20 Jahre SUMO
"Sumo", das war vor 20 Jahren eine publizistische Revolution, die den Buchmarkt durchrüttelte. Noch nie war ein so großes Buch erschienen, das die Arbeiten von Helmut Newton - der bekanntlich sehr gerne mit Größe arbeitet - in so einem Format präsentierte. 20 Jahre später ist es wieder zurück! Zum 20. Jahrestag wurde es von seiner Frau June aktualisiert und enthält als XL-Ausgabe 394 Bilder und ein Beiheft, das uns durch die Entstehungsgeschichte des ersten legendären SUMO führt.
Fotografien ohne Feigenblatt
Inzwischen - 20 Jahre später - sind bei Taschen auch einige andere Bücher im Sumo oder Baby Sumo Format erschienen. 40 Jahre seiner stilprägende Fotografie werden im Zeitraffer gezeigt. Für die Bildmotive, die so aufwendig inszeniert wurden wie ein Filmset, scheute Helmut Newton keinen Aufwand und kein Feigenblatt. Klotzen statt kleckern, war schon immer die Devise des deutsch-amerikanischen Fotografen (eigentlich: Helmut Neustädter) gewesen, der Geschichte schrieb. Stilprägend für die Modefotografie und die Wahrnehmung des weiblichen Körpers waren zum Beispiel Newtons Bilder "Daryl Hannah" (American VOGUE, Los Angeles, 1984) oder „Sie kommen, naked“ (VOGUE Paris, Paris, 1981) - beide The Helmut Newton Estate – Maconochie Photography - die spätestens in den Neunzigern Feministinnen wie Alice Schwarzer auf den Plan riefen. Andererseits machte er auch Bilder wie "Model in Yves Saint Laurent" (VOGUE Paris, Rue Aubriot, 1975), das ein deutlich androgyneres Bild der modernen Frau zeigt. Newton rechtfertigte sich mit Aussagen wie „Ich liebe Frauen. Es gibt nichts, was ich mehr liebe“. Seiner Ansicht nach zeigt er Frauen als stark und mächtig, ja gar als "Gebieterinnen über das Geschehen". Dennoch wurde er auch von der Schriftstellerin, Aktivistin und Philosophin Susan Sontag als frauenfeindlich bezeichnet. Seine persönlichen Obsessionen trafen jedenfalls gegen Ende des 20. Jahrhunderts den Geschmack vieler Männer und Frauen, die sich ebenfalls danach ausrichteten. Jetzt kann man sich in der neuen Ausgabe des SUMO auch persönlich davon überzeugen, wer wirklich recht hatte oder sich seine eigene Meinung bilden.
Das originale SUMO-Buch, das die Ausmaße einer privaten Ausstellung hat, wurde noch unter Mitarbeit von Helmut Newton (1920–2004) erstellt und entstand aus einem offenen, experimentellen Dialog zwischen Fotograf und Verleger. 35,4 Kilo Gewicht (knapp 80 Pfund) brachte der SUMO – einschließlich Schachtel und Folie – auf die Waage. Der Original SUMO, in einer Auflage von 10.000 signierten und nummerierten Exemplaren erschienen, war bald nach seiner Veröffentlichung ausverkauft. Das Buch stieg im Wert rasch auf ein Vielfaches des Verkaufswerts. Einzelne Exemplare sind weltweit in zahlreichen bedeutenden Sammlungen vertreten, unter anderem auch im New Yorker Museum of Modern Art, dem MoMa. Das legendäre SUMO-Exemplar Nummer eins, handsigniert von über hundert der in dem Buch abgebildeten berühmten Persönlichkeiten, brach den Rekord für das teuerste, im 20. Jahrhundert veröffentlichte Buch, als es am 6. April 2000 bei einer Auktion in Berlin einen Kaufpreis von über 317.000 Euro erzielte. Man kann sich ungefähr ausmalen, was es wohl heute wert sein könnte, so sich ein Bieter findet und es zu Verkauf stünde. Die vorliegende XL-Ausgabe feiert nun 20 Jahre SUMO. June Newton (1923–2021) war selbst Fotografin und seit 1970 unter dem Künstlernamen Alice Springs tätig. Auch ihre Werke wurden weltweit ausgestellt oder abgedruckt, u. a. in Vanity Fair, Interview, Elle und Vogue. Zu den vielen berühmten von ihr porträtierten Menschen zählen William S. Burroughs, Catherine Deneuve, Graham Greene, Vivienne Westwood, Ralph Gibson, Roy Lichtenstein, Robert Mapplethorpe, Yves Saint Laurent und Nicole Kidman.
50 Jahre Albert Watson
Albert Watson, der schottische Fotograf, zeigt eine Welt voller Glitzer, Glamour und Grinch. Eine Retrospektive über 50 Jahre kreatives Schaffen ...
KaosWaits/Corbijn: Photographien und Curiosities
Eine kongeniale Kollaboration der Konquistadoren der Musik und Fotografie.
Waits/CorbijnWeit mehr als nur "die schönste Frau der Welt"
Hedy Lamarr, geborene Hedwig Kiesler, führte ein aufregendes Leben voller Herausforderungen. Ein Comic für Erwachsene.
Hedy LamarrGolden Cage
Die feministische Selbstermächtigung von "Darling" war vielleicht doch nur ein ruhmsüchtiger Verrat an den einzigen Idealen, die wirklich im Leben zählen: Liebe und Vertrauen.
DarlingBruce Weber – Fünf Jahrzehnte im Fokus
Bruce Webers Lebenswerk auf mehr als 500 XL-Seiten: 5 Jahrzehnte des berühmten Fotografen im Rückblick.
My EducationSachlichkeit in der Fotografie: von nüchtern bis magisch
Der Fotoband zur Ausstellung "Sachlich Neu" mit August Sander, Albert Renger-Patzsch und Robert Häusser zeigt, wie vielfältig sachliche Fotografie sein kann.
Sachlich neu