am Ende ist das Ziel, sondern der kreative Weg dorthin, die Beschäftigung mit künstlerischer Praxis überhaupt. Der Leser soll nicht darüber nachdenken, ob das, was er macht, Kunst ist. Wenn am Ende etwas herauskommt, das wie Kunst aussieht, umso besser.
Schön, dass Richters Technikvorschläge ebenso einfach wie ausgefallen sind. Man sieht Assemblagen und Frottagen, bemalte Körper und Plastiken aus hauchdünnem Papier. Da schweift der Blick des Lesers über ausdrucksstarke Bilder aus zerknülltem Transparentpapier oder es werden mit Haushaltsfolie auf nassem Papier interessante Formen gezaubert. Es wird in Wachs gekratzt, geschabt und mit Acrylfarbe und Tapetenkleister gespachtelt, Bilder zerschnitten und neu zusammengesetzt. Warum eigentlich nicht mal ein altes Buch zum Kunstobjekt erklären und dessen Seiten einfach anmalen, zerreißen, anbrennen, beklecksen oder nach Belieben anders verändern?
Collagen, Arbeiten auf Papier, Objekt- und Aktionskunst, experimentelles Arbeiten, Zufallskunst - vieles ist in dem Buch vertreten. Ein Potpourri an Techniken so bunt wie eine Künstlerwerkstatt. Und gerade das macht das Buch so interessant, so anders als viele der üblichen Lehr- und Bastelbücher mit ihren Schablonen und Kopiervorlagen. Eine Fundgrube für nicht alltägliche künstlerische Techniken, die trotzdem ohne größeren Materialaufwand und keinerlei Vorkenntnissen ausprobiert werden können. Die Ideen sind übersichtlich und anschaulich in Wort und Bild vorgestellt, schnell nachvollziehbar und bedürfen keiner Einführung.
"Jeder kann kleine Kunstwerke schaffen" steht auf der Buchrückseite. Das Buch will dazu Anregungen bieten und schafft dies auf erfrischend unkonventionelle Weise. Richter weckt Interesse, Interesse am Nachmachen, Ausprobieren und Experimentieren. Nach der Lektüre ist man um viele Anregungen und Gedankenanstöße reicher. Und sicher werden auch einige Schwellen- und Versagensängsten im Umgang mit künstlerischen Techniken abgebaut.
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