David Müller: Investitionscontrolling: Entscheidungsfindung bei Investitionen

Der entscheidungsorientierte Ansatz des Investitionscontrollings

Entscheidungen über Investitionen – insbesondere im Fall von strategischen Investitionen – gehören seit jeher zu den schwierigsten Managemententscheidungen überhaupt. Sie binden langfristig hohe Finanzmittel und sind später oft nicht mehr oder nur sehr schwer zu revidieren. Zum einen bieten sie die Chance, dauerhafte Wettbewerbsvorteile zu sichern, zum anderen können sie existenzbedrohende Risiken mit sich bringen. Sehr häufig müssen sich die Entscheidungsträger dabei auf unsichere Informationen im Hinblick auf das Entscheidungsfeld stützen, was zweifelsohne zur Komplexität des entsprechenden Entscheidungsprozesses beiträgt.

Das Investitionscontrolling begleitet den Investitionsprozess von Anbeginn bis zum Abschluss. Seine zentrale Aufgabe ist die Unterstützung der Unternehmensführung bei der Planung, Realisierung und Umsetzung der Investitionsentscheidungen. Dabei kommt eine Vielzahl von Instrumenten zum Einsatz, welche auf entscheidungstheoretischen Grundlagen beruhen. Als logische Konsequenz daraus ergibt sich die Zusammenführung der bisher eher getrennt betrachteten Bereiche der Entscheidungstheorie und der Investitionsrechnung. An dieses Bemühen knüpfen die beiden vorliegenden Bände von David Müller, Professor für Rechnungswesen und Controlling an der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg, an.

Im Band 1 werden zuerst die grundsätzlichen Merkmale des Managements und des Controllings von Investitionen vorgestellt. Danach werden die Verfahren der Investitionsrechnung bei Sicherheit präsentiert. Hierzu zählen zum einen die in der Praxis (noch) weit verbreiteten kalkulatorischen bzw. statischen Verfahren, zum anderen die finanzmathematischen bzw. dynamischen Verfahren. Des Weiteren wird auch aufgezeigt, wie sich der Einfluss von Steuern bei Investitionsentscheidungen berücksichtigen lässt und wie Entscheidungen zur Nutzungsdauer und zum Ersatzzeitpunkt getroffen werden können. Der anwendungsorientierte Einsatz der Modelle wird danach am Beispiel von Lebenszyklusrechnung und wertorientierter Steuerung diskutiert. Abschließend werden die Investitionsrechenverfahren unter Unsicherheit bearbeitet. Dabei werden neben einem Überblick über die Korrekturverfahren und die Sensitivitätsanalyse einstufige, vor allem aber mehrstufige Entscheidungen bei Risiko (Entscheidungsbaumverfahren und Realoptionsmodelle) behandelt.

Im Investitionscontrolling werden regelmäßig auch Modelle der Entscheidungstheorie eingesetzt. Diesen widmet sich der Band 2. Einen ersten Schwerpunkt bildet die präskriptive Theorie individueller Entscheidungen, die Verfahren und Regeln bzw. Prinzipien aufzeigt, wie sich der Akteur verhalten sollte, wenn er rational handeln wollen würde. Dabei geht es beispielsweise um kompensatorische Verfahren, Risikonutzenfunktion, klassische Entscheidungsregeln und mehrperiodische Modelle. Ein zweiter Schwerpunkt widmet sich der deskriptiven Theorie individueller Entscheidungen. Die Ideen, Methoden und Erkenntnisse, welche die Abweichungen des tatsächlichen Entscheidungsverhaltens von den präskriptiven Modellen feststellen, systematisieren und erklären, werden vielfach unter dem Begriff der Verhaltensökonomie bzw. Behavioural Economics zusammengefasst. Sie liefern wichtige Erkenntnisse über die Psychologie der Problemlösung und bieten Anhaltspunkte dafür, in welchen Situationen ein Entscheidungsprozess besonders genau geprüft werden sollte. Neben diesen Analysen wird der Fokus auch auf solche Aspekte gelegt, die oftmals im einschlägigen Schrifttum weniger beleuchtet werden. Dazu zählen vor allem die kollektive Entscheidungstheorie und die kooperative Spieltheorie.

Die vorliegende jüngste Auflage wurde nicht nur durchgehend aktualisiert, sondern in einem wichtigen Punkt neu strukturiert. Das durch die Zusammenführung der Bereiche der Entscheidungstheorie und der Investitionsrechnung entstandene Sujet ist dermaßen umfangreich ausgefallen, dass offensichtlich eine Aufteilung des Lehrbuchs in zwei sich gegenseitig ergänzende Bände notwendig wurde. Das gesamte Werk ermöglicht eine fundierte Auseinandersetzung mit dem entscheidungsorientierten Ansatz des Investitionscontrollings. Es ist klar strukturiert und zeichnet sich durch ein anspruchsvolles, dennoch grundsätzlich gut verständliches Argumentationsniveau aus. Zahlreiche Abbildungen unterstützen das Verständnis für die oftmals komplexen Zusammenhänge und eine Reihe von Aufgaben mit entsprechenden Lösungen dienen der Veranschaulichung der besprochenen Sachverhalte und unterstützen die Anwendung des gelernten Wissens.

Damit eignet sich das gesamte Werk sowohl zur vorlesungsbegleitenden Lektüre als auch zur Klausur- und Seminarvorbereitung für Studierende in betriebswirtschaftlich orientierten Bachelor- und vor allem Masterstudiengängen.

Investitionscontrolling: Entscheidungsfindung bei Investitionen
Investitionscontrolling: Entscheidungsfindung bei Investitionen
Investitionscontrolling und Investitionstheorie / Entscheidungstheorie
623 / 628 Seiten, broschiert
2 Bände

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