EPiC: Elvis Presley in Concert Elvis Presley in Picture: EPiC
„Well I'm the King of the jungle, they call me tiger man", singt Elvis in Baz Luhrmanns neuem Elvis-Picture E-Pic. Nach dem Spielfilm Elvis reicht der Regisseur eine Dokumentation mit bisher verschollenen, unveröffentlichten Aufnahmen des Kings nach. Ein episches Erlebnis in Sound and Vision!
The King of the Jungle
Das Filmmaterial in Technicolor wird von Starregisseur Baz Luhrmann zu einem wilden Ritt durch Elvis' beste Live-Performances, die alle in seinem Heimatland USA stattfanden. 1100 Auftritte sollen es zwischen 1969 und 1977 gewesen sein, manchmal auch bis zu drei pro Tag. Sein Manager Col. Parker konnte aufgrund von Schulden nicht ins Ausland reisen und so blieb auch sein Mündel in den USA („Never Been to Spain"). Diesen Umstand sprach der Regisseur schon in seinem ersten Elvis-Film (2022) an, in EPiC wird dies nur mehr zu einem ironischen Kommentar: „Devil in Disguise" singt Elvis, während ein paar Bilder des stets zigarrenrauchenden Parkers gezeigt werden. Elvis war vielleicht weniger ein Gefangener seiner selbst, als vielmehr eine Geißel seines Peinigers, Col. Parker, der ihm sein Leben ziemlich verdorben haben dürfte. Aber nichtsdestotrotz hatte Elvis eine Menge Spaß, vor allem eben auf der Bühne, wie Luhrmann gerne immer wieder zeigt. So macht der King nicht nur ein paar Faxen oder Kommentare, während er singt, sondern setzt sich einmal auch den BH eines Fans auf den Kopf. Er ist stets gut gelaunt und grinst, hat einen Witz auf den Lippen, auch in den Pausen, und es scheint, als wäre er eins mit sich und seinen Songs. So viel Sympathie und gute Laune sieht man selten bei einem Rockstar und so wird EPiC: Elvis Presley in Concert auch bald zu einem Lieblingsfilm von Noch-Nicht-Elvis-Fans werden.
EPiC: Elvis Presley in Concert
Ein quasi autobiographischer Beitrag ist dabei auch der Song „Polk Salad Annie", von Tony Joe White geschrieben. Er erzählt die Geschichte der armen Leute des Südens, die nichts anderes zu essen hatten als diese giftige Kermesbeere, die nur dadurch genießbar wird, dass man sie mehrmals auskocht. Darüber legt Luhrmann ein Familienfoto von Elvis, aber jedem ist bald klar, dass der King darin auch ein kleines bisschen über sich selbst singt, denn er kam aus den ärmsten Verhältnissen und so auch in Kontakt mit Gospel, R&B, Country und Crooning. Einige der musikalischen Höhepunkte sind u. a. „In the Ghetto", „Burning Love", „Bridge over Troubled Water" und „Suspicious Minds", das fast in ganzer Länge gespielt wird. Außerdem gibt Regisseur Baz Luhrmann Elvis seine eigene Stimme, die aus dem Off seine eigene Geschichte erzählt. Das teilweise als verschollen geltende Filmmaterial der legendären Elvis-Konzertfilme aus den 1970er-Jahren wurde von Luhrmann gemeinsam mit unveröffentlichten Super-8-Filmen der Graceland-Archive mit modernster Technik restauriert und zeigt den King in bester Form. Über den Nachspann legte Luhrmann das Gedicht „American David" von Bono. Verloren geglaubte Aufnahmen, Welthits und eine unvergleichliche Stimme in nie dagewesener Tonqualität – EPiC: Elvis Presley in Concert ist ein Konzertfilm, wie es ihn nie wieder geben wird: the man, the legend und seine Stimme in einer ganz besonderen Dokumentation.
Alle Rezensionen von Juergen Weber