Wladimir Kaminer: Ich mache mir Sorgen, Mama

Familie Kaminer

In jeder Familie gibt es sie, die kleinen und großen skurrilen Ereignisse des Alltags. Wladimir Kaminer lässt uns am Leben seiner Familie teilhaben. Dies tut er mit viel Humor.

Wir erfahren vom Ideenreichtum des Vaters, der manchmal ein wenig absonderlich anmutet. Wir lernen Olga, die Ehefrau des Autors, und seine beiden Kinder, Sebastian und Nicole, kennen, denen die Kreativität offenbar vererbt wurde: Sie bauen ihre Schildkröte durch Einsatz eines Ventilators und von Rädern zu einem Porsche um. Zur Familie gehören auch noch der Großvater und die schwangere Katze Marfa sowie die Tante, die aber nicht will, dass über sie berichtet wird.

Kaminer erzählt von seiner Kindheit in Russland und den Hürden der deutschen Bürokratie, die auch von einem Dreijährigen Angaben über seine Ex-Frauen verlangt, von der Mentalität der Ostdeutschen und dem Urlaub im sonnigen Süden - eben von Ereignissen des Alltags. Der Leser wird sich und sein Leben wiedererkennen, dabei schmunzeln oder zustimmend nicken.

Die kurzen, unabhängigen Episoden lesen sich leicht, ohne aber anspruchslos zu sein. Kaminer bringt die Dinge auf den Punkt, indem er sie einfach beschreibt, so, wie sie sind. Eine unterhaltsame Lektüre, die einem den Blick für die Kleinigkeiten und vermeintlichen Banalitäten des Lebens offenbart. Gerne kann uns Wladimir Kaminer mit weiteren Geschichten dieser Art beglücken. Seine ersten sind es ja nicht...

Ich mache mir Sorgen, Mama
Ich mache mir Sorgen, Mama
253 Seiten, gebunden
Goldmann 2004
EAN 978-3442545605

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