Gruppenunterricht in der Praxis
Theoretisch ein Star - praktisch ein Mauerblümchen; so könnte man den Stellenwert der Gruppenarbeit an Schulen charakterisieren. Viele gute Gründe sprechen dafür, Schüler schon früh häufiger und kontinuierlicher in Kleingruppen arbeiten zu lassen: die Förderung sozialer Kompetenz, die Erhöhung von Interaktionschancen, die bessere Möglichkeit zur Förderung sprachlich gehemmter Kinder, die Entwicklung von Kritikfähigkeit und produktiven Denkprozessen, die Förderung der Selbstständigkeit und nicht zuletzt die Steigerung der Arbeitsfreude. Aber leider passt der Gruppenunterricht nicht in das Konzept der Schule, wie sie heute ist: mit ihrer Konzentration auf Auslese und Konkurrenz statt Kooperation, mit ihrer Betonung der Vermittlung inhaltlichen Wissens anstelle von Fähigkeiten zum Wissenserwerb.
Das Handbuch will Lehrer ermutigen, Gruppenarbeit systematisch in den Unterricht einzubauen. Besonders wertvoll ist in dieser Hinsicht der zweite, praktische Teil, der leider nur etwa die Hälfte des Buchumfangs ausmacht. Der Aufsatz von Wulf Denecke und Eberhard Ritz gibt Antworten auf konkrete didaktische Fragen: Welche Themen eignen sich überhaupt zur Gruppenarbeit? Wie gelangt man zu einer Aufgabenstellung, die von den Schülern als verbindlich betrachtet wird? Oder: Wie erwerben die Gruppen Methodensicherheit? Hinsichtlich dieser wichtigen Frage findet man in der Literatur wenig Information. Denecke und Ritz schlagen vor, das "Formulieren von Lernschwierigkeiten zu üben" und dabei Strategien zur Überwindung von Methodenunsicherheit zu entwickeln (S. 122). Der Lehrer soll vor allem Impulse zu verschiedenartigen Lösungsversuchen geben. Dieser wichtige Aspekt hätte einen eigenen Aufsatz verdient.
Einem ganz wesentlichen Punkt widmet sich Ernst Meyer: den Lerninstruktionen der Gruppen. In seinem sehr klaren und übersichtlichen Beitrag weist er bestimmten Unterrichtsformen bestimmte Instruktionstypen zu. Für die Kleingruppe eignen sich demnach besonders Instruktionen, die eine Analyse notwendig machen oder solche, die eine Konstruktion erfordern oder durch Training Defizite ausgleichen sollen. Begründetes Entscheiden, etwas heraussuchen oder Instruktionen, die zur Selbstkontrolle auffordern, sind dagegen eher für Einzelarbeit geeignet.
Den Abschluss des Bandes bildet eine Reihe von praktischen Beispielen aus einzelnen Fächern, überwiegend aus dem Sachkunde-, Deutsch-, Geschichts-, Geografie-, Politik- und Biologieunterricht, für verschiedene Jahrgangsstufen von der Grundschule bis zur gymnasialen Oberstufe.
Insgesamt wirken die Beiträge des Handbuches wenig aufeinander bezogen, vielmehr zusammengewürfelt und ihre Auswahl beliebig. Dennoch lassen sich viele nützliche Anregungen für die Praxis finden.
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