Von Liebe, die tötet
Ein fulminantes Debüt einer Enddreißigerin, die bei der Zeitschrift Elle arbeitet und sich dennoch einer Sprache bedient, die selbst Charles Bukowski zur Ehre gereichen würde. Aber hinzu kommt noch eine Prise "typisch weiblicher" magischer Realismus, den kritische Augen aber natürlich jederzeit auch als Metapher sehen können: denn der "Fisch" im Titel ist ein Wasser-Mann und knüpft damit nahtlos an Erzählungen wie "Die Kleine Meerjungfrau" oder andere modernere Märchen an.
Hundesitten in Venice Beach
"Fische" spielt in Venice-Beach, dem kalifornischen Traumstrand von Los Angeles, an dem sich schon allerlei andere wichtige historische Ereignisse in die Geschichtsbücher der Popkultur eingeschrieben haben, etwa die Gründung von The Doors u.v.a.m. Die Protagonistin Lucy muss dort in einem Haus auf den Hund, Dominic, ihrer Schwester aufpassen, die gerade mit ihrem Mann verreist ist. Selbst gerade in Trennung von ihrer Langzeitliebe Jamie lebend, will sie dort eigentlich ihre Doktorarbeit zum griechischen Mythos der Sappho niederschreiben. Doch dann entdeckt sie die absolute Leere in sich und versucht diese auf verschiedenste Arten zu füllen. Mit 38 Lenzen keine so leichte Aufgabe mehr. So schlittert sie auch in eine Selbsthilfegruppe für vom Leben gezeichnete Frauen, wo ihr empfohlen wird, sich zu "entgiften", von "einem Leben, in dem Sie von anderen erwarten, Ihre innere Leere zu füllen".
"Find, what you love and..."
Mit viel Humor und Liebe zum Detail erzählt Melissa Broder von ihrem Weg raus aus der Sucht, denn die Erwartungshaltung, mit der sie ihren Partnern begegnet, ihre Probleme zu lösen, hat durchaus Suchtcharakter. "Wenn man nichts von anderen annahm und sich den anderen niemals auslieferte, ihnen unvoreingenommen begegnete, konnte einem Gutes passieren. Man musste einfach nur lernen, die Stille zu lieben." Und von genau diesem "Guten", das ihr passiert, handelt dann auch vorliegender Roman, mit dem sich Melissa Broder in die Herzen ihrer Leser geschrieben hat, denn ihre Worte sind so authentisch und real, dass man sich gerne mit ihr auf ihre Fantasie einlässt, die zwar manchen abgehoben und absurd erscheinen mag, aber, hey, wer vermag es denn schon, ganz ohne solche Fantasien zu leben? "Find what you love and let it kill you" wird Charles Bukowski von ihr zitiert und beinahe passiert ihr genau das, was er ausdrücklich empfiehlt. Oder wird sie sich doch anders entscheiden? Ein lesenswertes und amüsantes Debüt von einer Autorin, von der man hoffentlich noch viel mehr hören wird.
Der Abfallhaufen einer Familie
"Botanik des Wahnsinns" erzählt die autofiktionale Lebensgeschichte des Protagonisten Leon zwischen Wien, Paris und München.
Botanik des WahnsinnsVerhängnisvolles Schweigen
Nach dem Tod des Vaters geraten Witwe und Tochter in Not. Als die Mutter bei einer reichen alten Dame und deren geschiedenem Sohn eine Anstellung als Haushaltshilfe annimmt, wird dies dem zwölfjährigen Mädchen zum Verhängnis …
PeriRomanzo accademico
"Die Pause ist vorbei" ist alles andere als „akademisch", sondern bestechend und aufregend wie das Leben!
Die Pause ist vorbeiEine intellektuelle Ruine, von einem Luderleben zerstört
Thomas Mann betrachtete den Zauberberg als sein Hauptwerk. Den Nobelpreis brachte es ihm nicht ein, nur den Groll eines Nobelpreisträgers.
Der ZauberbergJeder Bleistift eine Waffe
Literaturentdeckung aus dem Nachlass: die Schriftstellerin Maria Lazar wird wiederentdeckt und beeindruckt auch heute noch.
Viermal ICHIm Bann der Tiefe
Der wohl berühmteste Unterwasserroman in einer bibliophilen Ausgabe mit vielen Extras.
20.000 Meilen unter den Meeren