Wirtschaft

Gute Zeiten für das Controlling

Die in Teilen der Welt noch immer schwelende Wirtschafts- und Finanzkrise bestätigt die alte Faustregel "Schlechte Zeiten für das Unternehmen sind gute Zeiten für das Controlling". Diese Feststellung dokumentiert auch eine Studie des Instituts für Management und Controlling (IMC) an der WHU Otto Beisheim School of Management. Deutschlandweit können dementsprechend rund 100'000 Beschäftigte dem beruflichen Rollenbild "Controller" zugeordnet werden. Die Herausforderungen an das Controlling sind heute größer als jemals zuvor. Die "Volatilität" ist zur "neuen Normalität" geworden. Früherkennung ist gefragt, ebenso wie eine vereinfachte Planung, welche um dynamische Elemente ergänzt werden muss. Die während der letzten Jahre stattfindenden Tagungen und Kongresse über Controlling thematisierten insbesondere Fragen wie zum Beispiel strategische Neuausrichtungen, Modernes Budgetieren, Working Capital Management, Preis- und Risikomanagement sowie Kommunikation, Digitalisierung und Green Controlling. All dies macht beispielhaft deutlich, dass sich Theorie und Praxis des Controllings in den vergangenen Jahren deutlich verändert haben. Die Controller entwickeln sich immer stärker zu Beratern des Managements. Die Breite der Aufgaben wächst und die Anforderungen an das Zusammenspiel zwischen Managern und Controller ebenso.

Diese Entwicklung spiegelt sich in diesem Standardwerk wider. In der vorliegenden 15. Auflage von Weber und Schäffer (beide Autoren forschen und lehren als Professoren an der WHU - eine der renommiertesten Hochschulen für Betriebswirtschaft und Management in Deutschland - und leiten dort das IMC) wird das bewährte didaktische Konzept beibehalten. Bereits in der 7. Auflage wurde die koordinationsorientierte und funktionale Sichtweise zugunsten der Rationalitätssicherung und institutionellen Sicht des Controllings aufgegeben. Diesen konzeptionellen Ansatz verfolgen die Verfasser auch weiterhin und richten sich damit primär an Studierende und Praktiker, welche sich in die einzelnen Controlling-Themen einarbeiten wollen. Um dem Einführungscharakter des Lehrbuchs noch besser gerecht zu werden, wird der gesamte Stoff in vier Teile und 17 Kapitel unterteilt, die ein schrittweises Nachvollziehen der umfassenden Controlling-Materie deutlich erleichtern.

Im Teil I werden die konzeptionellen Grundlagen des Controllings erarbeitet und insbesondere der Bezug zur Führung durch Ziele hergestellt. Dabei wird der Bogen von kontext- und kulturabhängiger Controllerpraxis zu verschiedenen Controllingkonzeptionen und controllingrelevanten Theorien der Accounting-Forschung gespannt. Es wird aber auch die in diesem Buch verfolgte Sichtweise näher erläutert. Sie ist als ein verhaltensorientierter Ansatz zu kennzeichnen, der mit der praktischen Entwicklung der Controllership in weitgehende Übereinstimmung gebracht werden kann. Die Teile II und III befassen sich mit der Informationsversorgung (Grundlagen der Informationsversorgung; Externe Rechnungslegung; Kosten-, Erlös-, Ergebnis- und Leistungsrechnung; Kennzahlen und Kennzahlensysteme; Verrechnungspreise und Berichtswesen) sowie mit der Planung und Kontrolle in den Bereichen des operativen, taktischen und strategischen Managements. Im Mittelpunkt stehen dabei die einschlägigen Instrumente wie z. B. Deckungsbeitragsrechnungen, Nutzwertanalysen, Zero Base Budgeting, Investitionsrechnungen sowie Stärken-Schwächen-, Produkt-Lebenszyklus-, Produkt-Markt-Portfolio- und Technologie-Portfolio-Analysen. Ebenso werden auch verhaltenswissenschaftliche Erkenntnisse ("Behavioral Controlling") einbezogen. Entsprechende Verhaltensaspekte werden zu Recht dann wiederholt thematisiert, wenn diese die Wahrnehmung und den Erfolg der Planung und Kontrolle wesentlich beeinflussen können. Bei derartigen kognitiven Begrenzungen geht es um ein breites Spektrum von Verhaltensverzerrungen und -fehlern, beispielsweise im Kontext mit "overconfidence, egocentric, confirmation und optimistic bias" oder im Zusammenhang mit "illusion of control", "groupthinking" "risky shift" und "mental accounting". Der Teil IV behandelt abschließend grundsätzliche Fragen der Gestaltung und Organisation des Controllerbereichs sowie vertiefende und aktuelle Gestaltungsfragen der Controllership, einschließlich einer Diskussion über den Erfolg des Controllings.

Die außerordentlich gelungenen methodisch-didaktischen Neuerungen der beiden letzten Ausgaben wurden beibehalten und nochmals optimiert. Positiv hervorzuheben ist das großzügige an amerikanische Lehrbücher erinnernde Layout mit erläuternden, zielführenden Marginalien und einem Zweispaltensatz, der den Text besser lesbar macht. Zur verständlichen Aufbereitung selbst komplexer Zusammenhänge bzw. zur Vertiefung von Einzelthemen kommen eine Fülle von Abbildungen bzw. Abschnitte, Kurzbeiträge (u. a. Auszüge aus der relevanten Literatur), Zusammenfassungen sowie gezielte weiterführende Literaturhinweise, jeweils zum Ende eines jeden Kapitels, hinzu. Über QR-Codes direkt im Buch und über das Online-Portal sp-mybook.de kann auf zahlreiche Spreadsheets, die den Tabellen zugrunde liegen, kleine Video-Clips zu zentralen Themen und weiterführende Texte für die vertiefende Lektüre zugegriffen werden. Durch interessante Praxisanwendungen bzw. Fallstudien aus bekannten Unternehmen, z. B. Beiersdorf, BSH Bosch und Siemens Hausgeräte, Continental, Henkel, Lufthansa, Metro, RWE, Steuler-Firmengruppe, ThyssenKrupp und VW, werden praktische Erfahrungen integriert sowie Hilfestellungen für konkrete Anwendungen geliefert.

In der jüngsten Auflage sind die Literatur und die Empirie aktualisiert sowie etliche Ergänzungen vorgenommen worden. So werden die kognitiven Verzerrungen und Techniken des Debiasing ausführlicher als bisher behandelt, die Auswahl von Kennzahlen wurde ergänzt und dem Thema Shared Service im Controlling wird nun mehr Raum gegeben. Das Werk liegt seit 2011 in einer chinesischen und seit einigen Jahren auch in einer russischen Ausgabe vor. Nach einer im Journal of Business Economics publizierten Studie ist dieses Lehrbuch nicht nur das am meisten zitierteste Controlling-Lehrbuch, sondern im deutschsprachigen Raum auch das am meisten zitierte Buch im Rechnungswesen und Controlling überhaupt.

Das vorliegende Lehr- und Lernbuch kann allen, welche sich im Rahmen des Studiums oder in der Praxis bereits mit Controlling befassen oder sich erst noch in diese Materie einarbeiten wollen, bestens empfohlen werden.

Das Übungsbuch zum Lehrbuch.
Einführung in das Controlling
Jürgen Weber
Utz Schäffer

Einführung in das Controlling


Schäffer Poeschel 2016
596 Seiten, broschiert
EAN 978-3791035741

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