Erstveröffentlichung der neu aufgetauchten Zeichnungen Franz Kafkas
Eine kleine Weltsensation. Die Zeichnungen Franz Kafkas. 100 Zeichnungen des Schriftstellers lagen ahrzehntelang in einem Zürcher Banksafe, bis sie 2019 endlich wiederentdeckt wurden. Es gab schon ein paar Blätter, die in frühen Ausgaben des Fischer-Verlages auf die Buchdeckel gedruckt waren, wer sich erinnert. Aber der neue Fund ist tatsächlich eine Weltsensation. Keine kleine. C.H. Beck veröffentlicht alle zusammen mit den schon bekannten Blättern in vorliegendem Prachtband im XL-Format.
1883 in Prag, Österreich-Ungarn geboren und am 3. Juni 1924 in Kierling, Österreich gestorben, wird der deutschsprachige Schriftsteller dieses Jahr durch eine Vielzahl von Publikationen und Neuauflagen seiner Werke geehrt. Aber der C.H. Beck Verlag war schon früher dran und legt eine wunderschön addierte Ausgabe seiner Zeichnungen aber auch von Sekundärliteratur zu Franz Kafka vor. Die vorliegenden Zeichnungen stammen zumeist aus seinen frühen Jahren, zwischen 1901 und 1907, in denen Kafka intensiv gezeichnet hat. Wissenschaftlich erschlossen werden diese Zeichnungen von Andreas Kilcher, Pavel Schmidt und Judith Butler von denen einige Essays stammen. Die erstklassigen Reproduktionen zeigen fast alle Zeichnungen in Originalgröße. So gelingt die Erschließung eines neuen, anderen Kafkas, der zeichnende Künstler mit seiner ganz und gar eigenen, besonderen Sicht auf die Welt. Judith Butler widmet sich in ihrem Essay ganz den "Skizzen körperlichen Lebens", die sie in seinen Zeichnungen erkennt. "Zustan na koberce!", könnte man rufen, denn sie bemerkt ganz allgemein die Bodenlosigkeit seiner "Körper", die "Unmöglichkeit den Boden zu berühren". Ganz anders als Gregor Samsa, der käfergewordene Mensch in seiner berühmtesten Erzählung "Die Verwandlung", liegen seine anderen Figuren nicht am Boden. "Wenn man Kafkas Selbsteinschätzung in einem Tagebucheintrag trauen darf, kann er nicht schreiben, also bricht er ab und bricht auch in eine Skizze", schreibt sie. Sie stellt eine "Desorientierung in Zeit und Raum und ein unheimliches Schweben und Bewegen, eine Aufhebung der Schwerkraft" in seinen Zeichnungen fest, die auch die synthetische Koordination von Körperteilen in Frage stelle.
Ein internationales Ereignis
Wie einer der Herausgeber, Pavel Schmidt, erklärt, war es vor allem eine editorische Herausforderung, in welcher Anordnung die Zeichnungen präsentiert werden sollten. Die Titel wurden möglichst neutral, nicht interpretierend gewählt. Im Anhang gibt es eine Legende der Abkürzungen, sowie Beschreibungen der einzelnen Zeichnungen, eine Art Werksverzeichnis, sowie Anmerkungen. Gegenüber seinen Zeichnungen soll Kafka ebenso gleichgültig wie seinem schriftstellerischen Werk gegenüber gewesen sein. Hätte sein Freund Max Brod seinen letzten Willen nicht ignoriert, wären auch diese Kafkas Wunsch gemäß vernichtet worden. Weitere Details zur Nachlassgeschichte werden von Herausgeber Andreas Kilcher im Einführungsessay erklärt. Im zweiten Teil des Bandes, "Zeichnen und Schreiben bei Kafka", werden die Zusammenhänge seiner beiden Lieblingsbeschäftigungen näher analysiert und Judith Butler kommt wie oben bereits zitiert zu Wort. Im dritten Teil folgen die erläuternden Texte. Der Hauptteil - die Zeichnungen - umfasst beinahe 200 Seiten, also mehr als die Hälfte der vorliegenden Publikation.
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