Die letzte deutsche Diva
„Was kann es Schwereres geben als alleine zu leben, ein ganzes Leben“, singt die deutsche Diva in einem ihrer Chansons mit rauer bis rauchiger Stimme. In ihrem Leben gab es den Film, die Musik, drei Ehemänner und eine Tochter. Und 57 Operationen, sagt sie in einem Interview.
Es regnete nicht nur rote Rosen ...
Die vorliegende Dokumentation der deutsch-schweizerischen Regisseurin Luzia Schmid zeigt die ganze Knef. In Originalaufnahmen, im Film, in Interviews, live im Konzert, auf den Bühnen der Welt. Ausgestattet mit einer unglaublichen Stimme und einem ebensolchen Selbstbewusstsein begann ihre Karriere zunächst beim deutschen Film, dann in Hollywood und später als Chanteuse, die nicht nur sich selbst, sondern allen Frauen der Welt Mut machte. „Der geschenkte Gaul“, ihre Autobiografie, erschien bereits 1970, da war sie gerade 45 Jahre alt und hatte noch einige Erfolge vor sich. Ihre Schallplattenkarriere begann Mitte der Siebzigerjahre, aber auf ihre ersten Erfolge folgte eine Krebsdiagnose. Doch auch diese meisterte sie mit Bravour und stürzte sich erneut in die Arbeit. Dieses Jahr wäre sie 100 Jahre alt geworden, aber sie starb 2002 an einer Lungenentzündung. Die Dokumentation „Ich will alles“ spannt einen Bogen von einem ihrer ersten Auftritte als Sängerin mit „Für mich soll's rote Rosen regnen“ bis zu ihrer letzten Tournee und einem ihrer letzten Auftritte mit demselben Song, bei dem sie ihre Tränen der Rührung nur sehr schwer unterdrücken kann. Die Kamera geht ins Off, schwarzes Bild, und man hört nur mehr ihre Stimme.
„Hemmungslos und unverschämt autobiografisch“
Hildegard Knef (1925–2002): Weltstar, Stilikone, Grande Dame des Chansons, letzte deutsche Diva, Schauspielerin, Sängerin und Autorin. „Ich will alles“ zeigt die ganze Knef, nicht nur ein von den Medien kreiertes Image, sondern die echte, einmalige Hildegard Neff, wie sie sich auf dem amerikanischen Markt nennen musste. In Interviews hat sie eine ebenso schöne und gewählte Sprache wie auf der Bühne und ist schonungslos ehrlich. Sie schrieb sogar eine zweite Autobiografie über ihre Krebserkrankung, was damals – Mitte der Siebziger – noch ein absolutes Tabu war. Mit schallendem Lachen erzählt sie von ihren Misserfolgen in den USA, wo die Studios sie aufgrund ihres Selbstbewusstseins ablehnten oder stets schlecht besetzten. Sie lacht und weint in ihren Antworten, bindet den Interviewer persönlich ein und ist alles andere als arrogant. „Alles, was man schreibt, glaube ich, ist doch verschämt oder weniger verschämt autobiografisch. Und ich bin da ziemlich hemmungslos und unverschämt autobiografisch oder sagen wir ... Ich kann nur über das schreiben, was ich empfinde. Und sei es auch nur für ganz kurze Zeit.“
Ein Leben in der Öffentlichkeit … in Selbstzeugnissen
Fünf Jahrzehnte diente sie den deutschen Medien und verheimlichte auch nichts aus ihren drei Ehen oder ihrer späteren Medikamentensucht. Fünf Leben führte sie: Die Sängerin Hildegard Knef veröffentlichte 23 Originalalben (inkl. 4 Live-Alben), und 320 einzelne Titel sind von ihr erschienen; bei 130 davon stammt der Text aus ihrer Feder. Als Filmschauspielerin spielte sie in 49 Kinofilmen. Als Theaterschauspielerin stand sie in 15 Stücken auf der Bühne, und als Schriftstellerin veröffentlichte sie sieben Bücher. Und als Mutter bekam sie 1968 eine Tochter. „Ich will alles“ zeigt auch Interviewausschnitte mit ihrer Tochter, die heute in den USA lebt, und Paul von Schell, ihrem letzten Ehemann. In dem der Blu-ray beigefügten Booklet wird die Regisseurin und Drehbuchautorin Luzia Schmid zu ihrem Film interviewt und erzählt, warum sie sich bei Hildegard Knef vor allem auf ihre Selbstzeugnisse verließ. Hildegard Knef am 28. Dezember 2025 zum 100er: Na, wenn es da nicht endlich rote Rosen regnet! „Ich will alles“ ist eine dieser Rosen – ein Film, den man gesehen haben muss, über eine Frau, die umwerfender nicht sein könnte...
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